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Rote Listen

Rote Listen sind anerkannte wissenschaftliche Gutachten, in denen der Gefährdungsgrad von Arten dargestellt ist. Sie werden in der Schweiz im Auftrag des BAFU von Fachpersonen erstellt. Für 27 Organismengruppen liegen Rote Listen vor. Seit 2013 verfügt die Schweiz über eine Rote Liste der gefährdeten Lebensräume.

Jede Rote Liste wird im Auftrag des BAFU durch Fachleute der nationalen Daten- und Koordinationszentren nach den wissenschaftlichen Kriterien der IUCN erarbeitet und in regelmässigen Abständen aktualisiert. Die Kriterien zur Einstufung der Arten in Gefährdungskategorien basieren auf einer Kombination von Faktoren, welche die Aussterbewahrscheinlichkeit massgeblich bestimmen. Es sind dies vor allem

  • die effektiv besiedelte Fläche,
  • die Grösse und der Isolationsgrad der Populationen sowie
  • Bestandsveränderungen.

Gemäss Bundesratsbeschluss sollen die Roten Listen alle 10 Jahre revidiert werden, um über die Entwicklung der Arten Auskunft geben zu können.

Rote Listen der gefährdeten Arten

Im Rahmen einer Synthese hat das BAFU alle Informationen aus den aktuellen Roten Listen der Schweiz zusammengetragen und analysiert. Spezialauswertungen geben neue Einsichten zum Zustand und zur räumlichen Verteilung bedrohter Arten sowie zu den Gefährdungsursachen.

Gefährdete Arten in der Schweiz - Synthese Rote Listen, Stand 2010. 2011

Für 27 Organismengruppen liegen Rote Listen vor:

  • 3 Pflanzengruppen (Gefässpflanzen, Moose, Armleuchteralgen),
  • 21 Tiergruppen (sämtliche Wirbeltiere und 15 wirbellose Gruppen),
  • 3 Pilz- und Flechtengruppen (Grosspilze, Baum- und Bodenflechten).

Bisher wurde ein Viertel der 45'000 bekannten Arten für die Roten Listen bewertet.

Die Roten Listen der Schweiz (Stand 2016):

Rote Listen: Gefährdete Arten der Schweiz - Übersicht über alle Vollzugshilfen «Rote Liste» des BAFU. 2016

Rote Listen der gefährdeten Lebensräume

Das BAFU alle Informationen aus den aktuell zur Verfügung stehenden Daten zum Zustand von 162 Lebensraumtypen in der Schweiz zusammengetragen und analysiert. Es ergaben sich neue Einsichten zum Gefährdungsgrad, zur nationalen Verantwortung sowie zu den Gefährdungsursachen.

Beurteilte Lebensräume (Stand 2013):

  • Quellfluren, Fliessgewässer (18 Lebensraumtypen)
  • Stehende Gewässer (8 Lebensraumtypen)
  • Moore, Feuchtgebiete (20 Lebensraumtypen)
  • Fels, Schutt, Geröllfluren (14 Lebensraumtypen)
  • Rasen, Wiesen (30 Lebensraumtypen)
  • Krautsäume, Hochstaudenfluren, Gebüsche (25 Lebensraumtypen)
  • Wälder (29 Lebensraumtypen inkl. 121 Waldtypen bzw. Waldgesellschaften)
  • Ruderal- und Segetalvegetation (18 Lebensraumtypen)

Bedeutung der Roten Listen

Komplexe Methoden und Daten werden in Roten Listen wissenschaftlich nachvollziehbar und begründbar in leicht verständlichen Bewertungskriterien dargestellt. Rote Listen dokumentieren allerdings nicht nur den Zustand und die Entwicklung von taxonomischen Gruppen und der Lebensräume, sondern sind ein Mehrzweckinstrument

Vollzug

  • Artenlisten mit Gefährdungsstatus für die Interessensabwägung nach NHG
  • Grundlage für die Ausscheidung der National Prioritären Arten und Lebensräume
  • Empfehlungen für die Praxis
  • Listen werden periodisch revidiert

Information

  • Publikation mit Listen, Statistiken und Bewertung des Zustands und der Entwicklung der Arten und Lebensräume in allen drei Landessprachen (E im Internet)
  • Daten für das nationale Biodiversitätsmonitoring und für die Roten Listen der IUCN
  • Grundlage für das Artenförderungskonzept Schweiz sowie für den Schutz von Lebensräumen

Sensibilisierung

  • Publikation mit Hinweis auf den Notstand bedrohter Arten und Lebensräume sowie auf die Gefährdungsursachen und Handlungsempfehlungen

Forschung

  • Entwicklung und Optimierung von neuen Feldmethoden und effizienten Feldstrategien

Bildung

  • Förderung von Artenkennern und Artenkennerinnen
  • Mitwirkung an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Rahmen der Ausbildung (Master, Doktorat)
  • Förderung von Wissen über Arten und Lebensräume in der Gesellschaft (Kulturgut)

Kontakt: aoel@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 13.09.2016

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