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Den Rohstoff unserer Wälder nachhaltig und effizient zu nutzen und zu verwerten ist das Ziel der <em>Ressourcenpolitik Holz</em>, die gegenwärtig im BAFU erarbeitet wird. Unter Berücksichtigung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen soll das Produktionspotenzial der Wälder voll ausgeschöpft und das geerntete Holz möglichst in Kaskaden verwendet werden: zuerst mit maximaler Wertschöpfung als Werk- oder Baustoff und erst am Schluss des Lebenszyklus als Energieträger.
Die Anforderungen an unsere Wälder sind vielfältig und teils gegensätzlich: Diese sollen Holz liefern, der Erholung dienen, vor Naturgefahren schützen und mithelfen, die biologische Vielfalt zu erhalten. Der Bund hat dafür zu sorgen, dass der Schweizer Wald alle gesetzlich verankerten Funktionen langfristig erfüllen kann.
Dazu gehört auch, dass die verschiedenen Interessen an der Holznutzung auf volkswirtschaftlich optimale Weise berücksichtigt werden. In diesem Sinn ist das BAFU zurzeit daran, in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft Seco und dem Bundesamt für Energie BFE eine Ressourcenpolitik Holz zu definieren. Zwei Fragen stehen dabei im Zentrum: Wie viel Holz stellt der Schweizer Wald jährlich nachhaltig zur Verfügung? Und wie sieht eine optimale Verwertung aus?
Unausgeschöpfte Potenziale
Gesamtschweizerisch betrachtet wird das Holz aus unseren Wäldern noch nicht in dem Umfang genutzt, wie dies nachhaltig möglich wäre: Es wächst mehr verwertbares Holz nach, als geerntet wird. Wichtige Gründe hierfür sind die schwache Nachfrage der Vergangenheit, das Angebotsverhalten der Waldbesitzer, kleinstrukturierte Eigentumsverhältnisse und auch geländebedingt hohe Erntekosten in verschiedenen Regionen.
Indessen hat die globale Verknappung von Erdöl dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach Holz seit 2006 erheblich gestiegen ist. Zudem setzen die Energie- und die Klimapolitik zur Vermeidung von CO2-Emissionen auf erneuerbare Rohstoffe. Damit hat sich der Druck auf den Wald erhöht.
Obwohl die Bevölkerung gepflegte, lichte und «aufgeräumte» Waldbilder schätzt, weckt die vermehrte Holznutzung bei manchen Leuten Ängste vor Waldzerstörung. Durch die Abstimmung der Ressourcenpolitik Holz mit den verschiedenen Interessengruppen - Wald- und Holzwirtschaft, Kantone, Umweltverbände, Wissenschaft - finden die unterschiedlichen Anliegen Berücksichtigung. Aus heutiger Sicht wird angestrebt, so viel Holz zu nutzen wie nachwächst. Ob es Sinn macht, in Zukunft auch die hohen Holzvorräte zu senken, ist Gegenstand von vertieften Untersuchungen.
Kaskadennutzung
Die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Verwertungsformen - stofflich oder energetisch - des nur begrenzt zur Verfügung stehenden Rohstoffs hat sich verstärkt. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist eine direkte energetische Nutzung nicht optimal, sofern eine stoffliche Nutzung möglich ist. Ein Ziel der Ressourcenpolitik ist es denn auch, Holz in einer Kaskade zu verwerten: Holz und Holzprodukte sind so lange wie möglich im Wirtschaftssystem zu nutzen. Dabei werden Nutzungskaskaden durchlaufen, die von einem hohen Wertschöpfungsniveau schrittweise in tiefere münden. Was sich als Werkoder Baustoff eignet, soll keinesfalls direkt im Ofen landen - am Schluss aber möglichst immer: Zuerst kommt das Wohnen und erst zuletzt die Wärme.
Aktionsplan Holz
Zur Umsetzung der Ressourcenpolitik dient ein Aktionsplan Holz. Dieser wird ab 2009 einzelne Tätigkeiten des Förderprogramms holz 21 des BAFU fortsetzen. Im Vordergrund steht der ökologisch und ökonomisch sinnvolle Einsatz dieses Rohstoffs. Die Gestaltung der Massnahmen berücksichtigt die unterschiedlichen Verhältnisse in der Wald- und Holzwirtschaft. Ein wichtiges Aktionsfeld zur Erhöhung der effizienten Holzbereitstellung ist die Beratung und Motivation der Waldbesitzer. Die Optimierung der einschlägigen Bestimmungen im Rahmen der Waldpolitik und strukturbezogene Massnahmen, zum Beispiel in den Bereichen Kooperationen und Logistik, sollen die Rahmenbedingungen dafür verbessern.
Anders als bei der Waldwirtschaft braucht es bei der Branche der Holzverarbeiter keine auf Strukturverbesserung ausgerichtete Massnahmen. Hier sorgt der Markt für die effizientesten Formen. Es gilt aber, Voraussetzungen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Dies betrifft namentlich die Forschung und Entwicklung, die Aus- und Weiterbildung und den Wissenstransfer. So soll beispielsweise die Forschung und Entwicklung für energieeffiziente und mehrgeschossige Holzbauten und für neue Verwertungsmöglichkeiten von Laubholz unterstützt werden.
Die Instrumente der Ressourcenpolitik Holz beziehungsweise des Aktionsplans Holz wirken im Wesentlichen flankierend, weil grundsätzlich der Markt die Materialflüsse steuert und ein starker Einfluss auf den Holzmarkt von der Energiepolitik ausgeht. Dennoch können sie wichtige Impulse setzen und durch die Abstimmung zwischen den Sektoralpolitiken manche Konflikte verhindern oder abschwächen.
Ulrike Krafft, BAFU
Der Zeithorizont zur Erreichung der Zielgrössen ist das Jahr 2020.
1. Eine leistungsfähige Waldwirtschaft schöpft das nachhaltig nutzbare Holzproduktionspotenzial des Schweizer Waldes aus.
Das Potenzial wird auf 8 bis 8,5 Millionen Kubikmeter (m3) pro Jahr geschätzt. 2007 wurden 5,7 Mio. m3 geerntet. Zusammen mit den Rindenanteilen und Holzernteverlusten im Umfang von rund 1 Mio. m3 entsprach die Ernte damit etwa 80 Prozent des Potenzials.
2. Die Nachfrage nach stofflichen Holzprodukten nimmt zu. Insbesondere steigt der Anteil von Holz im Gebäudepark.
Angestrebt wird eine Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs von Schnittholz und Holzwerkstoffen auf jährlich 0,39 m3. Das sind 20 Prozent mehr als 2006. Der Holzanteil am gesamten Gebäudepark der Schweiz soll sich um 50 Prozent erhöhen. Steigerungspotenzial ist vorhanden: In Österreich lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Säge- und Holzwerkstoffen 2006 bei 0,84 m3.
3. Die energetische Verwertung von Waldenergieholz, Flurholz und Altholz nimmt zu.
Das Energieholz-Nutzungspotenzial unserer Wälder wird auf 2,7 bis 3,2 Mio. m3 pro Jahr geschätzt. Derzeit werden etwa 1,3 Mio. m3 genutzt, wobei hier vor allem im Privatwald nicht die gesamte Nutzungsmenge erfasst werden kann. Auch beim Altholz ist noch eine Steigerung möglich.
4. Die Ressource Holz wird kaskadenartig und mehrfach genutzt.
Sortimente, die sich sowohl als Bau- und Werkstoff wie auch als Energieträger eignen, sollen zunächst stofflich genutzt werden.
5. Die Innovationskraft der Wertschöpfungskette Holz nimmt zu.
Aufgrund ihrer Kleinstrukturiertheit kann die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft die notwendigen Investitionen in Forschung und Entwicklung nicht aus eigener Kraft tätigen. Forschung, Entwicklung und der Wissenstransfer sollen daher unterstützt und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.
6. Die Abstimmung mit anderen relevanten Sektoralpolitiken und Akteuren wird sichergestellt.
Das BAFU setzt sich für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Bundesämtern, den Kantonen, der Wald- und Holzbranche sowie der Wissenschaft und Forschung ein.
holz 21 ist ein Förderprogramm des BAFU, bei dem die Holzwirtschaft, Hochschulen und Umweltverbände mitwirken. Es dauert von 2001 bis Ende 2008 und will Grundlagen für eine nachhaltige Holzverwertung schaffen. Hauptziele sind die Steigerung des Absatzes, die Verwendung von einheimischem Holz sowie die Stärkung der Leistungsfähigkeit der Holzkette vom Wald bis zum Markt. Schwerpunkte sind:
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