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Bei der mechanisierten Waldarbeit kommen immer grössere und schwerere Maschinen zum Einsatz. Wie lassen sich dabei Bodenschäden vermeiden? Im April 2008 veranstaltete das Bildungszentrum Wald in Le Mont-sur-Lausanne einen Kurs, in dem ein gutes Dutzend Forstmaschinenführer ihre Kenntnisse erweitern konnten.
Der Frühlingsbeginn 2008 war nicht günstig für die Arbeit im Wald. Starker Regen über Wochen hinweg hatte die Böden aufgeweicht. Unter solchen Verhältnissen ist das Risiko hoch, dass schwere Forstmaschinen Bodenschäden anrichten. «Alles unter einen Hut zu bringen ist nicht ganz einfach: die Planung, die Lieferfristen, das Wetter», erklärt Pascal Oppliger, Maschinenführer aus La Sagne NE.
Pascal Oppliger arbeitet in einem Nadelwald auf rund 1000 Metern Höhe. Regnet es während mehrerer Tage, versucht er auf Ersatzarbeitsorte mit weniger empfindlichen Böden auszuweichen. Oder er nutzt die Zeit für Unterhalt, Reparaturen und die Überholung des Materials. «Dauert die Situation zu lange an, wirkt sich dies auf die Rentabilität des Unternehmens negativ aus. Und wenn dann das schöne Wetter zurückkehrt, wissen wir nicht mehr wo wehren vor lauter aufgestauter Arbeit», fügt er hinzu.
Von der Theorie . . .
Inzwischen schreibt man den 23. April 2008, und Pascal Oppliger kehrt zurück auf die Schulbank. Erstmals organisiert das in Le Mont-sur-Lausanne ansässige Centre de formation professionnelle forestière einen Kurs für Maschinenführer zum Thema Bodenschutz im Wald. Die vom BAFU unterstützte Weiterbildung wird in Zusammenarbeit mit dem Service des Eaux, sols et assainissement SESA des Kantons Waadt und dem Eidgenössischen Institut für Wald, Schnee und Landschaft WSL durchgeführt. 17 Maschinenführer aus sämtlichen Ecken der Westschweiz sind für die halbtägige Schulung zusammengekommen. Zunächst werden ihnen einige theoretische Grundlagen vermittelt. Die SESA-Bodenkundlerin Véronique Maître rekapituliert die wichtigsten Bodeneigenschaften Struktur, Porosität und Körnung - und betont, wie empfindlich Böden gegenüber Verdichtungen sind. Und sie vergisst nicht zu erwähnen, dass die Bildung von einem Zentimeter Bodenschicht ein ganzes Jahrhundert dauert. Im nächsten Beitrag erörtert Fritz Frutig vom WSL die gesetzlichen Grundlagen des Bodenschutzes und umschreibt die verschiedenen in Waldböden registrierten Schäden durch das Befahren mit Forstmaschinen.
Danach kommen die vorbeugenden Massnahmen zur Sprache. Die Materie ist dicht und komplex, doch die Fachpersonen drücken sich klar aus und geben konkrete Ratschläge.
. . . zur Praxis
Es folgt eine Feldbegehung in den Wäldern des Jorat oberhalb von Lausanne. An verschiedenen Stellen hatten die Veranstalter des Kurses zuvor Bodenprofile gegraben. Nun sollen die Maschinenführer von blossem Auge oder mittels kleiner Wülste den Verdichtungsgrad der Erde bestimmen. Ist sie hart, krümelig oder plastisch? Danach wird der Einsatz einer PANDA-Sonde (Pénétromètre automatique numérique dynamique assisté par ordinateur) demonstriert. Diese zeigt den Eindringwiderstand in Abhängigkeit von der Bodentiefe. Je höher er ist, desto stärker verdichtet ist der Boden und desto geringer ist die Leitfähigkeit für Wasser und Luft. Anschliessend werden die Teilnehmenden mit verschiedenen Arten von Fahrspuren bekanntgemacht.
Die Diskussionen sind lebhaft, und es ergeben sich diverse Schlussfolgerungen. Die wichtigste: Ein sinnvoller Maschineneinsatz ist möglich; es bieten sich zahlreiche Massnahmen an, mit denen sich der Bodendruck stark vermindern lässt und Schäden vorgebeugt werden kann.
Und was hat Pascal Oppliger aus diesem Kurs mit nach Hause genommen? «Ich werde weiterhin so gut wie möglich auf den Boden achten und meine Arbeitsweise wie auch den Maschineneinsatz den Vorgaben anpassen.» Der ebenfalls an der Weiterbildung anwesende Jean-Pierre Clément von der Sektion Boden im BAFU hat das Schlusswort: «Damit die Arbeit ordnungsgemäss ausgeführt wird, müssen alle am selben Strick ziehen: Waldeigentümerinnen und -eigentümer, Unternehmer, Forstingenieurinnen und -ingenieure, Revierförster, Forstwarte und Maschinenführer.»
Cornélia Mühlberger de Preux
Um konkurrenzfähig zu bleiben, muss die Waldwirtschaft rationalisieren. Maschinen sparen Arbeitskräfte. Zum Einsatz kommen namentlich Holzerntemaschinen (Harvester) und Rückefahrzeuge (Forwarder): Erstere fällen und entasten die Bäume und legen die zugeschnittenen Stämme in der Rückegasse ab. Letztere transportieren die Stämme bis zur nächsten Waldstrasse, wo sie von Lastwagen abgeholt werden können.
Das Risiko von Bodenschäden durch die mechanisierte Holzernte mit schweren Maschinen lässt sich vermindern, indem durch Verteilung des Gewichts auf möglichst viele Räder, mit Reifen mit variablem Innendruck oder durch die Verwendung von Raupen und Bändern der Bodendruck gering gehalten wird. Weitere Massnahmen sind die Planung und die Anlage von Feinerschliessungsnetzen, Astlagen in den Rückegassen sowie der Einsatz der Maschinen zur richtigen Zeit und am richtigen Ort: Nasse Böden sind viel empfindlicher und sollten deshalb nicht befahren werden.
Gemeinsam mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL hat das BAFU das Projekt «Physikalischer Bodenschutz im Wald» lanciert. Es beinhaltet die Aufarbeitung bestehender Grundlagen mit ihrer Umsetzung in der Praxis sowie die Durchführung von Kursen und Tagungen. Zielgruppen sind forstliche Schulen, Bodenschutzfachstellen, Ausbildungsverantwortliche und private Büros. Im dritten Schweizerischen Landesforstinventar wurden erstmals Bodenschäden als Folge von Holzernteaktivitäten erhoben. Die Ergebnisse dürften Anfang 2009 vorliegen.
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