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Unserer Lebensgrundlage einen Wert geben

Editorial von Moritz Leuenberger, Bundesrat (1995-2010)

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 Besuch auf dem Berner Wochenmarkt. Bei der Eröffnung zum Internationalen Jahr der Biodiversität am 12. Januar 2010 wies Bundesrat Moritz Leuenberger auf die Bedeutung der Biodiversität hin, unter anderem für die Ernährung.
© Peter Klaunzer, Keystone
Biodiversität bedeutet Leben. Erst die Vielfalt des ­Lebens hat die Erde zu einem einzigartigen, bewohnbaren Ort für uns Menschen gemacht. Diese Mannigfaltigkeit mit all ihren Genen, Arten und Ökosystemen wird als Biodiversität bezeichnet.

Wir sind von der Biodiversität abhängig; sie ist unsere Lebensgrundlage. Wir ernähren uns von Pflanzen und Tieren. Organismen bilden Böden und sorgen dafür, dass sie fruchtbar bleiben. Auch hält uns die Biodiversität gesund: So wird etwa Aspirin aus einer Weide und Tamiflu aus einer asiatischen Anisart gewonnen.

Doch anstatt die Biodiversität zu erhalten und zu fördern, beuten wir sie aus. Die Folgen sind mas­sive Verluste an biologischer Vielfalt – auch in der Schweiz. Um diese Verluste zu stoppen, haben sich Fachleute aus Ökologie und Ökonomie verbündet. Der Wert der Ökosystemleistungen wird heute in Milliarden Franken errechnet. Es zeigt sich, dass das Fortbestehen der Biodiversität für das Überleben der Menschheit nicht weniger wichtig ist als der Kampf gegen die Klimaänderungen. Deshalb müssen wir die biologische Vielfalt in die Gewinn- und Verlustrechnung unseres Wirtschaftens einbeziehen.

Es gibt aber auch Werte, die wir nicht mit Geld aufwiegen können. Wir wollen nicht vergessen, dass der Mensch ebenfalls Teil der Natur ist. Wenn die Natur allein nach Geldwerten definiert wird, muss in letzter Konsequenz auch der Mensch seine Daseinsberechtigung ökonomisch ausweisen.

Die Schweiz ist daran, im Einklang mit der UNO-Biodiversitätskonvention eine nationale Biodiversitätsstrategie zu erarbeiten. In einer ersten Aussprache hat der Bundesrat 2009 die Eckpfeiler festgelegt. Das Ziel ist, die Ökosystemleistungen zu erhalten und in Wert zu setzen sowie die Ressourcennutzung biodiversitätsfreundlich zu gestalten. Zudem sollen genügend Schutz- und Förderflächen für die Biodiversität ausgewiesen, verbindlich gesichert und vernetzt werden. Und schliesslich gilt es, die Verantwortung für die globale biologische Vielfalt wahrzunehmen.

Kontakt: magazin@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 18.05.2010

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2 2010 Biodiversität
18.05.2010 | 7302 KB | PDF
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