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Hydrologischer Spezialbericht des Bundesamtes für Umwelt BAFU
Intensive Niederschläge und Gewitter haben in den Gewässern im Wallis und in der Grimsel- und Gotthardregion zu hohen Wasserständen und Abflüssen geführt. An vielen Messstationen des BAFU wurden in diesen Gegenden 2- bis 10-jährliche Hochwasser verzeichnet. An der Rhone bei Reckingen sogar eine Abflussmenge, die statistisch gesehen nur alle 30 Jahre vorkommt.
Hinweis: Alle erwähnten Messdaten sind provisorisch.
Eine starke Südströmung hat am Montag, 2. Juli 2012 feuchte und labile Luft gegen den Alpensüdhang geführt und für intensive Schauer und Gewitter gesorgt, die zeitweise auch auf die Alpennordseite gelangten. Ergiebige Niederschläge fielen gemäss MeteoSchweiz besonders in den südlichen Walliser Alpen bis zur Grimsel- und Gotthardregion.
Auch in anderen Regionen der Schweiz sind am Montag und an den Tagen davor beträchtliche Niederschlagsmengen gefallen. Wegen der gleichzeitig hohen Temperaturen hat sich vielerorts auch die Schnee- und Gletscherschmelze fortgesetzt.
Die Niederschläge, kombiniert mit der Schnee- und Gletscherschmelze, haben in den Gewässern im Wallis und in der Grimsel- und Gotthardregion zu hohen Wasserständen und Abflüssen geführt. An vielen BAFU-Messstationen wurden in diesen Gegenden Hochwasser verzeichnet, die statistisch gesehen alle 2 bis 10 Jahre auftreten.
An der Rhone bei Reckingen wurde eine Abflussmenge gemessen im Bereich eines 30-jährlichen Hochwassers, an der Goneri in Oberwald gar ein 100-jährliches Hochwasser - wobei da zu beachten ist, dass die Messreihe dieser Station noch relativ kurz ist (Messbeginn 1991). An diesen beiden Stationen sowie an der Massa bei Blatten bei Naters, an der Rhone bei Brig und an der Vispa bei Visp wurden neue Höchstwerte für den Monat Juli registriert.
Detaillierte Angaben zu den höchsten Messwerten sind der untenstehenden Zusammenstellung zu entnehmen.
Des Weiteren ereigneten sich aufgrund der intensiven Niederschläge Murgänge. So wurde beispielsweise am Montag, 2. Juli im Riascio (Bleniotal TI) einen Murgang beobachtet. Der Milibach (Obergoms VS) füllte sich nach anhaltenden Gewittern ebenfalls mit Sand und Geröll und überschwemmte am Montagnachmittag die Strasse bei Grengiols.
In der Nacht auf Dienstag, 3. Juli 2012 sind an den meisten Orten die Wasserstände zurückgegangen. Hohe Pegel wiesen auch der Brienzersee sowie aufgrund früherer Niederschläge der Bodensee auf. In den darauffolgenden Tagen beruhigte sich die Situation im Wallis sowie in der Grimsel- und Gotthardregion trotz des unbeständigen Wetters.
Das BAFU beobachtet und misst die Wasserstände an Schweizer Fliessgewässern und Seen sowie des Grundwassers. Die Daten sowie das Naturgefahrenbulletin und das hydrologische Bulletin werden laufend aktualisiert und im Internet publiziert.
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