Bundesamt für Umwelt BAFU

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Umwelt und Handel

Handelspolitik hat positive und negative Auswirkungen auf die Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität. Durch den internationalen Handel von Gütern und Dienstleistungen können Umweltprobleme zudem in andere Länder verlagert werden: Das Importland konsumiert zwar die Produkte, die mit der Produktion verbundenen Umweltprobleme bleiben aber in den Herkunftsländern. Die durch den Schweizer Konsum verursachte Umweltbelastung geschieht zu rund 60 Prozent im Ausland. Umweltanliegen müssen daher in die Handelspolitik einbezogen werden. Dies geschieht u.a. über die Förderung einer ökologischen Markttransparenz sowie die Prüfung der Umweltverträglichkeit von Abkommen und die Verbesserung von Umweltstandards.

Internationale Regeln für Umwelt und Handel

Das übergeordnete Ziel ist die kohärentere Ausgestaltung des Handels- und des Umweltsystems. Insbesondere sollen die Regeln der World Trade Organization (WTO) so ausgestaltet sein, dass sie einem effektiven Umweltschutz nicht hinderlich sind. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen bestimmte Regeln und Mechanismen der WTO weiter geklärt und im Rahmen der Development Round der WTO angepasst werden.

Namentlich gilt es einen systemischen Ansatz des Verhältnisses der multilateralen Umweltabkommen (MEA) und der WTO-Regeln anzustreben. Daneben sollen die generellen WTO-Ausnahmeregeln der verschiedenen Abkommen (insbes. GATT, GATS, TBT, SPS, TRIPs) speziell unter dem Aspekt des Vorsorgeprinzips weiter geklärt werden. Dieses Prinzip ermöglicht es unter anderem auch bei wissenschaftlicher Unsicherheit Massnahmen anzuordnen, um irreversible Umweltschäden zu vermeiden.

Die OECD empfiehlt ausdrücklich, Umweltanliegen in Freihandelsabkommen mit einzubeziehen. Es ist zu beobachten, dass viele Staaten dieser Empfehlung folgen. Die Schweiz nimmt umweltpolitisch relevante Bestimmungen in bilaterale und EFTA-Freihandelsabkommen auf, um Handels- und Umweltregeln sinnvoll zu integrieren.

Voraussetzungen für ein ökologischeres Handelssystem

Eine globale Verbreitung von Innovation und Know-how im Umweltbereich und die Öffnung der Märkte für Umwelttechnologien wird im Rahmen der WTO-Doha-Runde durch die Liberalisierung des Handels von so genannten Umweltgütern (umweltschonende oder -unterstützende Produkte) und Umweltdienstleistungen angestrebt.

Der Handel von Gütern und Dienstleistungen hat das Potenzial, Ressourcen effizient und somit nachhaltig zu nutzen. Dies bedingt allerdings klare Informationen über den Ressourcenverbrauch durch Produktion und Konsum entlang der ganzen Wertschöpfungskette. Diese Information soll Produkte und Dienstleistungen bezüglich ihres Verbrauchs an natürlichen Ressourcen differenzierbar machen und als Entscheidgrundlage für Konsumenten, Produzenten aber auch für Regierungen und Organisationen dienen.

Um diese ökologische Markttransparenz zu ermöglichen, braucht es eine einheitliche und international abgestützte Methode zur Bemessung des Umweltverbrauchs und eine globale Akzeptanz durch das internationale Handelssystem.

Schliesslich müssen auch die Fragen der Prozess- und Produktionsmethoden (PPM) unter dem Aspekt der Umweltrelevanz weiter analysiert werden. Ziel ist es, dass WTO-Mitglieder handelsrelevante nicht-diskriminierende und nicht-protektionistische Massnahmen, die sich auf die Prozess- und Produktionsmethoden stützen, ergreifen können (z.B. Erlass eines Umweltzeichens oder «Eco-Labels»). Angestrebt wird schliesslich eine Verbesserung und Stärkung der Zusammenarbeit zwischen UNEP und andern internationalen Umweltorganisationen und der WTO.

Handel und Grüne Wirtschaft

Im Rahmen der internationalen Anstrengungen für eine grüne Wirtschaft gilt es, wirtschafts- und umweltpolitische Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass offensichtliche Marktversagen korrigiert und die Ressourceneffizienz der Wirtschaft gesteigert wird. Der internationale Handel ist integrativer Bestandteil des Konzepts der Grünen Wirtschaft und kann durch eine ökologisch und sozial effiziente Ausgestaltung der Regelwerke und Mechanismen massgeblich zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die Schweiz setzt sich sowohl als Mitglied der WTO (z.B. im Rahmen des ‚Committee on Trade and Environment‘), der OECD (z.B. im Rahmen  der ‚Joint Working Party on Trade and Environment‘) und der EFTA (z.B. im Rahmen der Verhandlungen für Freihandelsabkommen) in diesem Sinne ein.


Kontakt: international@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 10.12.2013

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