Bundesamt für Umwelt BAFU

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Thema Landwirtschaft

Das BAFU hat den gesetzlichen Auftrag, die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt zu untersuchen, darüber zu berichten und Lösungen vorzuschlagen. Es befasst sich in den Bereichen Boden, Wasser, Luft, Energieproduktion sowie Biodiversität und Landschaft mit der Landwirtschaft.


Aktuelle Mitteilungen


Die Landwirtschaft wurde seit dem Zweiten Weltkrieg stark intensiviert, unzählige Blumenwiesen, Hecken und Feuchtgebiete gingen dabei verloren. Grosse Flächen wurden an die Bedürfnisse der mechanisierten Bewirtschaftung angepasst. So dominieren heute vielerorts ausgeräumte Landschaften und die Artenvielfalt ist tief. Allerdings wurden seit 1993 die Ausrichtung und Zielsetzung der Agrarpolitik geändert und ökologische Leistungen werden seither honoriert - beispielsweise werden ökologische Ausgleichsflächen gefördert, die Düngung geregelt oder Biolandbau betrieben.

Moderne Meliorationen tragen den Bedürfnissen von Natur und Landschaft wieder vermehrt Rechnung und ermöglichen beispielsweise die Revitalisierung von Gewässern oder die Anlage ökologischer Ausgleichsflächen als Ersatz für verlorengegangene landschaftliche Strukturelemente und Lebensräume.

Nach wie vor bestehen aber ungelöste Probleme, zum Beispiel im Bereich der Ammoniakemissionen, der Biodiversität sowie der Gewässerbelastung durch Nitrat und Pflanzenschutzmittel.

Das BAFU befasst sich mit Umweltaspekten der Landwirtschaft; mit Landwirtschaftsfragen befasst sich das Bundesamt für Landwirtschaft BLW.

Informationen zu Landwirtschaft und ...


1 Biodiversität

Ökologischer Ausgleich - Um den Artenschwund zu stoppen, hat der Bund das Instrument des ökologischen Ausgleichs geschaffen. Dieses schafft neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Thema Biodiversität - Die Schweiz erfasst bundesweit ihre biologische Vielfalt mit dem Biodiversitätsmonitoring BDM. Unter anderem auch mit Indikatoren, welche sich der Landwirtschaft widmen. Rote Listen zeigen, welche Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind.
Thema Schutzgebiete und Biotopinventare - Wichtige Lebensräume befinden sich innerhalb von Landwirtschaftsland oder grenzen daran.

2 Landschaft

Landwirtschaft - Die Landwirtschaft beeinflusst massgeblich die landschaftlichen Strukturen, die Vielfalt an Kulturlandschaften und das Landschaftsbild.
Nationales ökologisches Netzwerk REN - Die Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen müssen vernetzt sein und eine minimale Grösse aufweisen, damit erstere langfristig überleben können. Der "Réseau écologique national" REN ist eine Planungshilfe und zeigt ökologische Vernetzungsachsen auf.
Waldfläche - Die Schweizer Waldfläche vergrössert sich deutlich - meist auf Kosten aufgegebener landwirtschaftlicher Grenzertragsflächen im Alpenraum.

3 Wasser

Landwirtschaft - Die Landwirtschaft beeinflusst Gewässer, indem sie Dünger und Pflanzenschutzmittel einsetzt, ihre Kulturen bewässert und den Tieren Arzneimittel verabreicht. So können beispielsweise Nitrat, Phosphor, Tierarzneimittel u.a. ins Wasser gelangen und Gewässer belasten. Viele Trinkwasserfassungen liegen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Die Art der landwirtschaftlichen Nutzung spielt daher für den Grundwasserschutz eine wichtige Rolle.
Oberflächengewässer - Im Landwirtschaftsrecht sowie in anderen Gesetzen ist der Schutz von Fliessgewässern verankert. Das BAFU hat zusammen mit dem BLW und ARE das Leitbild Fliessgewässer zu deren Schutz entwickelt.
Hochwasser und Murgänge: Strategie Hochwasserschutz an Fliessgewässern - Im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft wurden die Gewässerökosysteme stark beeinträchtigt. Begradigte und eingedolte Fliessgewässer verursachen ausgeräumte Landschaften, artenarme Gewässer, gestörte Interaktionen mit dem Grundwasser und ein gesteigertes Risiko für Hochwasser. Die Beeinträchtigungen können verringert werden, wenn Landwirtschaftsland für Renaturierungen zur Verfügung gestellt wird.

4 Boden

NABO: Nationale Bodenbeobachtung - Schadstoffe von Düngern und Pestiziden können den Boden belasten und ihn langfristig in seiner Fruchtbarkeit gefährden. Deshalb betreibt BAFU gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft die Nationale Bodenbeobachtung NABO - zur Früherkennung von Schäden und Monitoring der Situation.
Bodenbiologie - Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung des Bodens kann dazu führen, dass sich dieser verdichtet oder erodiert, wodurch der Ertrag gemindert wird. Merkblätter zur Verdichtung und Erosion.
Herbizide - Herbizide gefährden die Umwelt. Die Verwendung von Herbiziden (Unkrautvertilgungsmitteln) auf privaten sowie öffentlichen Strassen und Wegen, Plätzen, Terrassen und Dächern ist schon seit mehreren Jahren nicht mehr erlaubt. Trotzdem wird immer noch zu viel Herbizid eingesetzt.

5 Luft

Landwirtschaft als Schadstoffquelle - Bei der Güllelagerung und -ausbringung sowie bei der Tierhaltung entweicht zu viel Ammoniak. Das BAFU setzt sich für Emissionsminderungen nach dem Stand der Technik ein und unterstützt den Vollzug bei den Luftreinhaltevorschriften. Karte und Bericht der Ammoniak-Emissionen.
Luftreinhaltevorschriften: Landwirtschaft - Das Ammoniak wird mit der Luft an andere Orte verfrachtet: Karte und Bericht der Ammoniak-Immissionen. Ställe müssen in Mindestabständen zu anderen Zonen gebaut werden, damit keine Geruchsemissionen auftreten.

6 Energieproduktion

Biomasse und Landwirtschaft - Die Landwirtschaft schafft durch die Produktion von Nahrungsmitteln die Grundlage für unsere Ernährung. Die Landwirtschaft engagiert sich immer mehr auch in der nachhaltigen Energieproduktion (insb. Vergärung).

7 Weitere BAFU-Informationen zum Thema Landwirtschaft und Umwelt

Freisetzungsversuche - Freisetzungsversuche und das Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten oder pathogenen Organismen benötigen eine Bewilligung.
Invasive Organismen - Invasive gebietsfremde Organismen, die sich auf Kosten einheimischer Tiere und Pflanzen ausbreiten, stellen eine grosse Bedrohung dar, weil sie vielfältige ökologische Schäden verursachen bzw. zu ökonomischen Verlusten in der Landwirtschaft führen können.
Thema Jagd und Fischerei - Die Wildschweinbestände nehmen in der Schweiz zu - und mit ihnen die Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Im Umgang mit Konfliktarten wie etwa Luchs oder Wolf ist ein guter Herdenschutz wichtig.

Fachkontakt: info@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2012

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Fachstellen

Magazin «umwelt»

Freihandelsabkommen Schweiz-EU im Agrar- und Lebensmittelbereich FHAL

Integrationsbüro EDA/EVD: Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, Produktsicherheit und öffentliche Gesundheit (externer Link, neues Fenster)  - Bilaterales Dossier Schweiz-EU des eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA und des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements EVD


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