Kohlendioxid (CO2) macht 85% der gesamten Schweizer Treibhausgasemissionen aus. Es entsteht bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas. Rund 44% der CO2-Emissionen werden durch die Verbrennung von Treibstoffen (Benzin, Diesel) verursacht, die übrigen 56% entstehen bei der Verwendung von Brennstoffen (Heizöl, Erdgas) in Privathaushalten, Gewerbe und Industrie.
Anhand der CO2-Gesamtemissionen kann bewertet werden, ob die Vorgaben des CO2-Gesetzes eingehalten werden können.
Seit 1998 stagnieren die CO2-Emissionen auf hohem Niveau im Bereich des Referenzwertes von 1990. Dabei wird die Reduktion der Brennstoff-Emissionen durch den Anstieg der Treibstoff-Emissionen kompensiert. Der prozentuale Anteil der Treibstoffe stieg zwischen 1990 und 2010 von 38% auf 44% der Gesamtemissionen. Im Jahr 2007 fielen die Brennstoff-Emissionen rapide ab. Dennoch lagen die CO2-Gesamtemissionen im Jahr 2010 mit 96.8% des Referenzwertes von 1990 deutlich über dem Zielwert des CO2-Gesetzes, wonach in den Jahren 2008 bis 2012 die durchschnittlichen Gesamtemissionen gegenüber 1990 um 10% reduziert werden sollen. Durch den Kauf von ausländischen Emissionszertifikaten, eine merkliche Abnahme der Brennstoff-Emissionen und konstante Emissionen bei den Treibstoffen könnte das Ziel noch knapp erreicht werden. Allerdings deuten die neusten Prognosen darauf hin, dass die Zielerreichung gefährdet ist. Die Unsicherheit in den Prognosen ist allerdings nach wie vor gross. Deshalb werden sowohl der Zustand als auch die Entwicklung als negativ beurteilt.
Im CO2-Gesetz wurden separate Ziele für Brenn- und Treibstoffe festgesetzt. In der Periode 2008-2012 sollen die Treibstoffemissionen um 8% und die Brennstoffemissionen um 15% reduziert werden.
Die Brennstoffemissionen liegen insbesondere seit 2007 deutlich unter den Werten von 1990. Es wird erwartet, dass die 2008 eingeführte CO2-Abgabe auf Brennstoffe und deren Teilzweckbindung für das nationale Gebäudeprogramm zu einer weiteren Abnahme der Brennstoffemissionen führen wird. Das Reduktionsziel von -15% könnte erreicht werden, sofern die Massnahmen die erwarteten Wirkungen zeigen. Der Zustand ist daher neutral zu bewerten, die Entwicklung verläuft in den letzten Jahren positiv.
Hingegen haben die Treibstoffemissionen seit ca. 1996 merklich zugenommen und liegen wesentlich über den Werten von 1990. Auf Treibstoffen wird keine CO2-Abgabe erhoben, sondern der „Klimarappen“. Die Stiftung Klimarappen setzt die Mittel ein, um Emissionszertifikate im Umfang von insgesamt 10 Mio. Tonnen auf dem internationalen Markt einzukaufen und Emissionsreduktionen im Umfang von 2 Mio. Tonnen in der Schweiz zu realisieren. Selbst unter Anrechnung der Leistungen der Stiftung Klimarappen wird das Reduktionsziel von -8% im Treibstoffbereich nicht erreicht werden. Der Zustand sowie die Entwicklung sind daher negativ zu bewerten.
Die CO2-Emissionen gemäss CO2-Gesetz erhält man durch Aufsummieren der Einzelemissionen aller Treib- und Brennstoffe. Diese berechnen sich nach der Formel: Emission = Jahresleistung * Emissionsfaktor. Die Jahresleistung (Aktivitätsrate) gibt das Ausmass einer Tätigkeit an, hier den jährlichen Verbrauch eines Brennstoffs (z.B. Heizöl, Erdgas) oderTreibstoffs (z.B. Diesel, Benzin, Kerosin, Flugbenzin). Brennstoffemissionen werden bei dieser Berechnung klimakorrigiert, um den Einfluss von Witterungsschwankungen auszugleichen.
Datenquelle ist die Gesamtenergiestatistik des Bundesamtes für Energie. Bei methodischen Änderungen, verbesserter Ausgangsdatenlage oder der rückwirkenden Korrektur von Fehlern erfolgt eine Neuberechnung der gesamten Zeitreihe (sog. Recalculations).
Im Gegensatz zu den Treibhausgasemissionen, welche gemäss den Richtlinien der UNFCCC berechnet werden, unterliegen die CO2-Emissionen gemäss CO2-Gesetz anderen Systemgrenzen. Daher sind die CO2-Emissionen, welche im Treibhausgasinventar ausgewiesen werden, nicht mit denjenigen identisch, welche gemäss CO2-Gesetz relevant sind.