Holz ist eine wichtige natürliche Ressource. Der Rohstoff ist erneuerbar, klimaneutral, stofflich verwertbar und energetisch einsetzbar. Der Holzvorrat ist das stoffliche Kapital des Waldes. Holz bindet Kohlenstoff. Lokal hohe Vorräte können Hinweise auf einschichtige, wenig stabile Bestände geben, niedrige auf eine Übernutzung
Quelle: Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL): Schweizerisches Landesforstinventar
2006 betrug der Gesamtvorrat ( lebende und tote Bäume und Sträucher) 427 Mio. m3 oder im Landesdurchschnitt 365 m3/ha. Dieser Vorrat hat seit Mitte der 90er Jahre weniger zugenommen als zwischen 1985 und 1995. Bemerkenswert ist die Zunahme des Totholzvorrates.
Der Vorrat beim Laubholz hat um über 10% zugenommen, beim Nadelholz um rund 1% abgenommen. Auffallend sind die grossen Unterschiede nach Regionen und Baumarten. Gründe dafür sind der Orkan Lothar im Dezember 1999, das Trockenjahr 2003 und die Folgeschäden durch Borkenkäfer. Besonders betroffen von diesen Schäden war die Fichte. Während der gesamte Lebendvorrat auf der Alpensüdseite um 20% zugenommen hat, ist er im Mittelland um über 7% gesunken. Im gut erschlossenen Mittelland ist der Vorrat der Fichte um über 23% zurückgegangen. Auch in den Regionen Jura und Voralpen gibt es weniger Fichten. Die Fichte ( 44%), die Buche (18%) und die Tanne (15%) sind die dominierenden Baumarten im Schweizer Wald. Die Dominanz der Fichte zeigt sich vor allem in den Voralpen und in den Alpen.
Diese grossen regionalen Unterschiede zeigen, dass Fragen zum nachhaltigen Holzvorrat regional beantwortet werden müssen. Dabei gilt es jeweils zu klären, ob der Wald die gewünschten Funktionen - nämlich die Schutzfunktion, die Wohlfahrtsfunktion und die Nutzfunktion - dauernd erbringen kann.
Der ideale Vorrat richtet sich jeweils nach den standörtlichen Voraussetzungen, den ökonomischen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen sowie den daraus abgeleiteten Zielen der Kantone und insbesondere der Forstbetriebe. Anzustreben ist eine nach Baumalter und Baumarten langfristig stabile Waldstruktur.
Zur Zeit werden die geforderten Waldfunktionen erfüllt. Allerdings werden vor allem im Schutzwald des Alpenraums viele Bestände zusehends instabil, sodass mit gezielten Massnahmen die Waldstrukturen zu verbessern sind.
Der Indikator wird im Rahmen der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (Forest Europe) verwendet und ist damit europaweit vergleichbar, Der durchschnittliche Vorrat im Schweizer Wald von 365 m3/ha ist etwa gleich gross wie in vergleichbaren europäischen Ländern oder Regionen. Im österreichischen Wald beträgt der Holzvorrat 325 m3/ha, im angrenzenden Bundesland Baden-Württemberg sind es 365 m3/ha und in Bayern 403 m3/ha.
Luftbildinterpretation / Stichprobeninventur /
Die Daten zum Vorrat werden mit den Aufnahmen in den einzelnen Stichproben und der anschliessenden Modellierung bereitgestellt.