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Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR)

Seit dem 3. März 2013 gilt in der EU eine Holzhandelsverordnung, die «European Timber Regulation» (EUTR). Sie verbietet die Inverkehrsetzung von illegal geerntetem Holz und verpflichtet alle Marktteilnehmer, welche Holz und Holzerzeugnisse erstmals in der EU in Verkehr setzen, bestimmte Sorgfaltspflichten einzuhalten. Dies gilt auch für aus der Schweiz importiertes Holz und Holzprodukte. Die Einführung einer der EUTR analogen Regelung ist aus umwelt- und handelspolitischen Überlegungen sinnvoll.

Illegaler Holzeinschlag stellt ein weltweites Problem mit negativen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen dar. Zu dessen Bekämpfung haben viele Regierungen Regelungen für die Inverkehrsetzung von Holz und Holzprodukten erlassen. In der Schweiz gilt seit 2010 die Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte (SR 944.021). Diese Verordnung verpflichtet Verkäufer von Holz und Holzprodukten, die Konsumenten transparent zu Holzart und Holzherkunft (Land des Holzeinschlags) zu informieren.

Bekämpfung des illegalen Holzeinschlages

Die EU hat nun ihrerseits eine Holzhandelsverordnung erlassen (European Timber Regulation EUTR, 995/2010). Diese hat zum Ziel, den Handel mit illegal gewonnenem Holz zu bekämpfen und so die nachhaltige Waldbewirtschaftung weltweit zu unterstützen. Dies soll erreicht werden, indem die Verantwortung der Marktteilnehmer bei der Inverkehrbringung von Holz und Holzerzeugnissen gestärkt wird.

Marktteilnehmer werden zur Sorgfalt verpflichtet

Die European Timber Regulation (EUTR) gilt sowohl für in der EU geschlagenes Holz wie auch für Importe von Holz und Holzerzeugnissen. Wer ein Produkt erstmalig auf dem EU-Markt in Verkehr bringt, muss «alle gebotene Sorgfalt» walten lassen, um zu gewährleisten, dass das gehandelte Holz aus legalem Einschlag stammt. Illegaler Holzeinschlag liegt vor, wenn Holz unter Verstoss gegen die im Land des Einschlags geltenden einschlägigen Rechtsvorschriften gewonnen wird.

Marktteilnehmer, die Holz erstmals auf den EU-Markt bringen, sind zu einem Risikomanagement angehalten. Dieses umfasst drei zentrale Elemente: Information und Dokumentation, Risikobewertung sowie Risikobegrenzung.

Händler, die bereits in Verkehr gebrachtes Holz kaufen oder verkaufen, müssen nur noch die Namen ihrer Lieferanten und Kunden dokumentieren, damit das von ihnen gehandelte Holz zurückverfolgt werden kann (Faktenblatt 1: «Zentrale Elemente der EUTR»).

Kein Risiko für illegalen Holzeinschlag in der Schweiz

Holz aus dem Schweizer Wald ist bezüglich illegalem Holzeinschlag unbedenklich: Durch die flächendeckende Aufsicht und Kontrolle des Forstdienstes ist sichergestellt, dass in der Schweiz die gesetzlichen Vorschriften zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Holznutzung eingehalten und überprüft werden. Dadurch ist gewährleistet, dass das Risiko einer illegalen Holznutzung in der Schweiz vernachlässigbar ist. (Faktenblatt 2: «Schweizer Holz und die EU-Holzhandelsregulierung»)

 PDF
Faktenblatt 2 - Schweizer Holz und die EU-Holzhandelsregulierung (EUTR)
Bedeutung der Anforderungen der EUTR für die Inverkehrsetzung von Schweizer Holz im EU-Binnenmarkt
26.04.2013 | 56 KB | PDF

EUTR und die Schweiz

Alle Exporte von Holzerzeugnissen (Rohholz, Schnittholz, Holzwerkstoffe, Fertigwaren aus Holz und Papier) aus der Schweiz in die EU unterliegen der EU-Regelung. Denn eine Einfuhr aus der Schweiz in die EU kommt einer Erstinverkehrsetzung von Holz im EU-Markt gleich. Importeure in der EU müssen ihre Sorgfaltspflichten gegenüber Lieferanten aus der Schweiz beachten und werden von ihnen die nötigen Informationen verlangen. Schweizer Exporteure sollten sich daher vertraut machen mit den Sorgfaltspflichten, denen ihre Abnehmer in der EU unterworfen sind. Bedeutend ist dies für die Schweiz, da rund 90% der Schweizer Exporte von Holzerzeugnissen in die EU gehen. Gleichzeitig kommen rund 95% der Importe von Holzerzeugnissen aus dem EU-Raum.

Handelstechnische Hürden im Warenfluss zwischen der Schweiz und der EU könnten beseitigt werden, wenn die Schweiz eine Regelung schafft, welche der EU nachgebildet ist.

Die Einführung einer der EU analogen Regelung ist auch aus umweltpolitischen Gründen sinnvoll: Nur durch internationale Kooperation kann dem illegalen Holzeinschlag und den damit verbundenen Umweltrisiken entgegengewirkt werden. In der Schweizer Gesetzgebung gibt es aktuell noch keine Rechtsgrundlage, welche die Inverkehrsetzung von illegalem Holz verbietet. Konsultationen bei Verbänden der Wirtschaft, der Umwelt und bei Konsumentenschutzorganisationen haben gezeigt, dass eine Einführung einer der EU äquivalenten Regelung auf Zustimmung stösst.

Im Rahmen des Vorschlags für eine Revision des Umweltschutzgesetztes sollen deshalb Bestimmungen eingeführt werden, welche Basis für eine der EUTR analoge Regelung sind. Der Bundesrat hat die Botschaft im Februar 2014 an das Parlament verabschiedet.


Kontakt: wald@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 22.05.2014

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