Diese Ausgabe ist für Browser ohne zureichende CSS-Unterstützung gedacht und richtet sich vor allem an Sehbehinderte. Alle Inhalte sind auch mit älteren Browsern voll nutzbar. Für eine grafisch ansprechendere Ansicht verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser, wie Firefox 3 oder Internet Explorer 7
Beginn Inhaltsbereich
Liebe Leserinnen und Leser
Und schon wieder ist die Hälfte des Jahres 2012 vorbei - Zeit, eine kurze Halbjahresbilanz zu ziehen. Aus Sicht des BAFU sind wir bei Halbzeit (um im Fussballjargon zu sprechen) mit den Ergebnissen zu rund 80% zufrieden.
Die Bundesversammlung hat im März eine Änderung des Waldgesetzes in unserem Sinne beschlossen, welche die Möglichkeit für einen zeitgemässeren Umgang mit dem Ersatz bei Rodungen ermöglicht. Frau Bundesrätin Leuthard hat Anfang Juni dem Antrag des BAFU zugestimmt, den Aktionsplan Holz für weitere 4 Jahre fortzuführen. Der Aktionsplan ist das wichtigste Instrument des Bundes, um innovative Projekte im Bereich Holzbereitstellung und vor allem Holzverwertung unterstützen zu können. Die Branche hat denn auch diesen Entscheid begrüsst. Und im Forschungsprogramm Wald & Klimawandel, welches zusammen mit der WSL durchgeführt wird, wurden die Projekte für die 2. Phase genehmigt. In die Verlängerung (um beim Fussball zu bleiben) müssen wir leider mit unserem Hauptgeschäft, dem Massnahmenplan Waldpolitik 2020. Aber wir sind guten Mutes, dass wir letztlich das Penaltyschiessen für uns entscheiden werden!
Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen eine schöne Sommerzeit. Wenn man dem Siebenschläfertag Glauben schenkt, soll es ein heisser Sommer werden. Aus Waldsicht hoffen wir daher auf nicht zuviel Trockenheit und damit auch keine Waldbrände - aufgepasst am 1. August!
Rolf Manser
Es war geplant, dass der Bundesrat vor den Sommerferien den Massnahmenplan zur Waldpolitik 2020 prüft und auf dieser Basis den Auftrag erteilt, das Waldgesetz in einzelnen Punkten zu ergänzen. Insbesondere um einen besseren Zugang zur Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu ermöglichen und um die Bekämpfung von eingeschleppten Schadorganismen auch ausserhalb des Schutzwaldes unterstützen zu können. Der Bundesrat hat zusätzliche Abklärungen verlangt und wird voraussichtlich nach den Sommerferien über die Ausarbeitung einer Vernehmlassungsvorlage entscheiden.
Das BAFU wird jene Akteure einladen, die massgeblich zur Umsetzung der Waldpolitik 2020 beitragen, um die vom Bundesrat beschlossenen strategischen Ziele und den Massnahmenplan der Waldpolitik 2020 zu präsentieren und um zu diskutieren, wie diese am besten umgesetzt werden können. Der Anlass soll dem gegenseitigen Verständnis dienen und den Teilnehmenden aufzeigen, welchen Beitrag sie an die Umsetzung leisten können. Eine Einladung folgt zu gegebener Zeit.
Der Aktionsplan Holz setzt seit 2009 die Ressourcenpolitik Holz des Bundes um. Er initiiert und unterstützt Projekte zum Rohstoff Holz und seiner Verwertung. Die Direktion des Bundesamts für Umwelt BAFU hat die zweite Umsetzungsperiode 2013-2016 beschlossen, das UVEK hat diesen Entscheid gutgeheissen. Eine Evaluation des BAFU hat gezeigt, dass die Massnahmen des Aktionsplans Holz der Branche spürbare positive Impulse gegeben haben. Die Ressource Holz bietet gerade im Bereich der Ressourceneffizienz (Grüne Wirtschaft) sowie der Klima- und Energiepolitik zusätzliche Möglichkeiten. Für die Umsetzung der Ressourcenpolitik Holz stehen 4 Mio. Fr. pro Jahr zur Verfügung. Für die zweite Umsetzungsperiode wird der Aktionsplan Holz angepasst. Die relevanten Bundesstellen und Akteure werden dafür bis November 2012 einbezogen.
Im Hafengebiet bei Basel und Birsfelden haben speziell geschulte Spürhunde Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers (Anoplophora glabripennis), eines besonders gefährlichen Baumschädlings, gefunden. Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst (EPSD) hat - in Absprache mit den Wald- und Pflanzenschutzdiensten der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft - Massnahmen verfügt, um die Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Der Bund will die Kontrollen im Raum Basel personell rasch verstärken und führt eine Meldepflicht für Steinlieferungen aus dem asiatischen Raum ein.
Für die Edelkastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus), einen anderen besonders gefährlichen Schadorganismus, wurde der Internetauftritt samt Flyer anfangs Mai aufgeschaltet. Dieser winzige Schädling bedroht zunehmend auch Edelkastanien auf der Alpennordseite, weshalb der Bund zusammen mit den betroffenen Kantonen eine Bekämpfungsrichtlinie ausgearbeitet hat. Die Richtlinie wurde auf 1. Mai 2012 in Kraft gesetzt.
Am 2. März 2012 hat der Bundesrat seine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz verabschiedet. Diese setzt den Rahmen für das koordinierte Vorgehen der Bundesämter bei der Anpassung an den Klimawandel. Der erste Teil der Anpassungsstrategie enthält die Ziele, Herausforderungen und Handlungsfelder für die Anpassung. In einem zweiten Teil soll im Rahmen eines Aktionsplans aufgezeigt werden, wie die Schweiz ihre Anpassungsziele erreichen und die Herausforderungen bewältigen will. Dieser Aktionsplan soll bis Ende 2013 fertiggestellt sein.
Forschungsprogramm Wald und Klimawandel des BAFU und der WSL
2011 ist die erste Programmphase abgeschlossen worden. 2012-2015 findet die zweite Phase statt.
Synthese zur ersten Programmphase 2009-2011 und Informationen zum Projekt-Call für den Beginn der zweiten Phase mit den Themen, die in der zweiten Phase zu bearbeiten sind:
Am 25. April 2012 hat der Bundesrat die Strategie Biodiversität Schweiz verabschiedet. Diese soll die Erhaltung der Biodiversität in unserem Land langfristig sicherstellen. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wird nun bis zum Sommer 2014 zusammen mit den betroffenen Partnern zur Konkretisierung einen Aktionsplan ausarbeiten. Im Bereich der Waldbiodiversität sind die Ziele und Massnahmen abgestimmt mit der Waldpolitik 2020. Eine zentrale Stossrichtung innerhalb des Aktionsplans ist die Erarbeitung von regionalen Biodiversitätszielen für den Wald, auf Grund derer biodiversitätsspezifische Massnahmen gezielt umgesetzt werden. Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen ausgearbeitet und soll den Weg für die Biodiversitätsförderung im Schweizer Wald bis 2030 aufzeigen.
Das BAFU hat die Anhörung zur CO2-Verordnung lanciert; bis Anfang August können interessierte Kreise ihre Stellungnahme abgeben. Im vorliegenden Anhörungsentwurf sind keine Regelungen zu den CO2-Wirkungen von Wald und Holz vorgesehen. In einer Arbeitsgruppe, bestehend aus den Abteilungen Klima und Wald des BAFU sowie der LIGNUM als Branchenvertreterin, wird während des Sommers ein Vorschlag für die CO2- Senkenanrechnung von Holzprodukten erarbeitet.
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 27. Juni 2012 die Jagdverordnung revidiert. Er schafft damit die Grundlage für einen den heutigen Ansprüchen entsprechenden Umgang mit Wildtieren. Die Verordnung erweitert insbesondere die Möglichkeiten der Regulation von Wildtieren, die grosse Schäden oder erhebliche Gefährdungen verursachen. Gleichzeitig wird der Schutz der Wildtiere vor Störungen durch Freizeitaktivitäten verbessert. Die Revision tritt am 15. Juli 2012 in Kraft.
Ende Inhaltsbereich