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Edelkastaniengallwespe - Dryocosmus kuriphilus

Die Edelkastaniengallwespe ist ein gefährlicher Schadorganismus. Sie stammt aus China und befällt ausschliesslich Edelkastanien. Der Befall führt zum Absterben der Triebe, reduzierter Marronibildung und schütteren Baumkronen. Bei starkem Befall und in Kombination mit dem weitverbreiteten Kastanienrindenkrebs kann die Vitalität der befallenen Bäume langfristig beeinträchtigt werden. Um die weitere Ausbreitung der Wespe zu verhindern, sollten keine Edelkastanienbäume aus den Befallsgebieten in befallsfreie Gebiete gebracht werden.

Die Wespe wird mit befallenem Pflanzenmaterial weltweit verschleppt und wurde in der Schweiz erstmals 2009 im Tessin gefunden. Auf der Alpensüdseite und im Chablais (Wallis/Waadt) breitete sich die sehr mobile Wespe hingegen unaufhaltsam weiter aus und kommt nun sporadisch entlang des ganzen Genferseebeckens vor. Im Jahr 2014 wurde eine weitere Ausbreitung mit neuen Befallsherden auf der Alpennordseite beobachtet. Die Erfahrungen auf der Alpensüdseite haben gezeigt, dass eine Tilgung in geschlossenen Beständen nicht möglich ist.

Die Edelkastaniengallwespe ist in der Schweiz seit dem 15. Oktober 2014 nicht mehr als besonders gefährlicher Schadorganismus (bgSO) sondern nur noch als gefährlicher Schadorganismus ohne Meldepflicht (gSO) eingestuft. Es sind nach wie vor einige Gebiete der Schweiz nicht befallen und es bleibt das Ziel des BAFU, die Verbreitung dieses wichtigsten Schädlings der Edelkastanie zu überwachen und dessen Verschleppung in noch befallsfreie Gebiete möglichst zu verhindern.

Merkmale der Edelkastaniengallwespe

  • Kleine, schwarze Wespe, für Mensch und Tier ungefährlich
  • Körper (ohne Fühler) 2,5 bis 3 mm lang
  • Eiablage in Knospen (nicht sichtbar)
  • Befallene Knospen bilden beim Austrieb Gallen anstelle von Blättern, Trieben oder Blüten
  • Marroni und Nutzholz werden nicht befallen
  • Flugaktivität: Mitte Mai bis Ende Juli, Ausbreitungsdistanzen von 30 km pro Jahr oder mehr, auch durch Windverdriftung
  • Aktiv bei warmen Temperaturen

Betroffene Baumarten

  • Edelkastanie (Castanea sativa)

Anzeichen eines Befalls

  • Gallbildung an frischen Trieben im Frühjahr
  • Reduziertes Zweigwachstum und deformierte Blätter
  • Schüttere Kronen bei starkem Befall
  • Reduzierte Marronibildung

Aktuelle Befallssituation


Edelkastaniengallwespe - Befallssituation Juni 2015 Quelle: WSL, Birmensdorf

Was tun bei einem Verdacht?

So handeln Sie richtig in befallenen Gebieten Befallsgebieten (Alpensüdseite und Chablais)

Die Verschiebung aus Befallsgebieten hinaus soll verhindert werden. Isolierte, bis anhin befallsfreie Gebiete sind mit höchster Priorität befallsfrei zu halten. Um diese Ziel zu erreichen, ist auf das Einführen von Castanea-Pflanzen oder -Pflanzenteilen wo immer möglich zu verzichten.

So handeln Sie richtig in befallsfreien Gebieten

In isolierten, befallsfreien Gebieten: Möglichst keine Kastanienpflanzen oder Pflanzenteile einbringen. Wenn dies doch nötig ist, sollen die Pflanzen bis im nachfolgenden Mai auf Gallen untersucht werden und diese sofort herausgeschnitten und vernichtet werden.

Bei Befallsverdacht in bis anhin befallsfreien Gebieten: Verdächtiges Schadbild fotografieren, Gallen an Trieben und Blättern abschneiden und in einen geschlossenen Behälter einschliessen, Rasche Meldung mit Angabe von Fundort und Kontaktadresse an den kantonalen Waldschutzdienst oder an Waldschutz Schweiz.

Bekämpfung

Chemische Massnahmen sind im Kampf gegen die Edelkastaniengallwespe nicht wirksam, da die Wespenlarven im Innern der Gallen vor Insektiziden geschützt sind. Nur im Anfangsstadium der Ausbreitung können Gallen im Frühling (vor Ende Mai, ungefährer Zeitpunkt des Ausflugs der Adulten) herausgeschnitten und vernichtet werden. Wichtig ist, dass kein befallenes Pflanzenmaterial wie beispielsweise Jungpflanzen verschleppt wird.


Kontakt: wald@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 17.07.2015

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