Gefährden gesunde Nahrungsmittel die Umwelt?

Referat von Franziska Schwarz, Vizedirektorin des BAFU, vom 4. April 2018 an der Delegiertenversammlung des Zürcher Bauernverbandes in Bonnstetten 

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Regierungsräte
Sehr geehrter Präsident
Sehr geehrte Politikerinnen und Politiker
Lieber Gastgeber
Liebe Delegierte
Liebe Bäuerinnen und Landwirte

Ich muss Ihnen einfach mitteilen, dass ich sehr erfreut war, als der Zürcher Bauernverband das BAFU angefragt hatte, heute zu Ihnen zu sprechen. Was für eine grosse Ehre!

Der Titel „Gefährden gesunde Nahrungsmittel die Umwelt?“ habe ich am Anfang nicht verstanden. Was sind „gesunde Nahrungsmittel“? Ich jedenfalls habe beim Stichwort „gesunde Nahrungsmittel“ an knackige, gesunde Äpfel oder an Ruchbrot, an Vollkornreis oder Birchermüesli – also an meine Gesundheit gedacht.

Ich habe mir keinen Reim drauf machen können, wie das in den Zusammenhang mit der Umwelt gebracht werden kann. Ihr Geschäftsführer, Herr Hodel, hat mich dann aufgeklärt: Für den Zürcher Bauernverband sind „gesunde Nahrungsmittel“ Äpfel, Getreidekörner oder Kartoffeln ohne Pilz- oder Schädlingsbefall. Für Sie sind gesunde Nahrungsmittel nicht solche, die gesund machen, sondern solche die selber gesund sind.

Dass der unerwünschte Befall oft mit chemisch-synthetischen Produkten verhindert wird und diese Mittel dann Spuren in der Umwelt hinterlassen, stellt also den Zusammenhang dar.

Mit der Erklärung von Herrn Hodel ist mir dann auch der vom Zürcher Bauernverband angestrebte Inhalt meiner Rede wie Schuppen von den Augen gefallen: Möchte Ihr Verband einen Zusammenhang mit der Trinkwasserinitiative herstellen?  Ich kann mir gut vorstellen, dass die 130‘000 Unterschriften gesammelt innert 7 Monaten von einer Einzelperson ohne Verbandssupport nicht nur mich beeindruck haben.

Also – können gesunde Nahrungsmittel die Umwelt gefährden?

Wenn wir uns nun die Verfassung vor Augen führen, stellt sich eigentlich die Frage, ob mein Referat überhaupt seine Berechtigung hat.

Gemäss Art. 73 unserer Bundesverfassung heisst es:

«Bund und Kantone streben ein auf Dauer ausgewogenes Verhältnis zwischen der Natur und ihrer Erneuerungsfähigkeit einerseits und ihrer Beanspruchung durch den Menschen anderseits an.»

Auch in den Artikeln die die Landwirtschaft bzw. die Ernährungssicherheit betreffen zielen auf diese Erneuerbarkeit ab:
So bspw. Art. 104, Abs1 b:

«Der Bund sorgt dafür, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag leistet zur: Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.»

oder der nun neu hinzugekommen Art. 104a Abs 1 b:

«Zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln schafft der Bund Voraussetzungen für: eine standortangepasste und ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion.»

Also: verfassungsmässig gäbe es eigentlich gar keinen Grund, dass ich heute hier bin. Wenn diese Verfassungsbestimmungen effektiv umgesetzt würden, hätten weder das Bundesamt für Umwelt noch sämtliche kantonalen Umweltämter ihre Daseinsberechtigung.

Doch - wie genau steht es also jetzt um diese Gefährdung der Umwelt?

Tatsächlich ist die Landwirtschaft einer der wichtigsten Umweltplayer. Auf gut einem Drittel der Schweizer Landesfläche prägt und beeinflusst die Landwirtschaft - also Sie hier im Raum - unsere Böden, unsere Gewässer, die Luft, die biologische Vielfalt und das Klima durch ihr Wirken in und mit der Natur.

In seiner Gesamtschau vom 1. November letztes Jahr hat der Bundesrat deutlich gemacht, dass eine nachhaltige Landwirtschaft eine Landwirtschaft ist, die innerhalb der Grenzen der „Tragfähigkeit der Ökosysteme“ produziert. Wie dies ja auch in unserer Verfassung festgeschrieben ist.

In seinem Bericht zum Postulat Bertschy 2016 hat der Bundesrat jedoch feststellen müssen, dass sich heute die Landwirtschaft ausserhalb dieser naturgegebenen Grenzen bewegt. Die Umweltziele sind bei weitem nicht erreicht – zwar sind kleine Fortschritte erzielt worden. Insbesondere besteht grosser Handlungsbedarf in den Schlüsselbereichen Biodiversität, Ammoniak, Pflanzenschutzmitteln und Boden.

Doch lassen sie mich diesen Handlungsbedarf konkretisieren. Ich werde mich jetzt auf die drei Handlungsachsen Ammoniak, Pflanzenschutzmittel, Bodenerosion konzentrieren. Und schlussendlich werde ich Ihnen selbstverständlich auch unsere Lösungsansätze aufzeigen.

Zum Stickstoff (N) und zum Ammoniak (NH3)

Heute werden durch die Ammoniakemissionen der Schweizer Wald und die noch wenig verbleibenden natürlichen Lebensräume ausserhalb der Wälder geschädigt. Das Ammoniak schädigt die Lebensräume durch Überdüngung.

Die Lebensräume degenerieren - wertvolle Arten und Pflanzengesellschaften verschwinden.

Aus Ammoniak entstehen weiter auch sehr reaktives Klimagas (das Lachgas) sowie Nitrat, das via den Rhein die Nordsee überdüngt und dort zu starkem Algenwachstum und zu toten Gewässerzonen führt. Sie sehen - für das BAFU ist die Reduktion der Ammoniakeinträge ein zentrales Thema.

Die Landwirtschaft ist zusammen mit der Industrie und den Verkehr Hauptverursacher der schädlichen Stickstoff-Emissionen.
Die Emissionen (NOx) durch die Industrie und dem Verkehr haben in der gleichen Zeit jedoch kontinuierlich abgenommen. Aufgrund der gesetzlichen Filterpflicht seit über 30 Jahren und ohne Subventionen der öffentlichen Hand sind die Reduktionen bei Industrie und Verkehr gelungen. Und: dieser Absenkpfad schreitet kontinuierlich fort.

Im Gegensatz dazu stagnieren die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft seit bald 20 Jahren.

Und das leider trotz der Landwirtschaftssubventionen zur Senkung von diesen Emissionen. Hauptverursacher – wenn man dem so sagen kann – sind unsere Rinder. Der Rückgang bei der Ausbringung von Gülle ist leider kompensiert worden durch die Bewilligung und den Bau von neuen Laufställen ohne Ammoniakminderungsmassnahmen.

Von landwirtschaftlicher Seite wird mir immer wieder mitgeteilt, dass zwischen dem Tierwohl und den Ammoniakemissionen ein Zielkonflikt bestünde. Das sehe ich aber nicht so: In meinen Augen bestehen da vielmehr Synergien: Werden die Ställe sauber gehalten, indem Harn abfliesst und Kot häufig entfernt wird, ist dies sowohl für Tiergesundheit in den Ställen und die Artenvielfalt ausserhalb der Ställe positiv. Denken sie nur an die Klauengesundheit und die Atemluft der Tiere in den Ställen.
Das wissen Sie selber und das muss ich Ihnen nicht erzählen: für die Tiergesundheit ist die Weidehaltung am besten. Dies ist es auch für die Ammoniakminderung: die Weidehaltung ist das Beste! Sie bewirkt die geringsten Ammoniakemissionen und fördert gleichzeitig das Tierwohl.

Eigentlich verlangt das Recht schon heute die flächendeckende Umsetzung von den bekannten Emissionsminderungsmassnahmen.

Damit  können die Emissionen aus der Landwirtschaft drastisch reduziert werden. Die Modellierung der Ammoniakimmissionen nach Umsetzung der technischen Emissionsminderungsmassnahmen zeigt, dass zumindest in den tierärmeren Gebieten des Kantons Zürich die Stickstoffbelastungen der Natur massiv reduziert werden können.

Ich bin immer wieder von Ihren Kompetenzen und Ihrem Engagement beeindruckt. Sie sind für mich / für das BAFU Partnerinnen und Partner genauso wie es auch die Industrie ist.

Ihre Fachkompetenz zusammen mit der heutigen Technik und die Finanzen aus dem Landwirtschaftsbudget, denn diese stehen auch zur Verfügung machen es möglich. Also dann packen Sie es an: Ich bin überzeugt, dass Sie zusammen – ich meine Sie Zürcher Bäuerinnen und Bauern – diese zwingend notwendige Ammoniakreduktionen innert weniger Jahre erreichen können.
Jetzt möchten Sie mir allenfalls entgegnen: Ja aber – die Industrie kann doch einfach die Mehrkosten über den Produktepreis abwälzen. Da kann ich Ihnen aber mit gutem Gewissen sagen, das ist aber auch nicht so einfach und das kann sie nicht. V.a die Schweizer Industrie hat stark im Zuge des starken Franken Federn lassen müssen. Die Schweizer Industrie ist exportorientiert. Und auch in diesem Business spielt der Produktepreis eine entscheidende Rolle. Ich kann hingegen immer mehr beobachten, dass die Schweizer Industrie immer weniger Verständnis für das Bewahrende der Landwirtschafspolitik hat und immer weniger bereit ist, Abstriche zugunsten der Landwirtschaft bspw. bei den Freihandelsabkommen zu machen.

Sie wissen - so auch wie ich - dass der aktuelle Vollzug des Umweltrechts in der Landwirtschaft mangelhaft ist, nicht nur in der Luftreinhaltung, wie ich soeben gezeigt habe. Sondern leider auch beim Gewässer oder auch beim Bodenschutz. Dies gilt leider schweizweit. Ich frage mich dann dabei, ob dieser mangelhafte Vollzug des Umweltrechts Ausdruck einer gewissen Geringschätzung gegenüber dem Bauernstand ist. Traut man den Bauern - im Gegensatz zu den anderen Wirtschaftssektoren - eine umweltgerechte Produktion überhaupt nicht zu? Begegnet man den Bauern nicht auf Augenhöhe? Nimmt man sie nicht ernst?

Denn ich bin überzeugt und das stelle ich immer wieder in direkten Gesprächen mit Bauernprofis fest: Die Bäuerinnen und Bauern sind erpicht, eine Landwirtschaft innerhalb von den ökologischen Grenzen von ihrem Boden zu betreiben. Schliesslich wollen auch sie ihren Nachkommen einen gesunden Boden, saubere Gewässer und eine grosse biologische Vielfalt hinterlassen.

Nochmals: Ich bin mir ganz sicher, dass Sie - Züricherinnen und Zürcher - mit ihrem Expertenwissen, ihrer Professionalität und den aktuellen politischen Rahmenbedingungen die dringend notwendige Ammoniakreduktionen innert weniger Jahre erzielen können.

Doch leider reichen in der Schweiz Fachwissen und Wille nicht mehr überall aus. V.a. in den tierreichsten Regionen der Schweiz - diese finden sich in der Zentral- und Ost-Schweiz - ist dies nicht mehr möglich. Um Klartext zu sprechen: Dort hat es zu viele Nutztiere:

Diese Betriebe müssten eigentlich als bodenunabhängige Veredlungsbetriebe für Importfutter bezeichnen werden. Gemäss Landwirtschaftsgesetz dürften diese Betriebe eigentlich nur reduzierte oder gar keine Direktzahlungen mehr erhalten. Warum? Solche Zahlungen sind eigentlich ausschliesslich für Abgeltung der „gemeinwirtschaftliche Leistungen von bodenbewirtschaftenden bäuerlichen Betrieben“ vorgesehen.

Nun noch einige Überlegungen zu den Pflanzenschutzmitteln.

Fakten zeigen uns, dass die gesamte Natur und wirklich die gesamte Natur -  vom Boden über die Wildtiere - von Pestiziden und ihren Abbauprodukten durchdrungen ist. Erschreckt Sie das nicht? Mich schon:

Nicht nur in Bächen und im Grundwasser werden die ökotoxikologischen Werte durch zahlreiche Stoffe, die nicht ins Wasser gehören, häufig überschritten. Und wie bereits gesagt, sind Wildtiere, in unserer vermeintlich noch unversehrten Natur, mit Pestiziden belastet. Das dramatische Insektensterben und die sinkenden Vogelbestände hängen damit zusammen, Fische und Krebse sammeln diese Stoffe in ihren Körpern an, Amphibien nehmen sie über ihre Haut auf, Marder und Füchse über die Nahrung. Ein Projekt der Universität Neuenburg hat Neonicotinoide - also die hochwirksamen Insektizide - auch in Böden und Ackerkulturen auf Biobetrieben gefunden und ebenso auf Biodiversitätsförderflächen, auf denen diese Stoffe sicher nie angewendet worden sind.

Im Kanton Bern läuft zurzeit ein grosses Ressourcenprogramm zur Reduktion des PSM-Einsatzes. Wie das so oft ist, wenn man grundsätzlich etwas Gutes tun will und das Problemfeld angeht und auch dort schraubt, hat dies Auswirkungen auf einen Bereich, den man vergessen hat, in die Betrachtung mit einzubeziehen. Mit der Absicht Herbizide zu vermeiden, wurde die Bodenbearbeitung intensiviert. Das Ergebnis war, dass deutlich mehr Erosion und Bodenverdichtungen vorkommen.
Um den Titel meiner Rede nochmals in Erinnerung zu rufen: „Gefährden gesunde Nahrungsmittel die Umwelt?“

Die klare Antwort lautet „Nein“.

Und jetzt kommt das Aber: Die Produktion von Nahrungsmitteln gefährdet heute unseren Boden, unser Wasser, die Luft, das Klima und die Biodiversität.

Ich habe es in meinen Voten bereits angetönt: Ich bin mir ganz sicher, dass die Schweizer Landwirtschaft, die innerhalb der naturgegebenen Grenzen produziert und dabei Geld verdient, möglich ist. Sie ist die einzig sinnvolle! Und da bin ich mir ganz sicher - Sie sehen das auch so!

Was schwebt also dem BAFU vor bzw. was sind dazu unsere Überlegungen. Lassen Sie mich dies ausformulieren:

Durch die konsequente Standortanpassung der Landnutzung im Grünland und im Ackerbau kann eine produzierende Landwirtschaft im Rahmen ihrer ökologischen Grenze erreicht werden.

Das BAFU wird sich für entsprechende zielführende Anreize im Rahmen der AP 22+ einsetzen:

Im Grasland Schweiz ist die zunehmende Abhängigkeit der Milchproduktion von Kraftfutter eigentlich ein Widersinn. Mit dem an die Schweizer Milchkühe verfütterten Kraftfutter könnte man 2 Millionen Menschen ernähren, das sind fast 50% mehr als die Schweizer Landwirtschaft heute ernährt.

Das Ziel muss doch sein: eine nachhaltige Graslandnutzung mit angepassten Tierbeständen und Tiertypen und - die Weidenutzung könnte und muss über die Direktzahlungen besonders gefördert werden. Meinen Sie nicht auch wie ich, dass dies doch noch rentabler ist als die Hochleistungsstrategie, die den Standort überlastet?

Dass die heute bereits möglichen technischen Ammoniakminderungsmassnahmen flächendeckend umgesetzt werden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Ich bin überzeugt, dass die Gratwanderung zwischen Pestizidminimierung und bodenschonender Bearbeitung gelingt.
Mit einer guten Fruchtfolge und mit möglichst viel Bodenbedeckung ist eine PSM-Reduktion möglich. Zugleich soll der Boden möglichst wenig befahren und bearbeitet werden. Viele gute Praxisbeispiele von Ackerbau-Profis - also von Leuten wie Sie - zeigen, dass so ein gewässer- und bodenschonender Ackerbau möglich ist. Die Forschung und die Pioniere in der Praxis arbeiten an der weiteren Optimierung dieser Grundsätze.

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass wir die Verbreitung von Pestiziden und von ihren Abbauprodukten in der gesamten Umwelt, in Gewässern, Böden, Pflanzen und Tieren, in den Griff kriegen. Die Eintragspfade sind zu vielfältig, die zu behandelnden Flächen und die Anzahl der Anwender ist zu gross. Wir können höchstens eine Reduktion hinbekommen. Doch reicht das?

Erlauben Sie mir auch hier Klartext zu sprechen und nennen wir die Tatsache: Eigentlich ist die heutige Schweizer Landwirtschaft von der Chemie abhängig. Wollen Sie das - diese Abhängigkeit? Wenn sich die Schweizer Landwirtschaft von dieser Abhängigkeit lösen will und sich von dieser Chemie befreien will, haben die Grossverteiler und die Konsumenten ihren Teil beizutragen. Schliesslich stellen die Grossverteiler immer höhere Anforderungen an die optische Qualität von Gemüse und Früchten - ich bin überzeugt, dass die Konsumenten auch das immer mehr hinterfragen, je mehr Fakten ihnen dazu präsentiert werden. Ich bin auch Konsumentin - ich will das nicht und noch weniger will ich solche Produkte meinen Kindern auftischen.
Und noch ein Gedanke meinerseits: Würden ähnlich viel Ressourcen in die Entwicklung einer weitgehend Pestizid-freien Landwirtschaft investiert wie heute in die Entwicklung und Zulassung neuer chemisch-synthetischer Produkte, könnte das Ziel innert 10 Jahren weitgehend erreicht werden.

Jetzt bin ich schon lange am Reden. Erlauben Sie mir noch einen Ausblick:

Wir alle wissen es, die heutige Agrarpolitik birgt massives Optimierungspotenzial. Die Zukunft liegt beim Betrieb, der alle Nachhaltigkeitsdimensionen ausgewogen berücksichtigt. Als BAFU-Vertreterin steht die Ökologie zwar im Vordergrund. Doch was schwebt mir für die Zukunft vor: mehr Ökologie, aber nicht auf Kosten der Netto-Produktion - wie Sie vielleicht von mir erwarten würden - sondern auch mehr Einkommen, nicht primär dank höherer Ökobeiträge, sondern ebenso dank Kostensenkung durch bessere Ressourceneffizienz aufgrund optimaler Standortanpassung. Das BAFU hat mit diesem Ansatz bereits auch in der Praxis gute Erfahrungen gemacht.

Zu dem allem kommt eine wesentliche Straffung und Vereinfachung des Direktzahlungssystems sowie für die Stärkung der Beratung zur Nutzung der Synergiepotentiale von Ökonomie und Ökologie.

 „Vereinfachung“ ist nicht nur für die Landwirte, sondern auch für das BAFU ein zentraler Schlüsselbegriff:
Das BAFU nimmt die Forderung der Bauern nach Vereinfachung sehr ernst! Tatsächlich nämlich zermürben die immer weiter zunehmenden und oft ändernden Vorschriften und Kontrollen die Bauern und sie verletzen den Stolz des Profis. Ökologie kann nicht über Polizeimethoden erzwungen werden. Das geht nur mit Überzeugung.

Die AP 22+ ist die Chance für die Bauern für mehr Einkommen durch bessere Ressourceneffizient mit mehr Ökologie und das noch administrativ vereinfacht.

Jetzt denken Sie, ich hätte Ihnen die Eierlegendewollmilchsau aufgetischt – nein!

Glauben Sie mir, dem ist nicht so. Das BAFU-Team hat einen Vorschlag zur Vereinfachung des Direktzahlungssystems erarbeitet.
Unser Konzept haben wir 3xV genannt:

Die 3 Vs stehen für Verantwortung – Vertrauen – Vereinfachung

Was schwebt uns also vor:

Der Landwirt/die Landwirtin, die - als Profi und Unternehmerin - durch eine standortangepasste und ressourceneffiziente Landnutzung Verantwortung übernimmt, verdient Vertrauen. Dies soll auch honoriert werden und zwar nicht nur mit deutlich mehr Direktzahlungen, sondern vor allem - und das scheint mir das Wesentliche - sollen diesen Bäuerinnen und Bauern sehr viel mehr Freiheiten gewährt werden. Das BAFU möchte für diese Betriebe die ÖLN-Anforderungen und damit die entsprechenden Kontrollen wesentlich reduzieren.

So kann AP 22+ ein WinWin für die Bauern und für die Ökologie werden. Das müsste sie doch eigentlich motivieren - meine Damen und Herren.

Sehr gerne würde ich, mit meinem Team, unsere Überlegungen ihrem Verband erläutern und mit Ihnen eine Diskussion starten. Denkbar wären beispielsweise auch Pilotprojekte mit interessierten Betrieben.

Ich fasse mein Gesagtes zusammen:
Gesunde Nahrungsmittel aus einer gesunden Umwelt - das ist der Trumpf der Schweizer Landwirtschaft!

Die Reduktion der Ammoniakemissionen, des Pestizideinsatzes - also grundsätzlich das Erreichen der Umweltziele Landwirtschaft sind der Beweis, dass die Schweizer Bauern innerhalb der Tragfähigkeit der Ökosysteme produzieren. Heute sind wir leider noch weit entfernt davon.

Milch von glücklichen Kühen auf der Weide, eine vielfältige Biodiversität mit Feldlerchen, Wieseln, Schmetterlingen und vielen verschiedenen Pflanzen sowie sauberes Wasser sind die Garanten für den nachhaltigen Erfolg der Landwirtschaft in der modernen, städtisch geprägten Gesellschaft.

Die AP 22+ ist die Chance Verpasstes nachzuholen und das System massiv zu verbessern. Unterstützen wir uns gegenseitig und dies Zugunsten von allen - von Ihnen, der Ökologie und der künftigen Generationen. Es ist meine volle Überzeugung, dass wir gemeinsam unser Ziel - gesunde Nahrungsmittel aus einer gesunden Umwelt für eine gesunde Bevölkerung - erreichen können. 

Vielen Dank! 

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Letzte Änderung 06.04.2018

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