Fachtagung «Anpassung an den Klimawandel – wie kann sie gelingen?»

Rede von Katrin Schneeberger, Direktorin BAFU, zum Abschluss der 2. Phase des Pilotprogramms «Anpassung an den Klimawandel» des Bundes vom 16. Mai 2023 im Kornhausforum Bern.

Liebe Anwesende

Ich bin beeindruckt. Was für eine Fülle an Lösungen! Was für eine geballte Ladung an Kompetenz! Ich danke Ihnen für Ihr Engagement für eine «klimaangepasste Zukunft». Ihr Engagement lohnt sich: Es geht um nichts weniger als um unsere künftige Lebensqualität. Es geht um unsere Lebensgrundlagen.

Heute schliessen wir das Pilotprogramm ab. Für mich ist – oder besser: war – das Pilotprogramm ein Modellfall, wie man über die Departementsgrenzen und Verwaltungsebenen hinweg zusammenarbeitet und gemeinsam und pragmatisch zu umsetzbaren Lösungen kommt.

Aber ganz wichtig: Wir schliessen heute nicht nur ab. Wir brechen auch auf. In eine nächste Phase der Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz. Dafür setzen wir uns alle heute und in Zukunft ein. Das ist viel Arbeit. Aber sie lohnt sich. 

Von der heutigen Tagung nehme ich vor allem folgende Punkte mit:

  • Wir sind in der Lage abzuschätzen, was auf uns zukommt. Wir sind nicht im Blindflug.
  • Wir müssen uns auf neue und grössere Herausforderungen einstellen und ausrichten.
  • Die Risikolandschaft verändert sich, und das schneller als viele dachten.

Das BAFU möchte deshalb das bisherige Pilotprogramm in zwei Richtungen weiterentwickeln und verstetigen:

  • Einerseits zu einem Instrument für weitere, gezielte Innovationen, zu einem «Innovationsprogramm». Denn es braucht Vertiefung in den thematischen Clustern. Aber auch Arbeiten an neuen Handlungsfeldern. Beispiele sind die Entwicklung von Schwammstadtkonzepten zur Vermeidung von Hochwasserschäden durch Oberflächenabfluss oder Regenwassernutzung bei Trockenheit.
  • Andererseits zeigt sich immer mehr, dass es auch Mittel und Wege braucht, um die entwickelten und erfolgreich erprobten Lösungen weiter umzusetzen und in die Breite zu tragen, sie «auszurollen». Ein «Umsetzungsprogramm» sozusagen. Innovations- und Umsetzungsprogramm – beides prüfen wir aktuell.

La votation du 18 juin sur la loi sur la protection du climat constitue un tournant important. Avec cette loi, le Conseil fédéral et le Parlement veulent renforcer la protection du climat et rendre la Suisse moins dépendante des importations d'énergie. Pour ce faire, le projet de loi fixe des directives de réduction pour les secteurs du bâtiment, des transports et de l'industrie. Au final, la Suisse devrait atteindre la neutralité climatique d'ici 2050.

Anlässlich der heutigen Tagung besonders erwähnenswert ist Artikel 8 der Vorlage: Dort steht sinngemäss, dass Bund und Kantone gemeinsam Massnahmen zum Schutz von Mensch und Natur vor den Folgen des Klimawandels ergreifen sollen. Das Klimaschutzgesetz stärkt also die Anpassung an den Klimawandel.

Bei all dem: Vergessen wir nicht die wichtigste aller Anpassungsmassnahmen – die Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses, die Wurzel des Problems. Die jüngsten Zahlen des Inventars zeigen für das Jahr 2020 einen Anstieg des THG-Ausstosses. Wir sollten aber auf einem Absenkpfad sein. Wir müssen die Treibhausgas-Emissionen markant reduzieren. Denn, und das haben wir heute auch gelernt: Anpassung hat ihre Grenzen.

Il faut donc les deux : un cadre juridique qui vise à atténuer le changement climatique. Et des mesures d'adaptation concrètes sur le terrain. C'est précisément pour cela que le programme pilote est un excellent exemple : nous pouvons en tirer de nombreux enseignements pour l'avenir, aussi sur la coopération de chacun.

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Letzte Änderung 16.05.2023

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