Medienkonferenz «Kehrichtsackanalyse» 21.11.2023

Rede von Katrin Schneebreger, Direktorin des BAFU, anlässlich der Medienkonferenz zur Kehrichtsackanalyse im Kursaal Bern am 21. November 2023.

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich freue mich, Sie heute zu unserer Medienkonferenz begrüssen zu dürfen. Vor genau einem Jahr waren einige von Ihnen im Recycling-Center Perlen dabei, als wir die Arbeiten für die neue BAFU-Abfallanalyse – die fünfte ihrer Art – gestartet haben.

Ein Müllsack füllt sich einfach und rasch: Türchen auf, Müll rein, Türchen zu. Etwas ganz anderes ist es, volle Abfallsäcke zu sortieren, um zu sehen, was da alles reingestopft wurde. Das haben fleissige Helferinnen und Helfer für uns getan. Es war nicht die angenehmste aller Arbeiten, wie Sie den Videobildern entnehmen können – den Geruch ersparen wir Ihnen heute. Dank dieser Arbeit haben wir ein repräsentatives Bild davon, was in der Schweiz alles im Abfallkübel landet.

Die Erkenntnisse dazu liefert Ihnen gleich Michel Monteil, der Chef der Abteilung Abfall und Rohstoffe beim BAFU.

Ich möchte nicht vorgreifen, aber:  

Le bilan est mitigé. Par rapport à la dernière analyse, la quantité d'ordures ménagères par personne a diminué, grâce à de gros efforts à tous les niveaux pour promouvoir le recyclage. C'est encourageant. Mais nous n'avons pas encore atteint notre objectif.

Nicht am Ziel sind wir insbesondere bei der Verschwendung von Lebensmitteln.

Unsere Analyse hat gezeigt, dass eine Person im Durchschnitt pro Jahr etwa 50 kg Lebensmittel in den Kehricht wirft. Das ist die Menge Lebensmittel, die Sie auf diesem Tisch sehen. 27 kg davon sind Lebensmittel wie Milchprodukte, Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch. Kleine Mengen? Überhaupt nicht. Das sind – für die ganze Schweiz – fast 450’000 Tonnen Lebensmittel, die jedes Jahr im Kehricht landen. Hinzu kommen noch jene Lebensmittel, die im Grüngut, auf dem Hauskompost, im WC oder als Tierfutter enden. Ein «Lebensmittel-Berg», der die Umwelt und das Klima belastet.

Jedes Mütschli und jedes Joghurt, das ungegessen im Müll landet, wurde mit Rohstoffen, Arbeit und Energie produziert. Wenn wir es achtlos in der KVA verbrennen, verbrennen wir gleichzeitig Geld und Ressourcen.

Gerade in einem ressourcenarmen Land wie der Schweiz ist es besonders wichtig, sich dessen bewusst zu sein. Abfälle bestehen nicht nur aus Müll. Vieles ist einfach zu wertvoll, um verbrannt zu werden.

Es ist in unser aller Interesse, Wirtschaft und Private, die Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Denn wir schonen damit unser Portemonnaie, unsere Umwelt und das Klima.

Schon die Änderung einer kleinen Gewohnheit wie zum Beispiel der Verzehr eines Joghurts ein paar Tage nach Ablauf des Verfallsdatums – selbstverständlich nur solange es noch gut ist. Auch der Einwurf von Papier in die Altpapiersammlung kann eine grosse Wirkung erzielen und helfen, Müll zu vermieden.

Und hier sind die Ergebnisse der Abfall-Analyse 2022 ermutigend: Immer weniger Abfall und Lebensmittel landen im Kehrichtsack. Der Anteil an Glas und Papier, aber auch an Plastik hat abgenommen. Das sind wichtige Erfolge, die zeigen, dass die beschlossenen und umgesetzten Massnahmen wirken. Ich denke dabei insbesondere an die Einführung der Abfallsackgebühr oder den Ausbau von Sammel- und Recyclingsystemen.

Notre système de gestion des déchets fonctionne bien et nous atteignons des taux de recyclage élevés. Cela réduit considérablement l'impact des déchets sur l'environnement : en moyenne, nous économisons ainsi 500'000 tonnes de CO2 par an. Cela représente 183'000 vols autour de la terre !

Das ist eine positive Entwicklung. Wir sind also auf dem richtigen Weg, und es motiviert, weiter zu gehen. Wenn Behörden, Gesellschaft und Wirtschaft noch besser zusammenarbeiten, können deutlich mehr Abfälle vermieden und Wertstoffe wieder verwendet werden. Karton oder Glas sind nur einige Beispiele für Abfälle, die wiederverwendet werden können: alter Karton wird zu einer neuen Kiste, aus altem Glas wird eine neue Weinflasche. Daran arbeiten wir weiter: Die bestehenden Materialien und Produkte müssen so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Nur auf diese Weise wird der Lebenszyklus der Produkte verlängert. Dieses Ziel verfolgt auch die parlamentarische Initiative «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken», die im Moment bei der UREK-S ist. Und das gleiche Ziel hat auch das BAFU, für das die Förderung der Kreislaufwirtschaft ist und bleibt ein Fokus. Die neue Analyse der Kehrichtzusammensetzung hilft uns dabei. Sie liefert das Wissen, damit wir Massnahmen im Bereich Abfall und Recycling verbessern und neu gestalten können.

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Letzte Änderung 16.11.2023

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