Die neuen Umweltberichte: Mehr als nackte Zahlen

Im Jahr 2015 fungiert zum ersten Mal der Bundesrat als Herausgeber des Umweltberichts. Dies, weil er per Juni 2014 Änderungen im Schweizer Umweltschutzgesetz erlassen hat, die mit dem Beitritt zur Aarhus-Konvention verbunden sind. Damit stellt die Exekutive der Öffentlichkeit umfassende und breit abgestützte Informationen über den Zustand der Umwelt bereit.

Text: Lucienne Rey

Wer wissen möchte, wie sich die zentralen Kenngrössen der Umwelt in den letzten Jahrzehnten verändert haben, vertieft sich am besten in einen der Umweltberichte, die seit 1990 regelmässig erscheinen: Informationen über den Anteil biologisch bewirtschafteter Landwirtschaftsflächen und die Entwicklung der Biodiversität sind darin ebenso zu finden wie Angaben zum Material- und Energieverbrauch der Schweizer Bevölkerung und generell Zahlen zum Zustand von Boden, Luft und Wasser. Anhand von Indikatoren, die mit Piktogrammen in der Symbolik von Verkehrsampeln versehen sind, lässt sich auf einen Blick erkennen, ob Veränderungen im grünen Bereich liegen, das heisst zum Guten stattgefunden haben, oder ob ungeachtet der Anstrengungen der Negativtrend anhält und die Ampel auf Rot steht.

Cover Umweltbericht 2015

Neu ein Bericht des Bundesrates

Mit der Ratifikation der Aarhus-Konvention durch das Parlament im Jahr 2013 hat sich die Schweiz verpflichtet, mindestens alle vier Jahre einen Rechenschaftsbericht über den Zustand der Umwelt vorzulegen. Seit 2007 gab das BAFU, teilweise gemeinsam mit dem Bundesamt für Statistik (BFS), in jedem zweiten Jahr einen Umweltbericht für unser Land heraus. Mit dem Bericht «Umwelt Schweiz 2015» nimmt erstmals der Bundesrat diese Aufgabe wahr. Und weil nun die Exekutive als Herausgeberin des Berichts auftritt, muss dieser entsprechend breit abgestützt sein. So gab es denn eine offizielle Ämterkonsultation bei allen involvierten Stellen des Bundes. «Damit stellten sich für das ganze Autorenteam neue Herausforderungen», erklärt Brigitte Reutter, stellvertretende Leiterin der Sektion Umweltbeobachtung im BAFU. «Es arbeiteten fast 100 Personen am Bericht, die sich untereinander abstimmen mussten.»

Der Bericht legt Wert auf eine lesefreundliche Sprache, denn schliesslich richtet er sich auch an ein breiteres Publikum. «Die Tonalität musste angepasst werden», bestätigt Brigitte Reutter. Auch der Illustration kommt eine prominentere Stellung zu als bisher: Neu brechen neben den Säulen- und Kurvendiagrammen auch Fotos, die die ganze Breite der Umweltthematik in künstlerischer Form widerspiegeln, die grafische Strenge des Erscheinungsbildes auf.

Umweltbericht EUA 2015
Umweltbericht EUA 2015

In die internationale Berichterstattung eingebettet

Künftig wird der Bericht «Umwelt Schweiz» nicht mehr wie bisher alle zwei, sondern nur noch alle vier Jahre erscheinen. «Wir haben festgestellt, dass sich in zwei Jahren nicht allzu viel ändert», erklärt Brigitte Reutter. Der Vierjahresrhythmus genügt auch den Vorgaben der Aarhus-Konvention. Die Europäische Umweltagentur (EUA) gibt alle fünf Jahre einen Umweltbericht heraus und setzt unter anderem die schweizerischen Daten in einen europäischen Kontext. 2015 erscheinen gleich zwei Berichte: der schweizerische Umweltbericht im Januar und der europäische im April. Sie liefern so in unterschiedlichem Massstab eine Gesamtsicht für die Beurteilung der vielfältigen Auswirkungen, die unsere Lebens- und Wirtschaftsweise für die Umwelt zur Folge hat.

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Letzte Änderung 11.02.2015

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