Altlastenbearbeitung auf Kurs

Editorial von Gérard Poffet, Vizedirektor BAFU

Gérard Poffet, Vizedirektor
Gérard Poffet, Vizedirektor

Als im Juni 2015 in der Aargauer Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) die letzten Schaufeln giftigen Materials ausgebaggert wurden, war dies den meisten Schweizer Medien einen Beitrag wert. Das ist verständlich und erfreulich.

Verständlich, weil die Bevölkerung stark für das Thema «Altlasten» sensibilisiert ist. Belastete Standorte gibt es in der ganzen Schweiz, und alle von uns kennen in der eigenen Umgebung eine stillgelegte Kehrichtdeponie oder einen Schiessstand.

Erfreulich ist das Interesse der Öffentlichkeit, weil es eine Anerkennung der grossen und unter schwierigsten Bedingungen geleisteten Sanierungsarbeiten bedeutet. Doch der eigentliche Grund zur Genugtuung ist, dass der baldige Abschluss der Sanierung der SMDK, der grössten Altlast der Schweiz, stellvertretend für einen grossen Erfolg in der heutigen Umweltpolitik steht: Nach gut 15 Jahren Altlastenbearbeitung und -sanierung ist bald die Hälfte des Weges geschafft. Die Bestandsaufnahmen der belasteten Standorte und rund die Hälfte der Untersuchungen sind abgeschlossen, fast 1000 der geschätzten 4000 Altlasten bereits saniert.

Die Schweiz kann stolz sein auf diese Erfolgsgeschichte, an der die Kantone und die verantwortlichen Bundesämter mit ihrem Engagement wesentlich mitgeschrieben haben. Doch nun braucht es weitere Anstrengungen, um das grosse Aufräumen wie vorgesehen bis im Jahr 2040 abzuschliessen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn nicht nur ist die Finanzierung dieser Generationenaufgabe aufgegleist, mit jedem Projekt wächst auch das Wissen, das für die erfolgreiche Bearbeitung und Sanierung der Altlasten zentral ist.

Im Zusammenhang mit Altlasten ist oft von der Hypothek die Rede, die uns eine vorangehende Generation mit ihrem Abfall hinterlassen hat. Das Bild ist nicht falsch, denn tatsächlich liegt es an unserer Generation, diese Hypothek abzutragen. Doch wir sollten uns hüten, die Schuld für diese aufwendige und kostspielige Hinterlassenschaft leichtfertig unseren Vorgängern in die Schuhe zu schieben. In den meisten Fällen war der legere Umgang mit Abfall nicht etwa illegal, sondern gehorchte schlicht der gängigen Praxis.

Vor allem aber sollten wir uns im Klaren sein, dass auch wir unseren Nachfahren grosse Umweltsorgen aufbürden - von den weiterhin steigenden Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre bis zum Plastikmüll im Meer.

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Letzte Änderung 25.11.2015

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