Ausgangslage und Ziel von ChloroNet

Chlorierte Lösungsmittel gehören nicht ins Trinkwasser. Das nationale Projekt ChloroNet sichert den richtigen Umgang mit Altlasten.

Seit 1920 sind chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) in der Schweiz in teilweise grossen Mengen verwendet worden: für die Reinigung von Textilien, für das Entfetten von Metallteilen, als Lösungsmittel, als Reinigungsmittel, ferner z.B. bei der Papierproduktion oder Tierkörperverwertung.

Durch die sehr breite Verwendung sind an zahlreichen Standorten Altlasten entstanden. Zudem lagern CKW-haltige Produktionsabfälle in Deponien.

Die Fachleute sind sich heute einig: Ins Erdreich versickerte chlorierte Lösungsmittel sind eine ernste Gefahr fürs Grundwasser, insbesondere weil auch Trinkwasserfassungen betroffen sind.

Die Generation von heute steht in der Verantwortung, die rund 4000 Altlasten in den nächsten 25 Jahren schrittweise zu sanieren und damit Wasser, Boden und Luft zu schützen. Auf diese Weise lässt sich brachliegendes Industrieland von Verunreinigungen befreien und einer neuen sinnvollen Nutzung zuführen.

Nationale Plattform, die das nötige Wissen bereitstellt

Was es braucht, ist ein koordiniertes Vorgehen, das

  • die Fachleute aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringt
  • gemeinsame Strategien entwickelt
  • die Standortinhaber über Handlungsmöglichkeiten informiert
  • für Politik und Bevölkerung verlässliche Informationen bereithält.

Der Bund und erste Kantone haben sich darauf geeinigt, ab 2007 in der Schweiz

  • das nötige Sachwissen zu fördern
  • ein wirkungsvolles Vorgehen fürs Untersuchen und Sanieren von Altlasten zu erarbeiten
  • Risiken und Krisenfälle im richtigen Masse anzusprechen
  • den Erfahrungsaustausch sicherzustellen

Ziel ist, die Altlasten mit chlorierten Lösungsmitteln genau zu charakterisieren. Dabei gilt es,

  • die Gefährlichkeit der Altlasten für die Umwelt,
  • die Dringlichkeit
  • und die voraussichtlichen Kosten für ihre Sanierung abzuschätzen.

Die eingesetzten Methoden und Techniken, mit denen Standorte genauer untersucht und wenn nötig saniert werden, sollen sicherstellen, dass die Massnahmen dauerhaft wirken und wirtschaftlich sind.

Projektschwerpunkte bringen systematisch Wissen

ChloroNet hat in einer ersten Phase (2007-2011) das aktuell verfügbare Fach- und Sachwissen zusammengestellt und die bisher angewandten Untersuchungs- und Sanierungsstrategien erhoben.

Darauf aufbauend entstanden Handlungsempfehlungen für die Vollzugsbehörden, für die Untersuchungs- und Sanierungsspezialisten sowie für die Standortinhaber.

In einer zweiten (2012-2015) und dritten Phase werden nun weitere aktuelle Fragestellungen bearbeitet, insbesondere solche im Zusammenhang mit der Festlegung von Sanierungszielen sowie der Beendung von Sanierungen.

  • Teilprojekt 1: Stoffeigenschaften
  • Teilprojekt 2: Untersuchungsstrategien
  • Teilprojekt 3: Sanierungsstrategien
  • Teilprojekt 4: Management der Risiken
  • Teilprojekt 5: Gesamtsituation der CKW-Problematik in der Schweiz
  • Teilprojekt 6: Aktualisierung, Erweiterung des Stands der Technik und Erfahrungen zur Untersuchung und Sanierung
  • Teilprojekt 7: Forschung und Entwicklung von Techniken zur Untersuchung, Beurteilung und Sanierung
  • Teilprojekt 8: Entwicklung von Lösungen zu spezifischen Vollzugsproblemen

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 10.02.2017

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/altlasten/fachinformationen/chloronet/ausgangslage-und-ziel-von-chloronet.html