Auswahl der geeigneten Sanierungstechnik

Bezogen auf die Schadstoffeigenschaften eignen sich folgende in situ-Sanierungs­techniken:

Im Folgenden sollen erste Hinweise zur Auswahl geeigneter Sanierungs­optionen gegeben werden. Ziel ist, es die wesentlichen Überlegungen zur Auswahl von Sanie­rungsvarianten in Form von Entscheidungsbäu­men nachvollziehbar darzustellen. Die dargestellten Entscheidungen führen dabei immer zu in situ-Sanierungstechniken. Selbstverständlich stehen neben den in situ-Techniken auch Techniken zur Verfü­gung, die einen Bodenaushub erfordern. Kriterien zur Entscheidung zwischen den Techniken sind unter In situ- und on site-/off site-Verfahren zur Dekontamination zu finden.

Wesentlich für einen gezielten Einsatz der in situ-Sanierungstechniken sind folgende Kenntnisse: 

  • Art der Schadstoffe
  • Kontaminationsquelle im Untergrund
  • aktuelle Form des Vorkommens der Schadstoffe im Untergrund und
  • physiko-chemische Eigenschaften der Schadstoffe

Ausgangspunkt der Überlegungen zur Entscheidung über die Anwend­bar­keit der Sanierungstechniken sind grundsätzlich die chemisch-physi­kalischen Eigenschaften sowie das biologische Abbauverhalten des Schadstoffes im Untergrund, wie sie auch bei der Darstellung der Sa­nierungstechniken verwendet werden. Es sind dieses die Eigenschaften der

  • Mobilen Phasen
  • Wasserlöslichkeit
  • Löslichkeit in Lösungsmitteln
  • Flüchtigkeit
  • Biologischen Abbaubarkeit

Die häufig bei der Altlastensanierung anzutreffenden Stoffgruppen können hinsichtlich ihres Verhaltens wie folgt charakterisiert werden:

Verhalten

Schadstoff

Mobile
Phasen

Wasser­löslichkeit

Löslichkeit in Löse­mitteln

Flüchtigkeit

Biologische Abbau­bar­keit

MKW

kurzkettig

ja (LNAPL)

gut

gut1, 2

gut

sehr gut

langkettig

ja4 (LNAPL)

bedingt - schlecht

gut1, 2

bedingt - schlecht

bedingt - schlecht

BTEX

 

ja (LNAPL)

sehr gut

gut

(organische Lösemittel)

gut

sehr gut

LHKW

 

ja (DNAPL)

gut

gut1

gut

gut - bedingt

PAK

2- bis 4-Ring

ja5

bedingt6

gut1, 2

gering

bedingt

> 4-Ring

ja5

schlecht

bedingt1, 2

nein

nein

Schwer­metalle

nein

begrenzt7

gut3

nein

nein8

1 in organischen Lösemitteln
2 in Tensiden
3 in Säuren
4 Mobilität bei langkettigen Molekülen begrenzt
5 in der Regel als gemischte Phasen mit MKW ("Teerölphasen")
6 nur Naphthalin
7 abhängig vom pH-Wert
8 aber Bioakkumulierbarkeit

Ergänzend spielen bei der Auswahl der geeigneten Sanierungstechnik weitere Bedin­gungen eine Rolle wie die Standorteigenschaften (unter anderem auch die Geologie/Hydro­geologie), die Kosten, die Dauer der Sanierung usw.

Ein weiteres Auswahlkriterium ist die Bodenzone, in der sich die Schad­stoffe befinden. Neben der ungesättigten und der gesättigten Bodenzone spielt in vielen Sanierungsfällen der Bereich der Grundwasseroberfläche und der Kapillarsaum eine wichtige Rolle.

Weitere Entscheidungskriterien können sich auf Begleitkontaminationen, den Einsatz anderer Sanierungstechniken, auf den Standort und sons­tige Bedingungen beziehen.

Es ergeben sich anhand der dargestellten Entscheidungsbäume keine eindeutigen Hinweise auf die zu wählende Sanierungstechniken, wenn

  • die an einem Standort vorkommenden Schadstoffe über mehr als eine der darge­stellten Eigenschaften verfügen (zum Beispiel sind BTEX-Aromaten flüchtig, wasser­löslich und biologisch abbaubar)
  • die Stoffeigenschaften die genannten Eigenschaften nur bedingt er­füllen (zum Beispiel sind die PAK nur teilweise gut wasserlöslich) oder
  • mehrere Schadstoffe mit unterschiedlichen Stoffeigenschaften am Standort vor­handen sind

In derartigen Fällen sind mehrere Optionen möglich, über die dann im Rahmen weiterer Kriterien entschieden werden muss.

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Letzte Änderung 21.04.2009

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