«Das Pilotprojekt bündelt die bisherigen Erfahrungen»

Gerda Jimmy von der Abteilung Wald des BAFU ist zuständig für die Dossiers Waldbildung, Arbeitssicherheit und Wissenstransfer. umwelt wollte von ihr wissen, was das Bundesamt unternimmt, um die Gesundheit der Forstwarte und Forstwartinnen zu schützen.

Interview: Cornélia Mühlberger de Preux 

umwelt: Welches sind die Prioritäten der Bildungsstrategie Wald Schweiz?

Gerda Jimmy: Die Gesundheit fördern, überprüfen, ob sich die Bildungsinhalte mit den praktischen Bedürfnissen des Berufsstandes decken, den Nachwuchs sicherstellen und die Waldbranche vernetzen – dies sind die vier übergeordneten Ziele der Bildungsstrategie Wald des BAFU sowie weiterer in diesem Bereich tätiger Akteure. Bei den laufenden Initiativen beabsichtigen wir unter anderem, Informationen über Schadorganismen zuhanden der Grünen Berufe zu erarbeiten oder unterstützen auch ein Projekt von Silviva, bei dem sich Forstleute und Lehrpersonen begegnen können.

Gerda Jimmy
Gerda Jimmy

Was steuert das BAFU zur Gesundheitsförderung von Forstwartinnen und Forstwarten bei?

Die Strategie strebt die Förderung der Fitness, des Körperbewusstseins und einer körperschonenden Arbeitsweise sowie die Reduktion von Berufskrankheiten und Unfällen an. Im Herbst 2016 startete in der Region St. Gallen – Appenzell Ausserrhoden ein Pilotprojekt.Wir liesen uns dabei vom Walliser Modell inspirieren und von Erfahrungen, die in den Kantonen Waadt und Zürich gemacht wurden, sowie von bei der Feuerwehr oder der Polizei durchgeführten Projekten. Wir wollen nicht das Rad neu erfinden, sondern bisher gemachte Erfahrungen bündeln. In der Ostschweiz werden rund 50 Lernende im Verlaufe ihres Lehrgangs von Aufwärm- und Entspannungslektionen im Wald sowie von Sportkursen profitieren. Ausserdem werden sie anhand von Tests ihre Stärken und Schwächen eruieren und sich ein individuelles Trainingsprogramm zusammenstellen können. Ziel ist, letztlich über ein Kernprogramm zu verfügen, über ein System, das sich in allen Kantonen anwenden lässt. Für 2017 ist vorgesehen, diese Massnahmen in zwei neuen Pilotregionen einzuführen.

Was liegt Ihnen bei diesem Projekt ganz besonders am Herzen?

Wir arbeiten eng mit anderen Akteuren aus der Waldbranche und den Bereichen Bildung, Sport und Gesundheit zusammen. Es ist wichtig, dass die Partner auf allen Ebenen vom Projekt überzeugt sind. Die Ausbildungspersonen müssen die Jugendlichen auch abholen können. Ein Hinweis etwa, dass Usain Bolt sich zwei Stunden lang aufwärmt, um danach wenige Sekunden zu rennen, ist eine Art von Botschaft, die ankommt. Überdies möchten wir den Ernährungsaspekt ausbauen, und es wird auch darüber diskutiert, das Thema Tabak in das Programm aufzunehmen, denn das Rauchen ist der Ausdauer nicht gerade förderlich.

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Letzte Änderung 08.06.2017

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