Biodiversität erhalten - Magazin «umwelt» 2/2013

Dossier: Strategie Biodiversität Schweiz > Aus Zielen werden Massnahmen > Brennpunkt Gemeinde und Kanton > Die Verantwortung der Sektoren > Vorzeigeprojekte

Franziska Schwarz

Mehr Biodiversität – mehr Wohlstand für alle

Editorial von Franziska Vivica Schwarz, Vizedirektorin BAFU

Sarah Pearson

Aktionsplan Biodiversität: «Wir alle sind Teil der Strategie»

Die Arbeiten zum Aktionsplan zur Umsetzung der Strategie Biodiversität Schweiz sind in vollem Gange. Bis Mitte 2014 werden breit abgestützte Massnahmen erarbeitet. Ein Gespräch mit Sarah Pearson, Projektleiterin der Strategie Biodiversität Schweiz beim BAFU, über Chancen und Herausforderungen.

Kantonale Schutz- und Förderprogramme: Vorbild Genf

Mit einer Fülle von Instrumenten wie Inventaren, Gesetzen, Massnahmenplänen und konkreten Projekten setzt sich Genf für den Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt im Kantonsgebiet ein. Treibende Kraft ist Gilles Mulhauser, Leiter des Amtes für Natur und Landschaft. umwelt sprach mit ihm über sein Engagement und seine Visionen.

Brennpunkt Gemeinde: Biodiversität ist ein wichtiger Standortfaktor

Brennpunkt Gemeinde: Biodiversität ist ein wichtiger Standortfaktor

Die Gemeinden spielen bei der Erhaltung und Förderung der Biodiversität eine Schlüsselrolle: Hier wird Theorie zur Praxis. Bereits heute können die Kommunen auf verschiedene Werkzeuge zum Schutz von Natur und Landschaft zurückgreifen. Die Gemeinde Wohlen bei Bern hat sie erfolgreich angewendet.

Verwaiste Fundorte von Pflanzenarten verschiedener Gefährdungskategorien

Rote Listen: Stark gefährdete Arten im freien Fall

Der Biodiversitätsverlust in der Schweiz ist immer noch nicht gestoppt. Die derzeit laufende Revision der Roten Liste der Pflanzen zeigt, dass die Verbreitungsgebiete und Bestandsgrössen vieler Arten in den vergangenen drei Jahrzehnten dramatisch geschrumpft sind. Der Handlungsbedarf ist enorm.

Biodiversität und Bildung: Was wächst denn da?

Das internationale Bildungsprogramm GLOBE hat zum Ziel, Schülerinnen und Schüler zum Erforschen ihrer Umwelt anzuhalten. Die Kinder und Jugendlichen lernen so wichtige ökologische Zusammenhänge kennen. Als ein Schwerpunktthema gelten in der Schweiz gebietsfremde invasive Pflanzenarten, welche die Biodiversität bedrohen. Ein Schulbesuch zeigt: Der künftige wissenschaftliche Nachwuchs ist eifrig bei der Sache.

Schöner Lernen: Ein Schulhaus der Biodiversität

In Barbengo (TI) befindet sich unmittelbar vor dem Schulhaus der Scuola Media eine naturnahe Fläche. Als die Schüler dort ein Exemplar des vom Aussterben bedrohten Laubfrosches entdeckten, wurde das Biotop unter Schutz gestellt. Heute dient es der Mittelschule als Freiluftklassenzimmer.

Landwirtschaft: Guter Rat ist preiswert

Um die Ziele zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität im Kulturland des Talgebiets zu erreichen, braucht es dreimal mehr wertvolle Lebensräume, als heute vorhanden sind. Neben der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems könnte das landwirtschaftliche Beratungswesen dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

Waldwirtschaft: Biodiversitätsziele für den Wald

Der Bund will die biologische Vielfalt im Wald gezielt verbessern. Zurzeit erarbeiten Fachleute diesbezüglich konkrete Ziele und entsprechende Massnahmen.

Tourismus und Freizeit: Ruheinseln für Birkhühner

Freizeitmenschen auf Skis, Snowboards und Schneeschuhen können problematische Gäste im Lebensraum von Wildtieren sein - allen voran der Birkhühner. Die Einrichtung von Wildruhezonen, die Kanalisierung des Schneesportbetriebs abseits der Pisten auf markierte Routen sowie Aufklärungskampagnen tragen dazu bei, dass die Vögel den Winter unbeschadet überstehen.

Ein Panzer auf der Allmend Thun (BE) öffnet ein verlandetes Gewässer für Amphibien.

Vorbild Bund: Biodiversität im Spannungsfeld von Landesverteidigung und Natur

Militärische Areale beherbergen eine grosse Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Die Hälfte der Waffen-, Schiess- und Flugplätze ist deshalb in einem Landschaftsinventar des Bundes verzeichnet. Mit der Rolle als grösster Landbesitzer der Schweiz kommt dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) eine spezielle Verantwortung und Vorbildfunktion zu.

Biodiversitätsfreundlich leben

Viele unserer täglichen Entscheidungen und Verhaltensweisen haben Einfluss auf die Biodiversität - hierzulande und weltweit. So wird von der Schweiz aus die Ausfischung der Meere begünstigt, und durch den Import von Fleisch und Futtermitteln werden Zehntausende von Hektaren wertvollsten Tropenwalds zur Gewinnung von Weide- und Ackerland vernichtet. Wer Natur im Wohnumfeld zulässt, achtsam einkauft und auch während der Ferien die natürlichen Ressourcen nachhaltig nutzt, kann einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten.

Wirtschaft: Biodiversität als Wettbewerbsfaktor

Ob Pharmaindustrie, Landwirtschaft oder Fischerei: Zahlreiche Wirtschaftsbranchen sind auf die Erhaltung der biologischen Vielfalt angewiesen. Doch wie messen Firmen ihre eigenen Leistungen zum Schutz der Biodiversität? Eine im Auftrag des BAFU durchgeführte Studie beleuchtet die derzeitige Praxis in der Schweiz. Die Verantwortung der Unternehmen für die Biodiversität wird immer mehr zum Thema.

Das Nagoya-Protokoll: Faire Nutzung der genetischen Ressourcen

Das Nagoya-Protokoll regelt den Zugang zu genetischen Ressourcen und die gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile. Auf diese Weise werden die Staaten ermutigt, ihre Biodiversität zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.

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Letzte Änderung 22.05.2013

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Magazin Umwelt 2/2013 Biodiversität erhalten
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