umwelt unterwegs: Natur und Technik im Wechselspiel

Alte Steinbogenbrücke über die Areuse beim Wasserfall Saut du Brot (NE).
© Beat Jordi

Die Wanderung von Noiraigue (NE) im Val de Travers ans Ufer des Neuenburgersees bei Boudry folgt dem Flusslauf der Areuse, die sich während Jahrtausenden tief in die Felsformationen der Juraketten eingegraben hat. Ein unterirdischer Abfluss des Lac des Taillères im benachbarten Hochtal von La Brévine speist die ergiebige Karstquelle, welche bei Saint-Sulpice mit einer Schüttung von bis zu 10‘000 Litern pro Sekunde ans Tageslicht tritt. Das Tal der Areuse, in dem die abfliessenden Niederschläge aus einem Einzugsgebiet von rund 380 Quadratkilometern zusammenlaufen, gilt denn auch als Wasserschloss des Kantons Neuenburg. Etwa 110‘000 Personen oder fast zwei Drittel der Bevölkerung beziehen aus dieser Region ihr Trinkwasser - darunter auch die zwei grössten Städte La Chaux-de-Fonds und Neuenburg.

Die ungefähr dreistündige Schluchtwanderung bietet deshalb ein interessantes Wechselspiel von Naturspektakel und faszinierenden Einblicken in die technische Pionierzeit des 19. Jahrhunderts. Grundwasserfassungen, riesige Pumpwerke, Druckleitungen und mehrere Kraftwerkzentralen säumen den bereits 1875 erstellten, gut gesicherten Weg. Dieser erschliesst die zum Teil steil abfallenden Kalkwände - mit ihren Wasserfällen, ausgewaschenen Trögen und Spuren der Gebirgsfaltung - über mehr als 400 Treppenstufen, in den Fels gehauene Passagen und etliche Brücken.

Vor dem Eintritt in die Schlucht lohnt sich ein Blick hinauf zum imposanten Felskessel des Creux du Van, in dem neben Gämsen auch Steinböcke leben. Beide Gebiete stehen inzwischen seit Jahrzehnten unter Naturschutz, sodass sich in diesen vielfältigen Lebensräumen eine reichhaltige Flora und Fauna entwickeln konnte. So abwechslungsreich wie die Landschaft der Umgebung ist auch die Areuse-Schlucht, die sich bei Champ du Moulin von der schattigen Felsenge zu einem schmalen Tal mit saftigen Wiesen öffnet. Hier steht - etwa auf halber Wegstrecke - neben einigen Bauernhöfen und einem kleinen Naturmuseum auch das Restaurant La Truite, dessen Koch dem gleichnamigen Edelfisch die ihm gebührende Ehre erweist.

Beat Jordi

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Letzte Änderung 24.08.2016

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