Biodiversität global

Die Biodiversität erbringt für die Menschheit überlebenswichtige Leistungen. Ihr Zustand ist bedroht. Um sie zu erhalten, braucht es Massnahmen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene.

Hauptverantwortlich für den globalen Verlust von Biodiversität sind der Lebensraumverlust, die Übernutzung, Verschmutzung, invasive gebietsfremde Arten sowie der Klimawandel. Der schlechte Zustand der Biodiversität ist auf allen drei Ebenen der Ökosysteme, der Arten und der Gene sichtbar.

Ökosysteme

Weltweit werden insgesamt 1525verschiedene «Ökoregionen» beschrieben: terrestrische Regionen wie die Taiga Ostsibiriens oder die Patagonische Steppe, Süsswasserregionenwie der Baikalsee und Küsten- und Meeresregionen wie beispielsweise das Great-Barrier-Riff. Jede einzelne Ökoregion beherbergt ihrerseits verschiedenste Ökosysteme und Lebensräume. Ökosysteme ermöglichen die Existenz der Lebewesen, die in ihnen vorkommen. Sie erbringen in ihrer Gesamtheit aber auch Leistungen, von denen der Mensch profitiert. Bei einem Versuch, diese Leistungen zu beziffern, kam eine Untersuchung auf den Betrag von 33‘000 Milliarden US-Dollar pro Jahr - das 1,8-Fache des globalen Bruttosozialprodukts.

Diese Leistungen sind gefährdet. Eine von 1800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchgeführte Erhebung kommt zum Schluss, dass 60% der Leistungen, von welchen die Menschheit abhängt, bereits degradiert sind oder sich verschlechtern (Millennium Ecosystem Assessment).

Arten

GegenwärtigGegenwärtig kennt die Wissenschaft rund 1,74 Millionen Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen, wobei die tatsächliche Zahl nach Schätzungen um ein Vielfaches höher liegen könnte.

Untersuchungen von Fossilien zeigen, dass eine Art nach ihrer Entstehung zwischen 1 bis 10 Mio. Jahren existiert, bevor sie natürlicherweise wieder ausstirbt. Die natürliche jährliche Rate von aussterbenden Arten liegt bei 0.1 Arten pro eine Million Arten.rechnen. Die aktuelle Aussterberate liegt dem gegenüber 1000-mal höher.

Das Aussterben ist nur der Schlusspunkt eines Rückgangs, der sich bereits viel früher abzeichnet, wenn die Bestände einer Art zurückgehen. So zeigt die Untersuchung von 2300 Wirbeltierarten auf der ganzen Welt (Millenium Ecosystem Assessment), dass deren Populationen seit 1970 um 30% eingebrochen sind.

Auch die Roten Listen sind Beleg für den schlechten Zustand der Biodiversität: Von 85‘604untersuchten Arten müssen weltweit 28% als bedroht eingestuft werden (Kategorien «vom Aussterben bedroht», «stark gefährdet» und «gefährdet» der IUCN).

Genetische Vielfalt

Angaben zur genetischen Vielfalt basieren fast ausschliesslich auf Kenntnissen über Kultursorten und Zuchtrassen. Bei den Nutztieren müssen von 8‘200Züchtungen 16% als gefährdet eingestuft werden (Global Biodiversity Outlook 4). Bei den Kulturpflanzen wird befürchtet, dass seit Beginn des 20. Jahrhunderts sogar 75% der genetischen Vielfalt verloren gegangen sind.

Internationale Verantwortung

Die Die Schweiz und ihre Tätigkeiten haben Auswirkungen nicht nur auf die einheimische, sondern auch auf die globale Biodiversität, sei es über die Mitverantwortung für den Klimawandel, den Verbrauch von Rohstoffen oder den Konsum weltweit gehandelter Güter und Dienstleistungen.

Die Erhaltung der Biodiversität ist darum eine Herausforderung, die sowohl lokales, regionales wie globales Handeln erfordert. Das wichtigste Instrument ist dabei die Biodiversitätskonvention CBD. Sie wurde 1992 am Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro verabschiedet. Inzwischen zählen mehr als 190 Länder - unter ihnen die Schweiz - zu den Vertragsstaaten.

An ihrer 10. Konferenz der Vertragsparteien vom Oktober 2010 in Nagoya einigten sich die Vertragsparteien auf einen strategischen Plan mit 20 Zielen, die bis 2020 (einige bis 2015) erreicht werden sollen. Eines der Ziele ist es, 17% der Landfläche unter Schutz zu stellen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war die Annahme des Nagoya-Protokolls über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile (Access and Benefit Sharing, ABS).

Das Schweizer Informationssystem Biodiversität SIB ist der Beitrag der Schweiz an das globale Netzwerk des Clearing-House Mechanism (CHM) im Rahmen der CBD. Das SIB informiert über die Arbeitsprogramme der Biodiversitätskonvention sowie deren Umsetzungen auf regionaler und nationaler Ebene.

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Letzte Änderung 02.10.2018

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