Erhaltung der genetischen Vielfalt

Der Bund engagiert sich für die Erhaltung und Förderung des Sortenreichtums der Kulturpflanzen. Für die Erhaltung der genetischen Ressourcen im Wald hat das BAFU Massnahmen ergriffen. Die Schweiz hat zudem das Nagoya-Protokoll über den Zugang zu genetischen Ressourcen und den gerechten Vorteilsausgleich ratifiziert und unterstützt das Netzwerk «Swiss Barcode of Life» (SwissBOL).

Ein grosser Teil der genetischen Vielfalt bei den wildlebenden Tieren und Pflanzen wird mit den Instrumenten des Arten- und Lebensraumschutzes erhalten.

Bei den Kulturpflanzen

Der Bund engagiert sich mit dem Betrieb der nationalen Genbank bei Agroscope Changins-Wädenswil sowie mit der Umsetzung des «Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft» (NAP-PGREL) für den Schutz und die Förderung des Sortenreichtums der Kulturpflanzen. Er bezweckt, alte Sorten zu inventarisieren, zu erhalten, zu beschreiben und deren nachhaltige Nutzung zu fördern.

Im Wald

Das BAFU unterstützt und fördert Massnahmen und Projekte zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der genetischen Vielfalt im Wald:

  • Verwendung von standortgerechtem Vermehrungsgut (Samen, Jungpflanzen) für die künstliche Verjüngung der Bestände. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der nationale Kataster der Samenerntebestände (NKS) und die OECD-Normen über den Handel mit forstlichem Vermehrungsgut.
  • Die Erhaltung lokal angepasster Populationen und ihres Anpassungspotenzials in Wäldern von besonderem genetischen Interesse (BGI-Wälder).

Wälder von besonderem genetischem Interesse

Cover Wälder von besonderem genetischem Interesse. BGI-Wälder. Grundlagen, Ziele und Einrichtung. 2003. 60 S.

BGI-Wälder. Grundlagen, Ziele und Einrichtung. 2003

Vorteilsausgleich: Das Nagoya-Protokoll

Ein Grossteil der in der Schweiz genutzten genetischen Ressourcen wird im Ausland erworben. Für Industrie, Forschung und Landwirtschaft ist es deshalb wichtig, dass die genetischen Ressourcen global erhalten bleiben und der Zugang zu diesen Ressourcen auch im Ausland sichergestellt wird. Die ausgewogene und gerechte Verteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile schafft hierfür eine wichtige Grundlage.

Die Schweiz hat deshalb das im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) ausgehandelte Nagoya-Protokoll ratifiziert. Dieses regelt den Zugang zu genetischen Ressourcen. Es trägt damit zur Erhaltung der Biodiversität und der nachhaltigen Nutzung ihrer Bestandteile bei.

Die Ratifizierung des Nagoya Protokolls ermöglicht auch die Regelung des Zugangs zu den eigenen genetischen Ressourcen. Nur so kann die Schweiz an den Vorteilen teilhaben, die aus der Nutzung ihrer Ressourcen entstehen.

SwissBOL

Das Netzwerk «Swiss Barcode of Life» (SwissBOL) hat zum  Ziel, die Diversität des Lebens in der Schweiz mittels DNA-Barcoding zu erfassen. Das Wissen dient der nationalen Überwachung der Biodiversität und damit der Verbesserung der Schutzstrategien.

Das BAFU ist Partner von SwissBOL und unterstützt das Netzwerk finanziell.

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Letzte Änderung 30.06.2015

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