Invasive gebietsfremde Arten

Invasive gebietsfremde Arten können ökologische, gesundheitliche und ökonomische Schäden verursachen. Der Bund konkretisiert die Regelung des Umgangs mit diesen Organismen und koordiniert das Management von invasiven Arten auf Bundesebene, interkantonal und international.

Mit der zunehmenden Globalisierung nehmen auch der Handel, der Verkehr und das Reisen zu. Dies führt zu einer noch nie dagewesenen Homogenisierung der Biodiversität: Organismen werden über die natürlichen Grenzen hinaus transportiert.

Als gebietsfremde Arten werden Arten bezeichnet, die absichtlich oder unabsichtlich vom Menschen ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingebracht wurden.

  • Dabei heisst gebietsfremd nach Freisetzungsverordnung, dass die Arten von ausserhalb des europäischen EU/EFTA-Raums stammen.
  • Als invasiv werden gebietsfremde Arten bezeichnet, wenn sie ökologische, soziale und ökonomische Schäden verursachen.

Invasive gebietsfremde Arten können einheimische Arten verdrängen, zu Gesundheitsproblemen beim Menschen und zu ökonomischen Verlusten führen.

Ein vom BAFU herausgegebener Bericht über die gebietsfremden Arten der Schweiz listet über 800 etablierte gebietsfremde Arten auf und stellt die rund 100 Problemarten in Datenblättern vor.

Gebietsfremde Arten in der Schweiz

Cover Gebietsfremde Arten in der Schweiz

Eine Übersicht über gebietsfremde Arten und ihre Bedrohung für die biologische Vielfalt und die Wirtschaft in der Schweiz. 2006

Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten

Die im Rahmen der Erfüllung des Postulats Vogler (Po. 13.3636) erarbeitete Strategie stützt sich auf die Zielvorgaben nationaler Regelungen und internationaler Verpflichtungen, konkretisiert diese bezüglich invasive gebietsfremde Arten und zeigt die erforderlichen Massnahmen auf.

Der zugehörige Massnahmenkatalog umfasst sowohl bestehende Aktivitäten, die für die Zielerreichung der Strategie fortzuführen bzw. auszubauen sind als auch neue, zusätzliche Massnahmen, welche aufgrund bestehender Defizite aufgenommen und für die Zielerreichung zwingend erforderlich sind. Bestehende Aktivitäten dienen der Aufbereitung und Aktualisierung der Wissensgrundlagen, der Aus- und Weiterbildung sowie dem Informationsaustausch der von invasiven gebietsfremden Arten betroffenen Akteure sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene.

Zusätzlicher Handlungsbedarf für den Bund wird insbesondere bei der Harmonisierung und Anpassung bestehender Rechtsgrundlagen und der darauf abgestimmten, verbesserten Koordination der Aktivitäten von Bund, Kantonen und Dritten mit invasiven gebietsfremden Arten identifiziert.

Invasive Pflanzenarten

Japanischer Staudenknöterich
Japanischer Staudenknöterich
© F. Cordillot, BAFU
Im Auftrag des BAFU betreibt Info Flora das nationale Daten- und Informationszentrum zur Schweizer Flora. Dieses erfasst auch invasive Neophyten.

Die Listen der invasiven Neophyten der Schweiz sind ein wichtiges Werkzeug für die verschiedenen öffentlichen und privaten Akteure. Sie liefern Entscheidungshilfen und ermöglichen es, Prioritäten bei der Vorbeugung und Bekämpfung invasiver Neophyten zu setzen.

Die «Schwarze Liste» bezeichnet diejenigen invasiven Neophyten der Schweiz, die in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit oder Ökonomie Schäden verursachen. Die Ausbreitung dieser Arten muss verhindert werden.

Die «Watch List» zeigt invasive Neophyten der Schweiz, die das Potenzial haben, Schäden zu verursachen. Ihre Ausbreitung muss daher überwacht werden.

Invasive Tierarten

Das BAFU regelt zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV die Ein- und Ausfuhr von nicht einheimischen Tierarten. Diese dürfen nur gehalten aber nicht ausgesetzt werden.

Der grösste Teil der gebietsfremden Tierarten wird allerdings versehentlich eingeschleppt und verbreitet sich anschliessend von selbst.

Die Anzahl der Arten, die ökonomische Schäden anrichten können, steigt seit einigen Jahren sprunghaft an. Dazu gehören:

  • Asiatischer Laubholzbockkäfer
  • Edelkastaniengallwespe
  • Tigermücke
  • Schwarzmeergrundeln

Pilotprojekt zur Anpassung an den Klimawandel «Nationales Programm zur Überwachung der Asiatischen Tigermücke»

Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien und hat sich weltweit ausgebreitet. Seit 2003 ist sie auch im Kanton Tessin heimisch. Das Projekt erfasst das Vorkommen dieses Insekts in der Schweiz und schafft damit die Grundlagen, um das aktuelle Risikopotenzial für die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt einzuschätzen.

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Letzte Änderung 12.09.2016

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