Nachhaltige Nutzung der Biodiversität

Verschiedenste Sektoren wie die Land- und Waldwirtschaft oder der Tourismus haben einen Einfluss auf die Biodiversität, profitieren aber auch von zahlreichen Ökosystemleistungen. Nutzung, Erhaltung und Förderung der Biodiversität müssen deshalb optimal aufeinander abgestimmt sein. Die Strategie Biodiversität Schweiz verlangt einen nachhaltigen Umgang mit Biodiversität.

Das strategische Ziel 1 der Strategie Biodiversität Schweiz lautet:

«Die Nutzung von natürlichen Ressourcen und Eingriffe in diese erfolgen bis 2020 nachhaltig, so dass die Erhaltung der Ökosysteme und ihrer Leistungen sowie der Arten und der genetischen Vielfalt sichergestellt ist.»

Die Massnahmen zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität haben zwei Stossrichtungen:

  • Sie unterstützen massgeblich die Funktionsfähigkeit der ökologischen Infrastruktur, indem sie Schutzgebiete beisteuern und zur Vernetzung der natürlichen und naturnahen Lebensräume beitragen.
  • Sie stellen die Erhaltung und Förderung der Biodiversität und damit die Erbringung von Ökosystemleistungen flächendeckend und langfristig sicher, indem die ökologische Qualität der genutzten Flächen optimiert wird.

Biodiversität im Schweizer Wald

Die Biodiversität im Schweizer Wald wird von den kantonalen Forstdiensten mit einer Kombination verschiedener Instrumente gefördert. Dem BAFU obliegt die strategische Führung auf gesamtschweizerischer Ebene.

Biodiversität in der Landwirtschaft

1996 wurde der multifunktionale Auftrag für die Landwirtschaft in der Bundesverfassung verankert. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen wie der Biodiversität gehört seitdem zu den Kernaufgaben der Landwirtschaftspolitik. Das BAFU hat zusammen mit dem BLW Biodiversitätsziele für die Landwirtschaft formuliert und Flächenziele erarbeitet.

Ökologischer Ausgleich

Der ökologische Ausgleich ist ein Sammelbegriff für Massnahmen, die der Erhaltung und Wiederherstellung der Funktion der Lebensräume und ihrer Vernetzung vor allem in intensiv genutzten bzw. dicht besiedelten Landschaften dienen.

Tourismus, Sport und Freizeit in der Natur

Das BAFU setzt sich dafür ein, dass die touristische und sportbezogene Nutzung von Biodiversität und Landschaft und ihrer Ökosystemleistungen nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit erfolgt. Es prüft die Natur- und Landschaftsverträglichkeit von Seilbahnbahnprojekten, welche eine Bundeskonzession erhalten, fördert die Sensibilisierung für ein rücksichtsvolles Verhalten und unterstützt und berät die Kantone bei der Ausscheidung von Ruhezonen für Wildtiere.

Biodiversitätsfreundlicher Konsum und Wirtschaft

Ohne ausreichende Biodiversität ist eine dynamische und nachhaltige Wirtschaft langfristig nicht möglich. Der Bund arbeitet deshalb daran, die Erhaltung und Förderung der Biodiversität auch bei der Produktion von Gütern und bei der Erbringung von Dienstleistungen, im Handel und im Konsum zu verankern. Einen wichtigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden Wirtschafts- und Konsumweise und damit auch zur Erhaltung der Biodiversität liefert der Aktionsplan Grüne Wirtschaft.

Biodiversität und Naturgefahren

Das BAFU setzt sich dafür ein, dass bei Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahren wenn immer möglich Ökosysteme aufgewertet werden. Vor allem beim Schutzwald und beim Hochwasserschutz ergeben sich interessante Win-win-Situationen zwischen der Erhaltung und Förderung der Biodiversität und dem Schutz vor Naturgefahren.

Biodiversität und Energie

Energieproduktion und Biodiversitätserhaltung müssen mit den Instrumenten der Raumplanung koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Mehrere Strategien und Vollzugshilfen des Bundes zur Nutzung erneuerbarer Energien tragen dazu bei, Zielkonflikte zu minimieren.

Biodiversitätsfreundliche Nutzung von Grundstücken des Bundes

Der Bund ist der grösste Landbesitzer der Schweiz. Die Naturwerte auf dieser Fläche sollen erhalten und gefördert werden.

Jagd

Das BAFU ist für den Vollzug des eidgenössischen Jagdgesetzes zuständig. In der Schweiz existieren zwei Jagdsysteme: Die Revier- und die Patentjagd. Wer jagen will, braucht eine kantonale Jagdberechtigung.

Fischerei

Die fischereirelevanten Rechtsgrundlagen des Bundes regeln den Schutz und die Nutzung der Fischbestände und der Gewässerlebensräume. Für einige Tätigkeiten zur Verbesserung der Fischbestände können Subventionen angefordert werden. Angler, Fischereiaufseher, Berufsfischer und Fischzüchter benötigen eine Aus- oder Weiterbildung für die Ausübung ihres Hobbies oder Berufs.

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 30.06.2015

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