Biodiversität in der Landwirtschaft

1996 wurde der multifunktionale Auftrag für die Landwirtschaft in der Bundesverfassung verankert. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen wie der Biodiversität gehört seitdem zu den Kernaufgaben der Landwirtschaftspolitik. Das BAFU hat zusammen mit dem BLW Biodiversitätsziele für die Landwirtschaft formuliert und Flächenziele erarbeitet.

Für den Bezug von Direktzahlungen in der Landwirtschaft im Rahmen des ökologischen Leistungsnachweises verlangt der Bund, dass 7 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (3,5 % bei Spezialkulturen) als Biodiversitätsförderflächen (früher: ökologische Ausgleichsflächen) ausgeschieden sind.

Mit der Agrarpolitik 2014-2017 hat der Bund die Anreize zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität gestärkt. So wird im Rahmen der Direktzahlungsverordnung die biologische Qualität gefördert, indem

  • stärker nach Qualitätsstufen differenziert wird,
  • die Beiträge für qualitativ wertvolle Flächen substanziell erhöht werden ,
  • in den Bergzonen III und IV die Beitragsdegression für Flächen mit biologischer Qualität und Vernetzung aufgehoben wird.

Um die Biodiversitätsziele besser zu erreichen, werden Biodiversitätsbeiträge neu auch im Sömmerungsgebiet entrichtet.

Qualität und Vernetzung

Beim Beitrag der einzelnen Flächen zur Erhaltung der Biodiversität zeigen sich grosse Unterschiede. 2001 hat der Bund mit der Einführung der Öko-Qualitätsverordnung einen ersten Schritt gemacht, Anreize für eine qualitative Verbesserung der Flächen und eine sinnvolle Vernetzung zu schaffen.

Umweltziele

Das BAFU und das BLW haben 2008 gemeinsam Umweltziele für die Landwirtschaft (UZL) erarbeitet. Diese wurden aus Gesetzen, Verordnungen, internationalen Abkommen und Bundesratsbeschlüssen hergeleitet. Zur Erhaltung der Biodiversität in der Agrarlandschaft ist die Erreichung der UZL massgebend.

Umweltziele Landwirtschaft

Cover Umweltziele Landwirtschaft. Hergeleitet aus bestehenden rechtlichen Grundlagen. 2008. 221 S.

Hergeleitet aus bestehenden rechtlichen Grundlagen. 2008

Für die Umsetzung der UZL (Bereich Ziel- und Leitarten, Lebensräume) sind regionale, qualitative und quantitative Zielwerte wichtig. Im Auftrag von BAFU und BLW haben Forschende den aktuell vorhandenen Anteil an Flächen mit UZL-Qualität in den verschiedenen landwirtschaftlichen Zonen und den fünf Hauptregionen ermittelt. In einem weiteren Schritt wurden quantitative Zielgrössen vorgeschlagen (Soll-Anteile), die nötig sind, um die Biodiversität zu erhalten. 

Es besteht ein grosses Defizit an Flächen mit UZL-Qualität im Talgebiet und in den Bergzonen I und II.

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Letzte Änderung 30.06.2015

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