Transgene Pflanzen: Altbekannte und ein neuer Fundort in der Umwelt im Jahr 2015

03.02.2016 – Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind in der Schweiz für landwirtschaftliche, gartenbauliche oder forstwirtschaftliche Anwendungen in der Umwelt verboten. Seit 2011 führt das BAFU eine Umweltüberwachung (Monitoring) durch, um allfällige Vorkommen von GVO in der Umwelt festzustellen. Im Jahr 2015 wurden vereinzelt gentechnisch veränderte (gv) Rapspflanzen an bereits bekannten Orten gefunden, wobei auch ein neuer Standort hinzuzukam.

Raps
© Mario Waldburger

Die unkontrollierte Ausbreitung von GVO in der Umwelt ist möglichst einzudämmen, um die Kontamination von konventionellen Landwirtschaftskulturen und potenzielle Beeinträchtigungen der Biodiversität zu verhindern. Das BAFU hat, wie es die Freisetzungsverordnung (FrSV) vorsieht, zusammen mit den Kantonen ein Überwachungssystem entwickelt, um frühzeitig allfällige Vorkommen von GVO in der Umwelt festzustellen.

Auch im Jahr 2015 hat das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt (KLBS) im Auftrag des BAFU und in Zusammenarbeit mit mehreren Kantonen ein Überwachungsprogramm durchgeführt, das sich auf Standorte mit erhöhtem Risiko (Hotspots) für unbeabsichtigte Freisetzungen von Samen (Silos, Ölmühlen, Rangierbahnhöfe, Umschlagplätze) sowie auf Standorte entlang von Eisenbahnlinien konzentrierte.

Vereinzelte transgene Rapspflanzen an bekannten Standorten und ein neuer Fund von gv-Rapspflanzen

3918 Pflanzen an 57 Standorten wurden kontrolliert und auf Transgene untersucht. Es wurden insgesamt 15 gv-Rapspflanzen gefunden, wobei 8 gv-Rapspflanzen an bereits bekannten Standorten (Hafen Kleinhünigen und Bahnhof St. Johann, BS) gefunden wurden. Im Kanton Tessin konnte während der jährlichen Beprobung der Gleisabschnitte (30 x 1 km Abschnitte) ein zusätzlicher, noch nicht bekannter Standort mit gv-Rapspflanzen nachgewiesen werden.

Die laufende, durch die Kantone veranlasste Bekämpfung an allen verunreinigten Standorten stellt weiterhin sicher, dass aus den noch im Boden vorhandenen gv-Samen keine neuen überdauernden Populationen entstehen können. Der Anteil der gv-Rapspflanzen an den beiden bekannten und untersuchten Standorten im Hafen Kleinhünigen und am Bahnhof St. Johann verminderte sich von 2013 bis 2015 deutlich. Im Hafen Kleinhünigen sank der Anteil an gv-Rapspflanzen von 5.1 % auf 0.6 % (2014: 2.8 %), im Bahnhof St. Johann von 22.9 % auf 14.3 % (2014: 2 %), wobei an letzterem Standort im Jahr 2015 von insgesamt 7 beprobten Rapspflanzen nur 1 gv-Rapspflanze nachgewiesen wurde.

Vogelfutter als potentieller Eintrittspfad von GVO

Das BAFU sucht kontinuierlich nach möglichen neuen Eintrittspfaden für gentechnisch veränderte Organsimen. In einer vom BAFU beauftragten Studie konnten in diversen, im Handel erhältlichen Vogelfutterprodukten gentechnisch veränderte Samen nachgewiesen werden. Der genaue Warenfluss und die Etablierungswahrscheinlichkeit dieser Samen in der Umwelt sind Gegenstand weiterer Untersuchungen.

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Letzte Änderung 24.02.2016

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