Magazin «umwelt» 3/2016 - Landwirtschaft und Ernährung

Dossier: Dem Standort angepasste Nutztierfütterung > Landwirtschaft, die Biodiversität fördert > Innovative Verfahren der Agrikultur > Landwirtschaft und Welthandel

Schwarz Franziska, Vizedirektorin BAFU

Vom Schein und Sein

Editorial von Franziska Schwarz, Vizedirektorin BAFU

Ökonomie und Ökologie in der Landwirtschaft: «Das Bild beruht auf verklärten Projektionen»

Die heute geltenden agrarpolitischen Rahmenbedingungen behindern eine wettbewerbsfähige und ökologische Land- und Ernährungswirtschaft. «umwelt» unterhielt sich mit zwei Fachpersonen über die vielschichtigen Zusammenhänge in der hiesigen Agrarbranche.

Füttern mit eigenen Ressourcen: Die Schweiz ist ein Grasland

Die Schweizer Landwirtschaft könnte genug Milch für den Inlandbedarf liefern ohne Kraftfutterzugaben an Kühe. Weidehaltung trägt dazu bei, den Ammoniakausstoss zu mindern. Ernährungspolitische, ökologische, aber auch wirtschaftliche Argumente sprechen ebenfalls für eine grasbasierte Milchproduktion.

Waadtland: Wiese mit Dorf im Hintergrund

Monotonie im Kulturland: Biodiversitätsförderung in der Landwirtschaft

Die Intensivierung in der Landwirtschaft hat die biologische Vielfalt in den Äckern und Wiesen des Mittellandes massiv verringert und bedroht nun auch die Biodiversitäts-Hotspots im Alpenraum. Um den Trend zu brechen, hat der Bund Instrumente zur Förderung der Biodiversität weiter entwickelt.

Bauernteller: Fleisch couscous

Betriebsmodelle: Der virtuose Landwirt

Engadinerschafe züchten, Holstein-Jersey-Kühe in höher gelegenen Regionen halten, Melkroboter einführen oder auf die Vertragslandwirtschaft setzen: Die Schweizer Landwirtschaft weist heute eine enorme Formenvielfalt auf. «umwelt» hat einige Bauern und Bäuerinnen getroffen, die gegenwärtig ihren Beruf neu erfinden- gestützt auf ökologische Projekte, Direktzahlungen und Nebenerwerbstätigkeiten.

Zucht von Hühnern in einer Masthalle

Folgeprobleme des hohen Tierbestandes: Tiermast frisst Landschaft

Die Werbung lobt die hohe Qualität von Schweizer Geflügelfleisch und seine tierfreundliche Produktion. Dass die Hühner grössten Teils importiertes Futter fressen und mit ihrem Mist zu den hohen Stickstoffemissionen beitragen, ist den Konsumenten kaum bekannt. Zudem beeinträchtigen Masthallen die Landschaft.

Traktor der Zukunft

Technische Innovationen: Pioniergeist zugunsten einer umweltschonenden Landwirtschaft

Nur wenn die Schweizer Bäuerinnen und Bauern künftig naturnaher und nachhaltiger produzieren, lassen sich Umweltfolgen wie Pestizidrückstände in Gewässer verringern. Nebst der guten landwirtschaftlichen Praxis können auch technische Innovationen ökologische Probleme entschärfen

Gross- und Detailhandel: Die Macht der Genossenschaften

In den 1990er-Jahren schoben Coop und Migros als genossenschaftliche Anwälte für die Anliegen der Konsumentinnen und Konsumenten die neue Agrarpolitik an und wirkten an deren Ausgestaltung mit. Die beiden grossen Detaillisten treiben auch heute die Ausbreitung ökologischer Produkte und damit nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktionsweisen voran. Gleichzeitig sind sie auch Kundinnen der Agrargenossenschaft fenaco, die sich als Selbsthilfeorganisation der Bauern versteht.

Landwirtschaft und Welthandel: Ernährungssicherheit durch standortangepasste Landwirtschaft

Wenn die Agrargüter dort produziert werden wo die naturräumlichen Bedingungen dafür optimal sind, schont dies die Umwelt - und verhilft zugleich den am Markt beteiligten Regionen zu Arbeitsplätzen und Wohlstand. Umweltfreundliche, naturnahe Produktion ist gerade bei sich öffnenden Märkten der Trumpf der Schweizer Landwirtschaft im internationalen Wettbewerb.

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Letzte Änderung 24.08.2016

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