Porträt: Permakultur – ein Weg zum nachhaltigen Gartenparadies

26.11.2014 - Die in den 1970er-Jahren entstandene Idee der Permakultur hat sich mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung mit Tausenden von Einzelprojekten in über 160 Ländern entwickelt. Das darob gewonnene Wissen um die natürlichen Zusammenhänge ist in einer Zeit der knapper und teurer werdenden natürlichen Ressourcen ein wertvolles Kapital: sei es für den steilen Hang im Emmental, die australische Steppe oder den eigenen Garten.

Der Permakultur-Gemeinschaftsgarten SeedCity der ETH Zürich Hönggerberg: Seit 2011 bewirtschaften Studierende und Mitarbeitende zusammen mit Quartierbewohnerinnen und -bewohnern dieses Terrain.
© 4seedcity

Der Begriff Permakultur leitet sich ab von «permanent agriculture» (engl. für dauerhafte Landwirtschaft) und bezeichnet eine zukunftsfähige Form der Bodenbewirtschaftung, basierend auf einem Geflecht von Grundsätzen und Planungswerkzeugen. Die Methode orien­tiert sich an Natur und Nachhaltigkeit, erfordert wenig Unterhalt und liefert reichlich Lebensmittel und Biomasse.

Das Ziel einer jeden Permakultur ist es, langlebige, vielfältige und ertragreiche Ökosysteme zu schaffen. Das beginnt mit dem Anbau von sich gegenseitig unterstützenden Pflanzengemeinschaften und umfasst letztlich die gesamten Kreisläufe der Natur. Aus solchen Systemen entstehen Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Menschen, die in Harmonie mit­einander leben.
Vier Grundsätze sind dabei wesentlich: Die vor Ort vorhandenen Ressourcen werden effizient genutzt. So wird der Kompost sorgfältig bearbeitet, werden Wasser, Sonne und Wind bestmöglich genutzt. Vielfalt ist Trumpf. Dies bedeutet etwa Mischkultur statt Monokultur, denn je artenreicher, desto stabiler und robuster erweist sich das System. Die Vernetzung wird optimiert. Alle Elemente im Garten übernehmen mehrere Funktionen. Ein Teich beispielsweise kann das Regenwasser vom Hausdach speichern, Wasser- und Sumpfpflanzen beherbergen und schmackhaften Speise­fischen als Biotop dienen. Probleme werden kreativ gelöst. Mit verrotteten Holzschnitzeln einer gefällten Tanne lässt sich etwa ein Moorbeet für Heidelbeeren anlegen. Viele Permakulturprojekte befinden sich in Städten. Hier werden auf kleinen Flächen wie Hausgärten, Terrassen, Balkonen, Flachdächern und Wänden attraktive Lebensräume gestaltet und gute Erträge erwirtschaftet. Erstaunliche Ergebnisse erzielt die Permakultur unter extremen Klimabedingungen wie bei der Begrünung von Wüsten oder beim Obstbau in den Alpen.
Und wer selber eine Permakultur im Garten oder auf dem Balkon erfolgreich gestalten will? Dazu braucht es Pflanzenkenntnisse, Verständnis für ökologische Zusammenhänge, Kreativität und eine gute Planung, vielleicht mithilfe einer Fachperson: dem Permakultur-Designer. Und schon bald kann man sich am eigenen kleinen Paradies erfreuen.

Georg Ledergerber

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Letzte Änderung 26.11.2014

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