Bundesrat genehmigt Umweltbericht 2018

Bern, 03.12.2018 - Die Schweiz kann in der Umweltpolitik beachtliche Erfolge vorweisen und dies nicht zuletzt dank technischer Massnahmen und gesetzlicher Vorgaben. So sind etwa die Gewässer und die Luft in der Schweiz sauberer geworden. Dennoch steht die Umwelt nach wie vor unter Druck. Konsum und Produktion im Inland beanspruchen die Ressourcen insbesondere im Ausland zu stark. So lautet das Fazit des Berichts «Umwelt Schweiz 2018», den der Bundesrat am 30. November 2018 gutgeheissen hat.

Insgesamt ist die Umweltbelastung der Schweiz in den letzten 20 Jahren gesunken. Dank gesetzlicher Vorgaben und technologischer Fortschritte im Inland sind Luft und Wasser sauberer geworden. Die meisten Wälder sind heute gesund. Standorte mit Altlasten gibt es dank umfassender Sanierungsmassnahmen immer weniger. Die Schweizer Wirtschaft verbessert ihre Ressourceneffizienz laufend, indem sie Materialien gezielter einsetzt. Zudem ist es der Schweiz gelungen, den Energieverbrauch und den Ausstoss von Treibhausgasen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.

Trotz dieser Fortschritte stehen die natürlichen Ressourcen nach wie vor unter Druck. Die grössten Herausforderungen sind der wachsende Bodenverbrauch durch Siedlung und Verkehr, die Überdüngung von Ökosystemen mit Ammoniak oder Nitrat, Pflanzenschutzmittel in Böden und Gewässern und der damit verbundene Verlust an Biodiversität, die grossen Abfallmengen sowie der Klimawandel. Diese Belastungen wirken sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung sowie auf die natürlichen Lebensräume und auf die Artenvielfalt aus. Zudem verursachen sie hohe Kosten. Deshalb stellt der Bundesrat den Klimaschutz, den effizienten Ressourcenverbrauch und den Erhalt der Biodiversität ins Zentrum seiner Umweltpolitik.

Verlagerung der Umweltbelastung ins Ausland

Mit ihrem Konsum- und Produktionsverhalten überschreitet die Schweiz das für die Umwelt verträgliche Mass um mehr als das Dreifache. Ein wachsender Anteil der konsumierten Güter wird importiert oder aus Rohstoffen und Vorfabrikaten hergestellt, die nicht aus der Schweiz stammen. Drei Viertel der gesamten Umweltbelastung der Schweiz entstehen inzwischen im Ausland und beeinträchtigen dort das Klima, die Biodiversität und die Verfügbarkeit von Wasser.

Wandel der Gewohnheiten in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität

Die Umweltbelastungen lassen sich mit technischen Massnahmen allein nicht in den Griff bekommen. Notwendig ist vielmehr eine Veränderung von Konsum und Produktion, so dass Umwelt und Ressourcen geschont werden. In diese Richtung gehen auch die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der UNO. Die bedeutendsten Auswirkungen auf die Umwelt im In- und Ausland hat die Ernährung mit einem Anteil von 28 %, gefolgt vom Wohnen (24 %) und der Mobilität (12 %).

Möglichkeiten zur Verbesserung in diesen Bereichen bestehen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. Damit der Wandel gelingt, muss an verschiedenen Hebeln angesetzt werden. Dazu gehören nachhaltige Investitionen und saubere, ressourceneffiziente Technologien ebenso wie ein stärkerer Vollzug der Umweltvorschriften auf nationaler und internationaler Ebene. Grundlage dafür sind weiterhin qualitativ gute Umweltdaten. Zudem muss die Zusammenarbeit des Bundes mit der Wirtschaft, den Kantonen und den Nachbarländern verstärkt werden. Die Digitalisierung und der technologische Wandel bieten ebenfalls Chancen, um den Verbrauch an natürlichen Ressourcen, Materialien und Energie zu senken und die Effizienz auf allen Ebenen zu steigern.

Bericht «Umwelt Schweiz 2018»

Der Bericht «Umwelt Schweiz 2018» des Bundesrates gibt einen Überblick über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt in unserem Land. Er zeigt auf, welchen Einfluss die Schweiz auf den weltweiten Zustand der natürlichen Ressourcen hat, und erläutert die regionalen Unterschiede und die wichtigsten Trends, die im Mittelland, im Jura, in den Voralpen, den Alpen und auf der Alpensüdseite beobachtet werden. Der Bericht zieht ferner Bilanz über die Umsetzung der Umweltpolitik und benennt die wichtigsten Herausforderungen.

Begleitend zur Veröffentlichung des Berichts hat das BAFU eine Internetsite aufgeschaltet, die den Innovationen in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität gewidmet ist. Interessierte finden dort Informationen zum ökologischen Fussabdruck dieser Bereiche sowie konkrete Tipps zur Verkleinerung ihres persönlichen Umweltfussabdrucks.


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Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamtes für Umwelt BAFU, Tel. +41 58 462 90 00
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