Klimaschutz und Wohlstand lassen sich verbinden

Editorial von Doris Leuthard

Portrait Doris Leuthard
Bundesrätin Doris Leuthard
© Vanina Moreillon

Die Fakten vor der Weltklimakonferenz in Peru sind bekannt: Die Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre verändert das Klima mit heute schon gravierenden Folgen, die noch dramatischer werden, wenn wir nicht entschieden handeln. Das Zeitfenster, um weitreichende Schäden für Menschen und Ökosysteme zu verhindern, steht nur noch kurze Zeit offen. Alle wissen das. Dennoch endeten die vergangenen Konferenzen ohne greifbares Resultat.

Auch die Lösung des Klimaproblems liegt auf dem Tisch: Wirkungsvoller Klimaschutz bedingt, dass die Welt ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduziert. Daher brauchen wir ein globales Klimaabkommen, das sämtliche Länder dazu verpflichtet, ihren Beitrag zu leisten. Weil einzelne Länder wirtschaftliche Nachteile befürchten und andere der Meinung sind, die Industriestaaten sollten weiterhin die alleinige Verantwortung tragen, ist es nicht einfach, tragfähige Lösungen zu finden. Ambitionierte Klimamassnahmen gegen Wirtschaftsinteressen auszuspielen, ist indes kurzsichtig. Gefragt sind vielmehr kreative Lösungen, geteilte Verantwortung und Pragmatismus bei der Umsetzung.

In den Entwicklungsländern haben die Menschen den berechtigten Wunsch, einen höheren Lebensstandard zu erlangen, während in den Industrieländern die Bevölkerung den erreichten Wohlstand erhalten möchte. Doch wie kann dies gelingen, ohne die Atmosphäre noch mehr zu belasten? Wohlstand und Klimaschutz brauchen keine Gegensätze zu sein. In erneuerbare Energien zu investieren sowie die Mobilität und den Wärmebedarf ökologischer zu bewältigen, ist volkswirtschaftlich sinnvoll und klimapolitisch zwingend. Eine CO2-arme Gesellschaft lässt sich nicht über Nacht herbeiführen, sondern erfordert einen kontinuierlichen Umbau der Wirtschaft - eine Jahrhundertaufgabe. Doch es führt nichts an diesem Weg vorbei, denn eines wissen wir schon heute: Den Ausstoss an Treibhausgasen zu reduzieren, kommt uns wesentlich billiger zu stehen, als die Kosten des Klimawandels zu tragen, von dem auch die Schweiz betroffen ist.

Deshalb werden wir uns auf dem internationalen Parkett für ein griffiges und weltweit geltendes Klimaschutzabkommen einsetzen. Wir müssen den Durchbruch schaffen - wenn nicht jetzt an der Weltklimakonferenz in Lima, dann zwingend 2015 in Paris. Wir haben die Pflicht, kommenden Generationen eine Erde zu hinterlassen, in der das Klima nicht vollends ausser Rand und Band gerät.

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Letzte Änderung 26.11.2014

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