Anpassung an den Klimawandel: Biodiversitätsmanagement

Der Klimawandel kann verschiedene Auswirkungen auf die Biodiversität haben. Diese reichen von Verschiebungen der Verbreitungsgebiete von Pflanzen- und Tierarten über die Einwanderung neuer bis hin zum Aussterben einheimischer Arten. Dadurch kann zur Beeinträchtigung oder gar zum Ausfall von Ökosystemleistungen kommen.

Handlungsfelder und Ziele des Bundes

Genpool

  • Wichtige (Teil-) Populationen bei ausgesuchten klimasensitiven Arten sind bekannt.
  • Die Gendrift in kleinen (Teil-) Populationen ausgewählter Arten wird überwacht.
  • Der Verlust an genetischer Vielfalt ist reduziert.

Lebensräume und Arten

  • Prioritär vom Klimawandel betroffene und zu erhaltende Lebensräume und Arten sind bekannt; die Bewertung wird laufend an die sich verändernden Bedingungen angepasst und kommuniziert.
  • Die notwendigen Erhaltungs- und Fördermassen sind international, mit den anderen Sektoren sowie mit den Kantonen koordiniert.
  • Für die heute bekannten Lebensräume und Arten, die besonders stark betroffen sind (Gewässer- und Feuchtlebensräume, alpine Lebensräume), werden umgehend erste Massnahmen ergriffen.

Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten

  • Invasive gebietsfremde Arten mit hohem Schadenpotenzial werden frühzeitig erkannt.
  • Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung werden international abgestimmt und sektorübergreifend frühzeitig ergriffen, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.
  • Handel und Bevölkerung sind für die Problematik sensibilisiert und bleiben informiert.

Biotopverbund / Vernetzung

  • Die Schweiz verfügt über eine ökologische Infrastruktur von Schutz- und Vernetzungsgebieten, die ein breites Spektrum der klimabedingten Wanderungs- und Ausbreitungsbewegungen abdeckt.
  • Dieses nationale Verbundsystem ist international eingebettet und national raumplanerisch verbindlich festgelegt (Sachplan Biodiversität).

Ökosystemleistungen

  • Multifunktionale Ökosystemleistungen sind in allen Sektoren erkannt und werden bei Entscheidungen berücksichtigt.
  • Die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme und die allfällige Veränderung von Ökosystemleistungen werden überwacht.
  • Bei nationalen Entscheiden zu klimabedingten Nutzungsanpassungen in anderen Sektorpolitiken werden auch Überlegungen zur Auswirkung auf die globale Biodiversität und Ökosystemleistungen einbezogen.

Massnahmen des Bundes

Der Klimawandel beeinflusst die Verbreitungsgebiete von Arten, die Standorteigenschaften natürlicher Lebensräume und die Funktionsweise von Ökosystemen. Zudem können sich Anpassungsaktivitäten in anderen Sektoren sowohl positiv als auch negativ auf die Biodiversität auswirken. Der Aktionsplan zur Strategie Biodiversität Schweiz (SBS) wird im Verlaufe des Jahres 2015 dem Bundesrat vorgelegt. Er sieht ein umfassendes Paket an Massnahmen vor, welche den Zustand der Biodiversität in der Schweiz nachhaltig verbessern werden. Die Umsetzung dieser Massnahmen wird auch erheblich dazu beitragen, dass die meisten Arten und Lebensräume in der Schweiz ausreichend resilient gegenüber den erwarteten Veränderungen eines Szenarios Schwacher Klimawandel sein werden.

Die Massnahmen im vorliegenden Aktionsplan bauen auf den Massnahmen des Aktionsplans SBS auf und konzentrieren sich ausschliesslich auf die zusätzlichen Herausforderungen durch die Auswirkungen bei einem Szenario Starker Klimawandel. Für die Anpassung im Sektor Biodiversitätsmanagement ist es also von grundlegender Bedeutung, dass der Aktionsplan SBS umgesetzt wird. Abstriche bei dessen Umsetzung, namentlich bei Massnahmen zur Erreichung der strategischen Ziele betreffend ökologische Infrastruktur, Erhaltungszustand von National Prioritären Arten sowie verschiedene Sektoren bei der nachhaltigen Nutzung, würden sich negativ auf die Anpassungsfähigkeit von Arten und Lebensräumen an den Klimawandel auswirken und zusätzliche Massnahmen erforderlich machen, welche bislang nicht im Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz berücksichtigt sind.

Die Federführung für Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Sektor Biodiversitätsmanagement liegt beim Bundesamt für Umwelt BAFU.

Massnahmen der Bundesämter: Biodiversitätsmanagement (PDF, 101 kB, 04.02.2015)Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz - Aktionsplan 2014–2019, Anhang A7

Weitere Aktivitäten

Nationales Forschungsprogramm Nachhaltige Wassernutzung (NFP 61)

Das NFP 61 (2008-2013) erarbeitet Grundlagen für einen nachhaltigen Umgang mit den Wasserressourcen. Die 16 Projekte untersuchen die Auswirkungen klimatischer und gesellschaftlicher Veränderungen, identifizieren Risiken und entwickeln Strategien für ein integrales Wassermanagement. Einige Projekte beschäftigen sich mit dem Thema Wasser und Biodiversität.

Fallstudie Saastal: Anpassung an die Klimaänderung im Berggebiet

Die Fallstudie (2010-2011) analysierte für das Saastal (VS) die möglichen Auswirkungen des Klimawandels, bewertete den Handlungsbedarf und leitete Anpassungsoptionen ab. Das Teilprojekt Biodiversität beschäftigte sich mit den Veränderungen von Ökosystemen und Ökosystemleistungen. Träger: Gemeinden des Saastals, Kanton Wallis, Netzwerk Wasser im Berggebiet, Schweizer Berghilfe, Schweizerischer Versicherungsverband, WWF Schweiz und hotelleriesuisse

Pilotprogramm Anpassung an den Klimawandel

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Letzte Änderung 28.04.2016

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