Anpassung an den Klimawandel: Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist den Folgen des Klimawandels unmittelbar ausgesetzt. Die Erwärmung kann bei ausreichender Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit tendenziell zu einer erhöhten Produktivität der Landwirtschaft beitragen. Die Verknappung des Wasserdargebots, das verstärkte Aufkommen von Unkräutern und Schädlingen sowie die mögliche Zunahme der Extremereignisse kann dagegen zu Ertragsausfällen führen.

Handlungsfelder und Ziele des Bundes

Oberziel der Landwirtschaft ist es, dank vorausschauender Anpassung sowohl die Produktion als auch die gemeinwirtschaftlichen Leistungen zu steigern.

Standorteignung

  • Die landwirtschaftliche Produktion ist der veränderten Standorteignung optimal angepasst.
  • Das Produktionspotenzial wird bestmöglich genutzt und die Risikoexposition verringert.
  • Der Landwirtschaft bleiben die besten Böden (Fruchtfolgeflächen) erhalten.

Starkniederschläge

  • Dem Erosionsrisiko und der Auswaschung von Nährstoffen wird vorbeugend entgegengewirkt, das Verdichtungsrisiko wird gezielt reduziert.

Trockenheit

  • Das Wassermanagement ist optimiert (Verbesserung der Wasserrückhaltung der Böden, Verringerung der Verdunstungsverluste und Vermeidung kritischer Bodenwasserzustände).
  • Die Bewässerung orientiert sich am Wasserdargebot und erfolgt sparsam und effizient.
  • Trockenheitstolerante Kulturen und Sorten werden wo nötig angebaut.

Hitzestress

  • Effektive Massnahmen zur Vermeidung von Hitzestress bei Tieren und Pflanzen (Schatten, Abkühlung, Züchtung, etc.) sind entwickelt und werden angewendet.

Schadorganismen

  • Potenziell schädliche Organismen, deren Verbreitungsgebiet sich in die Schweiz auszudehnen droht, werden überwacht.
  • Neuauftretende Schadorganismen mit hohem Schadenpotenzial werden frühzeitig erkannt und Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung werden ergriffen.
  • Alternative Bekämpfungsmassnahmen und Anti-Resistenz-Strategien sind entwickelt und werden umgesetzt.

Preisvolatilität

  • Der Effekt von Preisschwankungen wird durch ein effektives Risikomanagement (Betriebs- und Einkommensdiversifizierung, Lagerbestände, Ernteversicherungen, etc.) und integrierte Märkte abgefedert.

Massnahmen des Bundes

Für die Landwirtschaft bietet der Klimawandel, zumindest mittelfristig, sowohl Chancen als auch Risiken. Durch eine vorausschauende Anpassung sollen die landwirtschaftliche Produktion und weitere Leistungen, die die Landwirtschaft im Interesse der Allgemeinheit erbringt, auch in Zukunft gewährleistet werden. Die Federführung für Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Sektor Landwirtschaft liegt beim Bundesamt für Landwirtschaft BLW.

Massnahmen der Bundesämter: Landwirtschaft (PDF, 118 kB, 09.04.2014)Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz - Aktionsplan 2014–2019, Anhang A3

Weitere Aktivitäten

Nationales Forschungsprogramm Nachhaltige Wassernutzung (NFP 61)

Das NFP 61 (2008-2013) erarbeitet Grundlagen für einen nachhaltigen Umgang mit den Wasserressourcen. Die 16 Projekte untersuchen die Auswirkungen klimatischer und gesellschaftlicher Veränderungen, identifizieren Risiken und entwickeln Strategien für ein integrales Wassermanagement. Einige Projekte beschäftigen sich mit dem Thema Wasser und Landwirtschaft.

Förderprogramm Boden des Kantons Bern

Die natürlichen Bodenfunktionen werden durch steigende Temperaturen und zunehmende Sommertrockenheit beeinträchtigt. Das Förderprogramm Boden (2009-2015) unterstützt Landwirte, die beim Bewirtschaften ihrer Flächen besondere Leistungen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit erbringen. Für die Anpassung an den Klimawandel sind v.a. bodenschonende Anbausysteme, Bodenaufbau und Kulturmassnahmen relevant. Leitung: Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern, gefördert durch das Bundesamt für Landwirtschaft 

Bewässerungsgesellschaft Landwirtschaft in der Broye-Ebene

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Trockenperioden haben sich drei Landwirte aus der Broye-Ebene (FR) zu einer Bewässerungsgesellschaft zusammengeschlossen. Mit dem Bau einer gemeinsamen Wasserfassung aus dem Neuenburgersee und eines gemeinsamen Bewässerungsnetzes (2005-2009) können die Betriebe ihre Kartoffelkulturen nun auch bei Wasserknappheit effizient bewässern. Träger: Beteiligte Landwirte, gefördert durch das Amt für Landwirtschaft Kanton Freiburg und das Bundesamt für Landwirtschaft

Pilotprogramm Anpassung an den Klimawandel

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 26.04.2016

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