Ausländische Klimaschutzprojekte und Emissionsminderungszertifikate

Unter der UNO-Klimakonvention können Staaten Marktmechanismen nutzen, um im Ausland erbrachte Reduktionsleistungen an ihre Emissionsziele anrechnen. Unter dem Kyoto-Protokoll bis 2020 gibt es den Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI). Das Klimaübereinkommen von Paris, das die internationale Klimapolitik ab 2021 regelt, sieht neue Ansätze vor, die die Schweiz mit Pilotprojekten testen will.

Flexible Mechanismen gemäss Kyoto-Protokoll (bis 2020)

Clean Development Mechanism (CDM)

Mit dem Clean Development Mechanism (CDM) können mithilfe von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern handelbare Emissionsverminderungszertifikate erzeugt werden.

Joint Implementation (JI)

Mit Joint Implementation (JI) werden Klimaschutzprojekte bezeichnet, die in Industriestaaten oder in Transitionsländern durchgeführt werden. Die erzeugten Emissionsverminderungszertifikate sind handelbar.

SwissFlex: Nationales Sekretariat für flexible Mechanismen

SwissFlex setzt die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls in der Schweiz um. Wie ist das Sekretariat organisiert und was sind seine Aufgaben?

Neue Ansätze gemäss Übereinkommen von Paris (ab 2021)

Neue Marktansätze gemäss Übereinkommen von Paris

Unter dem Übereinkommen von Paris haben erstmals alle Staaten Reduktionsziele formuliert. Gemäss Artikel 6 des Abkommen können Emissionsreduktionen zwischen Staaten gehandelt und an die Reduktionsziele angerechnet werden. Die Regeln dazu werden zurzeit international verhandelt.

Pilotprojekte zu neuen Marktansätzen

Die Schweiz und die Stiftung Klimarappen haben einen Vertrag über die Verwendung des verbleibenden Stiftungsvermögens abgeschlossen. Pilotprojekte werden lanciert, um die neuen Marktansätze unter dem Übereinkommen von Paris zu testen und konkrete Lösungen für die Zeit nach 2020 zu erarbeiten. Diese Erfahrungen will die Schweiz in die internationalen Verhandlungen einbringen.

Qualitätsanforderungen an Zertifikate

In der Schweiz anrechenbar sind in beschränktem Umfang unter dem aktuellen CO2-Gesetz ausschliesslich Zertifikate, die nach dem internationalen Verfahren der UNO-Klimakonvention und dessen Kyoto Protokoll ausgestellt wurden, sogenannte

  • «Certified Emission Reductions» (CERs) aus Projekten des Clean Development Mechanism (CDM, Art. 12 Kyoto-Protokoll) und
  • «Emission Reduction Units» (ERUs) aus der Realisierung von Joint Implementation Projekten (JI, Art. 6 Kyoto-Protokoll).

Diese Zertifikate müssen zudem die Qualitätsanforderungen nach Anhang 2 der CO2-Verordnung erfüllen.

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Letzte Änderung 28.09.2018

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