Ausländische Klimaschutzprojekte und Emissionsminderungszertifikate

Mit Hilfe der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls können sich Industrieländer und Unternehmen auch im Ausland erbrachte Reduktionsleistungen an ihre Emissionsziele anrechnen. Es gibt drei Formen von Klimaschutzmassnahmen im Ausland: Clean Development Mechanism (CDM), Joint Implementation (JI) und New Market Based Mechanisms (NMM). Die daraus hervorgehenden Emissionsminderungszertifikate sind handelbar.

Flexible Mechanismen gemäss Kyoto-Protokoll und neue Marktmechanismen gemäss UNO-Klimakonvention

Clean Development Mechanism (CDM)

Mit dem Clean Development Mechanism (CDM) können mithilfe von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern handelbare Emissionsverminderungszertifikate erzeugt werden.

Joint Implementation (JI)

Mit Joint Implementation (JI) werden Klimaschutzprojekte bezeichnet, die in Industriestaaten oder in Transitionsländern durchgeführt werden.

Neue Marktmechanismen (NMM)

Die Neuen Marktmechanismen (New Market Mechanisms, NMM) ermöglichen es, Emissionen in einem grösseren, über Einzelprojekte hinausgehenden Rahmen zu reduzieren. Sie gewährleisten eine globale Verminderung der Emissionen.

SwissFlex: Nationales Sekretariat für flexible Mechanismen

SwissFlex setzt die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls in der Schweiz um. Wie ist das Sekretariat organisiert und was sind seine Aufgaben?

Qualitätsanforderungen an Zertifikate

In der Schweiz anrechenbar sind ausschliesslich Zertifikate, die nach dem internationalen Verfahren der UNO-Klimarahmenkonvention ausgestellt wurden, sogenannte

  • «Certified Emission Reductions» (CERs) aus Projekten des Clean Development Mechanism (CDM, Art. 12 Kyoto-Protokoll) und
  • «Emission Reduction Units» (ERUs) aus der Realisierung von Joint Implementation Projekten (JI, Art. 6 Kyoto-Protokoll).

Diese Zertifikate müssen zudem die Qualitätsanforderungen nach Anhang 2 der CO2-Verordnung erfüllen.

Übertragung von Zertifikaten in die zweite Verpflichtungsperiode

Für die Verpflichtungsperiode 2008-2012 gültige Zertifikate können gemäss CO2-Verordnung bis zum 30. April 2015 zur Erfüllung einer Verpflichtung im Rahmen des CO2-Gesetzes abgegeben sowie national und international gehandelt werden. Nach diesem Datum sind für diese Zertifikate internationale Eingänge, nationale Transfers und die Abgabe dieser Zertifikate im Schweizer Emissionshandelsregister (EHR) gesperrt. Damit Zertifikate der ersten Verpflichtungsperiode auch für die zweite Verpflichtungsperiode (2013-2020) eingesetzt werden können, muss der Bund - innerhalb bestimmter mengenmässigen Beschränkungen - beim Sekretariat der UNO-Klimakonvention eine Übertragung beantragen.

In der CO2-Verordnung ist geregelt, wer wie viele Zertifikate übertragen darf. Berechtigt sind der Bund sowie Akteure, denen das Gesetz die Anrechnung von Zertifikaten zur Erfüllung der gesetzlichen Pflichten erlaubt (Art. 139 Abs. 1 CO2-Verordnung). Die CO2-Verordnung sieht keine Übertragungsberechtigung für die anderen Akteure und andere Einheitstypen (AAUs, RMUs, lCERs, tCERs) vor.

Für die Verpflichtungsperiode 2008-2012 gültige Zertifikate, die nicht fristgerecht zur Übertragung beantragt werden oder nicht den geltenden Qualitätskriterien nach Artikel 4 der CO2-Verordnung entsprechen, sind in der zweiten Verpflichtungsperiode nicht mehr gültig und werden ab dem 01. Mai 2015 im Schweizer Emissionshandelsregister durch das BAFU gelöscht.

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Letzte Änderung 24.04.2015

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