Neue Marktansätze gemäss Übereinkommen von Paris

Unter dem Übereinkommen von Paris haben erstmals alle Staaten Reduktionsziele formuliert. Gemäss Artikel 6 des Abkommen können Emissionsreduktionen zwischen Staaten gehandelt und an die Reduktionsziele angerechnet werden. Die Regeln dazu werden zurzeit international verhandelt.

Unter dem Kyoto-Protokoll (bis 2020) hatten nur Industrieländer Reduktionsverpflichtungen, die sie mit Hilfe des Clean Development Mechanism (CDM) und der Joint Implementation (JI) erfüllen konnten. Unter dem Übereinkommen von Paris haben erstmals alle Staaten Reduktionsziele für die Zeit nach 2020 formuliert. Die Ansätze unter dem Artikel 6 des Übereinkommens, die eine Kooperation zwischen Staaten erlaubt, um Reduktionsziele zu erreichen, unterscheiden sich daher vom CDM und der JI. Wenn ein Land Emissionsreduktionen verkaufen will, müssen diese Reduktionen zusätzlich zum formulierten Reduktionsziel erfolgen. Sehr wichtig ist dabei, dass diese Reduktionen korrekt erfasst und nicht doppelt verbucht werden. Mit den neuen Ansätzen können auch grosse Segmente der Wirtschaft (z. B. Sektoren und deren Politiken) eingebunden werden, was umfangreichere Emissionsreduktionen ermöglicht.

Die neuen Ansätze sind:

  • Kooperation zwischen Staaten unter Verwendung von sogenannten internationally transferred mitigation outcomes (ITMOs) gemäss Artikel 6.2. des Abkommens. Dabei könnte es sich zum Beispiel um eine Verknüpfung von Emissionshandelssystemen handeln.
  • Nutzung eines neuen Mechanismus unter dem Übereinkommen von Paris zur Reduktion von Treibhausgasen (Artikel 6.4).

Die neuen Ansätze müssen Umweltintegrität und Transparenz gewährleisten, Doppelzählungen vermeiden und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Die Regeln zur Umsetzung dieser neuen Ansätze werden zurzeit verhandelt (sog. Paris Rule Book).

Die Schweiz und die Stiftung Klimarappen haben einen Vertrag über die Verwendung des verbleibenden Stiftungsvermögens abgeschlossen, um zusammen mit interessierten Staaten und dem Privatsektor Pilotprojekte zu lancieren. Ziel ist, diese neuen Ansätze zu testen und konkrete Lösungen für die Zeit nach 2020 zu erarbeiten. Diese Erfahrungen will die Schweiz in die internationalen Verhandlungen einbringen.

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Letzte Änderung 27.11.2018

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