Verknüpfung der Emissionshandelssysteme Schweiz-EU

Eine Verknüpfung des Schweizer Marktes für CO2-Emissionen mit dem EU-Markt bringt sowohl umweltpolitische wie auch wirtschaftliche Vorteile. Ein entsprechendes Abkommen wurde am 23. November 2017 in Bern unterzeichnet. Nun müssen die Parlamente der Schweiz und der EU der Ratifizierung zustimmen.

Die Schweiz und die Europäische Union (EU) betreiben getrennte Emissionshandelssysteme. Das EU-System (EU-EHS) beinhaltet über 11‘000 stationäre Anlagen mit rund 2 Milliarden Tonnen CO2. Zusätzlich werden im EU-EHS Betreiber von Luftfahrzeugen einbezogen mit Emissionen von rund 200 Millionen Tonnen CO2. Am Schweizer EHS nehmen rund 50 Firmen teil - mit insgesamt ca. 5,5 Millionen Tonnen CO2.

Die Schweiz strebt eine Verknüpfung der beiden Systeme an, damit ein gemeinsamer CO2-Markt entsteht. Grundlage dafür wäre die gegenseitige Anerkennung der Emissionsrechte mittels eines bilateralen Abkommens. Die Bestimmungen des per 1.1.2013 revidierten CO2-Gesetzes sind in hohem Masse kompatibel mit dem EU-EHS.

Aus Schweizer Sicht sprechen sowohl umweltpolitische wie auch wirtschaftliche Gründe für die Verknüpfung:

  • in einem grösseren Markt besteht mehr kostengünstiges Reduktionspotenzial
  • ein grösserer und etablierter Markt ist liquider und führt zu stabileren Preisen
  • der kleine Schweizer Markt erschwert den Handel und die Preisbildung
  • europäische und schweizerische Emissionsrechte wären zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen gleichwertig
  • Schweizer Unternehmen könnten im selben Emissionsmarkt operieren wie ihre Geschäftspartner im EU-Raum
  • grössere Flexibilität für Unternehmen hinsichtlich ihrer CO2-Ziele dank Zugang zum EU-Markt

Die EU ist ebenfalls an einem Linking (Verknüpfung) ihres EHS mit demjenigen der Schweiz interessiert. Die Schweiz und die EU führten seit 2011 Verhandlungen zur Verknüpfung ihrer Emissionshandelssysteme. Diese wurden im Januar 2016 mit der Paraphierung des Abkommens auf technischer Ebene abgeschlossen. Das Abkommen wurde am 23. November 2017 in Bern unterzeichnet. Nun müssen die Parlamente der Schweiz und der EU der Ratifizierung zustimmen.

Einbezug des Luftverkehrs in den Emissionshandel   

Im Rahmen der Verhandlungen wurde auch der Einbezug der Luftfahrt in das verknüpfte EHS thematisiert. Die Schweiz hat die Luftfahrt noch nicht in ihr Emissionshandelssystem integriert. Mit Inkrafttreten des Abkommens soll auch die Luftfahrt in das Schweizer EHS integriert werden.

Die EU hat den Flugverkehr seit 2012 in das EU EHS eingebunden. Die Flüge mit Start oder Landung ausserhalb des EU/EWR-Raums sind jedoch seit April 2014 wieder vom EU-EHS ausgenommen. Auch Flüge aus der oder in die Schweiz deckt das EU EHS aktuell nicht ab.

Weitere Informationen zum Einbezug des Flugverkehrs in das EU-EHS finden Sie auf der Seite der EU-Kommission:

Weitere Informationen zum Ablauf der Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU finden Sie hier:

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Letzte Änderung 25.01.2016

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