Validierungs- und Verifizierungsstellen

Vom BAFU zugelassene Validierungs- und Verifizierungsstellen (VVS) führen die unabhängige Prüfung der Projekte und Programme und der aus ihnen resultierenden Emissionsverminderungen durch.

Projekte und Programme zur Emissionsverminderung müssen durch eine vom BAFU zugelassene Validierungsstelle auf eigene Kosten validiert werden (Art. 6 Abs. 1 CO2-Verordnung). Die Monitoringberichte der Projekte sind durch eine vom BAFU zugelassene Verifizierungsstelle zu verifizieren (Art. 9 Abs. 2 CO2-Verordnung).

Die Mitteilung «Validierung und Verifizierung von Projekten und Programmen zur Emissionsverminderung im Inland» konkretisiert die Vollzugspraxis der Geschäftsstelle Kompensation in Bezug auf Validierungen und Verifizierungen und dient den Validierungs- und Verifizierungsstellen (VVS) als Leitfaden für ihre Prüfarbeiten im Sinne einer Best Practice Anleitung.

Validierung und Verifizierung von Projekten und Programmen zur Emissionsverminderung im Inland

UV-2001-D_VVS-KOP

Ein Modul der Mitteilung des BAFU als Vollzugsbehörde zur CO2-Verordnung 1. Ausgabe, Januar 2020

Eine Zulassung (auch erneute Zulassung nach Zulassungsentzug) als VVS kann via Email an die Adresse kop-ch@bafu.admin.ch eingereicht werden. Dazu ist das folgende Anmeldeformular zu verwenden, welches auch die Anforderungen enthält.

Zusätzliche Anforderungen bei der erneuten Zulassung

Wurde die Zulassung einer VVS im Rahmen des Feed-back Prozesses (siehe unten) entzogen, ist bei einer erneuten Zulassung folgendes zu beachten:

Fachexperten, die mit ihren Berichten zum Zulassungsentzug beigetragen haben (d.h. die ungenügende Berichte verfasst haben, welche gegen die für die Probezeit vereinbarten Massnahmen verstossen) und neu angemeldet werden sollen, müssen für eine erneute Zulassung eine Schulung durch das BAFU absolvieren. Dafür schlägt das BAFU der VVS 2-3 Termine vor.

Soll im Rahmen der neuen Anmeldung kein Fachexperte, der mit seinen Berichten zum Zulassungsentzug beigetragen hat, neu zugelassen werden, so muss die VVS nur die regulär einzureichenden Unterlagen (wie bei Erstzulassung) einreichen.

Die Schulung ist so aufgebaut, dass nach einer Vorstellung der wichtigen Rahmenbedingungen und spezifischer Fragestellungen, welche sich aus den als ungenügend beurteilten Prüfberichten ergeben eine Prüfung erfolgt. Diese Prüfung besteht aus zwei Teilen, einem Multiple-Choice-Test und einem Fragebogen. Der erste Teil, d.h. der Multiple-Choice-Test enthält rund 20 Fragen zu Vollzugsgegebenheiten und ist (weitgehend) nicht projekttypspezifisch. Der Fragebogen deckt Themen aus den typischen Kernprüfbereichen von Validierungen und Verifizierungen ab. Der Fragebogen ist projekttypspezifisch ausgestaltet und betrifft die Projekttypen, für welche die VVS vor dem Zulassungsentzug zugelassen war und für die sie sich neu anmelden möchte. Die Fragen decken typische Fragestellungen des/der jeweiligen Projekttyps/Projekttypen ab. Bei Projekten im Bereich Wärmeverbünde sind dies beispielsweise Fragen von Abweichungsgründen von den von der GS KOP vorgegebenen Absenkpfaden, Prüfung der Existenz von Schlüsselkunden, Wahl der Referenz bei vorliegendem Gasnetz, etc.

Fachexperten, welche die Prüfung nicht bestanden haben, werden nicht zugelassen.

Zugelassen werden Fachexperten, die:

  1. die Anforderungen laut Anmeldeformular erfüllen UND
  2. entweder nicht zur Absolvierung der Prüfung eingeladen wurden oder diese bestanden haben.

Feed-back Prozess für VVS

Den Prozess, mit dem das BAFU die Qualität der Validierungs- und Verifizierungsberichte sichert, zeigt folgende schematische Darstellung:

Zusammenfassung und Konsequenzen für die VVS

Prüfstellen erhalten zu jedem Prüfbericht ein Feedback der GS KOP. Teil des Feedbacks ist eine Bewertung und die Einteilung in folgende Kategorien: mit „ohne Befund“ (=sehr guter Bericht), „ausreichend“ (=guter oder ausreichender Bericht) oder „ungenügend“ (=nicht ausreichender Bericht). Ungenügende Berichte werden gezählt.

Ziel dieses Dokuments ist es, den VVS aufzuzeigen, welche Befunde in den Berichten automatisch und alleinig, das heisst auch bei Abwesenheit weiterer Befunde, zur Gesamtbewertung «ungenügender Bericht» führen. Damit unterstützt die GS KOP die VVS bei der Schwerpunktsetzung in den jeweiligen Berichten.

1. Sitzung

Wurden mindestens drei als ungenügend bewertete Berichte gezählt, wird zu einer ersten Sitzung eingeladen, in welcher die VVS die Möglichkeit hat, zu den Bewertungen Stellung zu nehmen. Es werden gemeinsam mit der GS KOP Massnahmen definiert um die Qualität der Berichte zu verbessern. Es wird auch festgelegt, ab wann diese Massnahmen umgesetzt werden sollen. Alle bis zu diesem Zeitpunkt gezählten ungenügenden Berichte werden nicht mehr berücksichtigt (Zähler wird auf null gesetzt).

2. Sitzung

Werden ab dem gemeinsam festgelegten Zeitpunkt erneut drei als ungenügend bewertete Berichte gezählt, die gegen an der ersten Sitzung vereinbarte Massnahmen verstossen, wird zu einer zweiten Sitzung eingeladen. An dieser zweiten Sitzung erhält die VVS erneut die Möglichkeit zu den Bewertungen Stellung zu nehmen. Es werden erneut gemeinsam mit der GS KOP Massnahmen definiert (ersetzen die bisherigen Massnahmen) um die Qualität der Berichte zu verbessern. Zusätzlich wird eine „Probezeit“ festgelegt.

Probezeit erfolgreich beenden

Die Probezeit dauert maximal ein Jahr. Ihr Beginn wird auf den Wirkungsbeginn der Massnahmen abgestimmt. Sie endet vorzeitig, wenn zehn Prüfberichte bezüglich der betroffenen Massnahmen mit „ohne Befund“ oder mit „ausreichend“ bewertet worden sind. Nach erfolgreichem Ende der Probezeit werden alle ungenügenden Bewertungen und Massnahmen nicht mehr berücksichtigt. Der Feed-back Prozess beginnt von vorne.

Probezeit nicht erfolgreich beenden -> Zulassungsentzug

Bewertet die GS KOP bei den ersten zehn Prüfberichten einen als „ungenügend“ , überprüft sie, ob hierdurch eine der vereinbarten Massnahmen verletzt ist. Ist dies nicht der Fall, läuft die Probezeit unverändert weiter. Der ungenügende Bericht wird nicht an die zehn genügenden Prüfberichte angerechnet, die zur vorzeitigen Beendigung der Probezeit nötig sind. Ist jedoch eine der vereinbarten Massnahmen verletzt, beginnt der Prozess des Zulassungsentzugs. Die Zulassung wird vom BAFU per Verfügung entzogen.

Wird der Zulassungsentzug rechtskräftig, ist es der VVS verwehrt neue Validierungs- oder Verifizierungsmandate anzunehmen. Die GS KOP entfernt die VVS von der im Internet veröffentlichten Liste der zugelassenen VVS und informiert über die Änderung. Prüfberichte von Mandaten, welche die VVS vor Eintritt der Rechtskraft des Zulassungsentzugs eingegangen ist, dürfen abgeschlossen werden.

Erneute Zulassung

Nach dem rechtskräftigen Entzug der Zulassung kann beim BAFU ein neues Gesuch um Zulassung als Validierungs- und Verifizierungsstelle eingereicht werden.


Zielvereinbarungen mit Emissionsziel müssen durch eine vom BAFU zugelassene Validierungsstelle auf eigene Kosten validiert werden (Art. 12a Abs. 1 Bst. a CO2-Verordnung).

Kontakt
Letzte Änderung 30.01.2020

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