8. Newsletter, Pilotprogramm Anpassung an den Klimawandel, 22. Juni 2017

1. Angepasste Nutzung von Fliessgewässern

Angepasste Nutzung von Fliessgewässern
© Amt für Umweltschutz und Energie Basel-Landschaft

Wie sich der Klimawandel auf das Wasserdargebot, die Wassernutzung und die Fischpopulationen in den Fliessgewässern des Kantons Basel-Landschaft auswirken kann, wurde im Rahmen eines Pilotprojekts unter der Leitung des kantonalen Amts für Umweltschutz und Energie ermittelt. Basierend auf den Erkenntnissen hat das Projektteam Empfehlungen für eine angepasste Bewirtschaftung abgeleitet.

So wird für die Landwirtschaft beispielsweise empfohlen, auf wassersparende Anbaumethoden und trockenresistente Pflanzen zu setzen und die Bewässerung punktuell auf wenige sensible Kulturen mit hoher Wertschöpfung zu beschränken. Gewässer sollen wieder naturnah gestaltet werden, damit die Gewässerökosysteme widerstandsfähiger auf Extremereignisse wie Hochwasser oder Hitzewellen reagieren können. Fische beispielsweise ziehen sich bei Hitzestress in kühlere Gewässerabschnitte zurück, sofern ihre Wanderung nicht durch Hindernisse wie Schwellen verhindert wird.

Die Projektergebnisse und empfohlenen Massnahmen sind in einem ausführlichen Synthesebericht publiziert. Ein Monitoring des Wasserhaushalts, der Fischpopulationen und der Bodenfeuchte soll auch künftig sicherstellen, dass die Empfehlungen bei Bedarf weiterentwickelt oder angepasst werden können.


2. Sommertrockenheit im Smaragd-Gebiet Oberaargau: Analyse und Handlungsmöglichkeiten

Sommertrockenheit im Smaragd-Gebiet Oberaargau
© UNA Bern

Das Smaragd-Gebiet Oberaargau ist eine typische Kulturlandschaft des Mittellandes mit einem hohen Ackerbauanteil. Die vielen kleinen und mittleren Fliessgewässer zählen zu den besonders wertvollen Lebensräumen. Sie bieten zahlreichen europaweit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten günstige Lebensbedingungen.

Bereits heute sind im Sommer die Wasserstände der Kleingewässer teilweise sehr tief, was die Biodiversität beeinträchtigt. Mit dem Klimawandel wird sich diese Problematik verschärfen, wie die Analyse im Rahmen eines Pilotprojekts zeigte. Gemeinsam mit den betroffenen Landwirten, Gemeinden, der Region und den Kantonen wurden Massnahmen definiert, die auch künftig eine angepasste Landwirtschaft und den Erhalt der Biodiversität ermöglichen.

Grundlage dafür bildete unter anderem die Analyse von gewässergebundenen Arten und Lebensräumen, die von Trockenheitsperioden betroffen sind. Dabei wurde eine interessante Methode angewendet. Sie kombiniert die Vorkommen der empfindlichen Arten und Lebensräume und verortet diese. Dadurch lassen sich räumliche Biodiversitäts-Hotspots identifizieren, wo Arten und Lebensräume besonders empfindlich auf Trockenheitsperioden reagieren.


3. Fachtagung «Zusammenarbeit im Gewässereinzugsgebiet», 27. Juni 2017, Freiburg

Welche Herausforderungen sind bei einem regionalen Management der Wasserressourcen zu bewältigen? Und mit welchen Ansätzen und Instrumenten lässt sich trotz Klimawandel und zunehmendem Nutzungsdruck eine haushälterische Gewässerbewirtschaftung erreichen? Die Fachtagung «Zusammenarbeit im Gewässereinzugsgebiet: Fallbeispiele zu Zielkonflikten – Herausforderungen und Lösungen» bietet Antworten und Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Sie wird von der Wasser Agenda 21 in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU organisiert. An der Tagung vorgestellt werden auch die vom BAFU erarbeiteten Praxisgrundlagen zum Wasserressourcenmanagement, in welche die Projekterfahrungen des Pilotprogramms Anpassung an den Klimawandel eingeflossen sind.


4. Umgang mit Götterbäumen in der Schweiz

Götterbaum
© Jan Wunder / WSL



Invasive gebietsfremde Baumarten wie der Götterbaum breiten sich in der Schweiz im Zuge des Wandels von Klima und Landnutzung aus. Oft fehlen die notwendigen Kenntnisse, um die Risiken und Chancen dieser Entwicklung abschätzen zu können. Wie der Umgang mit dem Götterbaum verbessert werden kann, wurde im Pilotprojekt «Vorkommen, Ökologie und Kontrolle von Götterbäumen in der Südschweiz» untersucht, das die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL initiiert hat.

Die Projektergebnisse zeigen: Auch in den Wäldern nördlich der Alpen kommen Götterbäume bereits vielerorts vor. Die Schattentoleranz des Götterbaums ist zudem höher als ursprünglich angenommen. Monitoring-Aktivitäten sollten deshalb künftig auch auf geschlossene Bestände in der Nähe von Samenbäumen ausgedehnt werden. Die Befürchtung, dass sich die zunehmende Verbreitung der Bäume negativ auf die Stabilität der Schutzwälder auswirkt, konnte im Projektverlauf jedoch nicht bestätigt werden. In bestimmten Gebieten können die Götterbäume gemäss den Erkenntnissen durchaus wichtige Ökosystemleistungen übernehmen.

Dennoch empfiehlt das Projektteam, die meist noch sehr jungen und kleinen Bestände auf der Alpennordseite wo möglich zu eliminieren. Als Erfolg versprechend haben sich hierzu die Ringelungsmethode nach Martin Ziegler und die chemische Bekämpfung mit Herbiziden erwiesen.


5. Regionale Anpassungsstrategie Sursee-Mittelland

In der Region Sursee-Mittelland hat ein Pilotprojekt die Anpassung an den Klimawandel in die politische und öffentliche Diskussion gebracht. Unter Federführung des Gemeindeverbands (RET Sursee-Mittelland) haben Entscheidungsträger, Fachpersonen und Interessenvertreter die zentralen Risiken und Chancen identifiziert.

Darauf basierend trugen sie Massnahmen zusammen, mit denen sich die Region an die erwarteten Veränderungen anpassen kann. Unterteilt in verschiedene Handlungsfelder wie Wasserwirtschaft, Gesundheit, Raumentwicklung oder Gewerbe, Industrie und Handel ist ein umfassender Massnahmenkatalog entstanden. Dieser führt Ziele, laufende und künftig mögliche Vorhaben sowie die jeweils für die Umsetzung zuständigen Akteure auf.

Eine Checkliste für die Gemeinden soll zudem dazu beitragen, den geplanten Vorhaben den Weg in die Umsetzung zu ebnen. Damit es die notwendige Verbindlichkeit erreicht, soll das Thema «Anpassung an den Klimawandel» auch Eingang in die kommunalen Leitbilder, Ortsplanungen oder Bauordnungen finden.


6. Kurzfilm zum Klimawandel in Davos

Der Kurzfilm «Davos +1,7°C konkret: vom Klimawandel zum Klimahandeln» ist im Rahmen des gleichnamigen Pilotprojekts entstanden. In zehn Sequenzen zeigt er die Folgen des Klimawandels in Davos anschaulich auf. Fachleute aus Forschung und Praxis erläutern die Veränderungen und erklären, was nun zu tun ist.


7. Abschlussveranstaltung Pilotprogramm Anpassung an den Klimawandel, 17. Oktober 2017, Bern

Mit dem Pilotprogramm «Anpassung an den Klimawandel» unterstützt der Bund seit 2014 Kantone, Regionen, Städte und Gemeinden beim Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels. Im Rahmen des Programms wurden insgesamt 31 Projekte umgesetzt. Die Projektbeteiligten haben neues Wissen und beispielhafte Lösungsansätze zu Themen wie Wasserknappheit, Naturgefahren, Ökosystemveränderungen und Stadtentwicklung erarbeitet.

Mit der öffentlichen Abschlussveranstaltung am 17. Oktober 2017 im Eventforum Bern geht das Pilotprogramm zu Ende. Die Verantwortlichen ziehen Bilanz und berichten über die Erkenntnisse aus dem Programm. Vertreter von Bund, Kantonen, Regionen, Städten und der Wissenschaft diskutieren die nächsten Schritte zur Anpassung an den Klimawandel. Eine Tischmesse bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, die Ergebnisse und Produkte der 31 Pilotprojekte kennenzulernen und sich persönlich mit den Projektvertretern auszutauschen.

Anmeldungen sind ab sofort möglich.


8. Erkenntnisse aus dem Hitzesommer 2015

Im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel war der Sommer 2015 lehrreich. Der vom Bundesamt für Umwelt BAFU publizierte Bericht «Hitze und Trockenheit im Sommer 2015. Auswirkungen auf Mensch und Umwelt» analysiert die damaligen meteorologischen, hydrologischen und glaziologischen Verhältnisse und dokumentiert die Folgen für die Wasser- und Landwirtschaft, den Wald, die Biodiversität, die Luftqualität, die Gesundheit und die Stromproduktion. Er bietet eine Grundlage, um Trockenheits- und Hitzeperioden künftig besser bewältigen zu können.

Hitze und Trockenheit im Sommer 2015

Cover Hitze und Trockhenheit Sommer 2015

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. 2016

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Letzte Änderung 22.06.2017

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