Landschaftsqualitätsziele erarbeiten

Die Qualität einer Landschaft zeigt sich darin, in welcher Weise ihre besonderen Werte und Eigenarten ausgebildet sind und wie sie die vielfältigen Ansprüche von Mensch und Umwelt erfüllt (Landschaftsleistungen). Qualitätsziele werden für die massgeblichen Charakteristika einer Landschaft definiert und dienen dazu, die Landschaft unter Wahrung ihres Charakters weiterzuentwickeln, ihre multifunktionalen Leistungen dauerhaft zu sichern und deren Wahrnehmung zu stärken.

Zu unterscheiden sind:

Landschaftserhaltungsziele definieren die charakteristischen Qualitäten und Landnutzungen, die in einer bestimmten Landschaft erhalten und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Landschaft gefördert werden sollen. In Schutzgebieten erfüllen die Landschaftsschutzziele die Funktion von Landschaftserhaltungszielen.
Landschaftserhaltungsziele legen den Spielraum für Nutzungen und Entwicklungen fest und werden in der Regel mit Massnahmen erreicht, die charakteristische, seltene, typische und prägende Landschaftsaspekte in ihrem Bestand schützen, erhalten und fördern.

Landschaftsentwicklungsziele zielen darauf ab, den spezifischen Charakter sowie die besonderen und potenziellen Werte der Landschaft zu stärken. Sie berücksichtigen die Landschaftserhaltungs- und Landschaftsschutzziele, die den Rahmen der möglichen Entwicklungen vorgeben. Die charakteristischen Landschaftsqualitäten werden durch das Beseitigen von Beeinträchtigungen sowie das Neuschaffen und Neuinterpretieren von charakteristischen Landschaftsaspekten gesteigert. Landnutzungen und räumliche Entwicklungen werden so gestaltet, dass sie den besonderen Charakter und die Qualität der Landschaften nicht beeinträchtigen, sondern sie vielmehr stärken und weiterentwickeln. Landschaftsentwicklungsziele werden in der Regel mit aktiv gestaltenden Massnahmen erreicht. Diese Massnahmen fördern die charakteristischen Landschaftsaspekte oder werten sie auf. Zudem streben sie nachhaltige Nutzungen an, die dem Charakter der Landschaft entsprechen. .

Entwicklung von Landschaftsqualitätszielen

Die Formulierung von Landschaftsqualitätszielen stellt einen mehrstufigen Planungsprozess dar, der bezogen auf die jeweilige landschaftliche Dimension massstabsgerecht - in der Regel auf regionaler Ebene - erfolgen soll:

  • Er beginnt mit der Erarbeitung der landschaftsfachlichen Grundlagen, dem Lesen, Verstehen und ganzheitlichen Beschreiben der jeweiligen Landschaften in naturräumlicher und in kulturlandschaftlicher Hinsicht und in ihren wechselseitigen funktionalen Zusammenhängen.
  • Daraus ergeben sich die spezifischen regionalen Eigenarten von Landschaften, die es erlauben, Landschaftserhaltungsziele herauszuarbeiten, die die vorhandenen Werte und Eigenarten aufzeigen.
  • Andererseits lassen sich landschaftliche Potenziale feststellen, die unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung zu Landschaftsentwicklungszielen weiterentwickelt werden. Auch dieser Prozess muss - bezogen auf die jeweilige landschaftliche Dimension massstabsgerecht - in der Regel auf regionaler Ebene erfolgen.

Die Umsetzung der Landschaftsqualitätsziele erfolgt einerseits mit den Instrumenten der Raumplanung durch die zuständigen Planungsträger - namentlich die Kantone -, andererseits durch die raumwirksamen Sektoralpolitiken, indem sie stufen- und sachgerecht in die jeweils betroffenen Politiken, Programme, Konzepte und Pläne aller staatlichen Ebenen integriert werden.

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Letzte Änderung 29.10.2015

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