Landschaftsqualitätsbeiträge schaffen Anreize für Landwirte

Mit den Landschaftsqualitätsbeiträgen wurde im Rahmen der Agrarpolitik 2014–2017 ein landschaftspolitisches Instrument geschaffen, das ermöglicht, regionale Anliegen oder landschaftliche Kulturwerte wie etwa die Pflege von Alleen, die Erhaltung von Waldweiden oder die Förderung des Bergackerbaus mit finanziellen Beiträgen zu fördern. Die Landschaftsqualitätsbeiträge ergänzen die bisherigen Landschaftsinstrumente der Agrarpolitik wie Direktzahlungen für die Offenhaltung von Flächen oder vielfältige Lebensräume.

Das Instrument der Landschaftsqualitätsbeiträge ermöglicht eine finanzielle Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben, die sich für die Pflege und Bewahrung charakteristischer Elemente der regionalen Agrarlandschaft einsetzen. Voraussetzung für die Gewährung dieser Beiträge ist die Erarbeitung eines regionalen Landschaftsqualitätsprojekts (LQP).

Ziel der LQP ist es, die Erhaltung und die Schaffung neuer Landschaftselemente im Landwirtschaftsgebiet in einem regionalen Gesamtzusammenhang zu fördern und damit den regionalen Besonderheiten besonderes Augenmerk zukommen zu lassen. Was als förderungswürdig betrachtet wird - beispielsweise die Erhaltung von Waldweiden, die Pflege von Kastanienselven oder die Förderung des Bergackerbaus - gilt es dabei in einem partizipativen Prozess auszuhandeln und im Rahmen des LQP festzulegen.

Die Handlungsfelder und Schwerpunkte können aufgrund der regionalen Gegebenheiten unterschiedlich sein: Im alpinen Raum kann der Erhalt von traditionellen regionstypischen Bewirtschaftungsformen im Vordergrund stehen, während in Agglomerationsnähe Erlebnis- und Naherholungsaspekte grösseres Gewicht erhalten können. Das partizipative Vorgehen soll dabei sicherstellen, dass die verschiedenen Perspektiven und Bewertungen ins Projekt einfliessen.

Begrenzter Anspruchsbereich

Idealerweise setzen sich LQP mit der gesamten Landschaft auseinander und stützen sich dazu auf eine kantonale Landschaftsstrategie oder auf ein regionales Landschaftsentwicklungskonzept ab. Direktzahlungen erhalten die Landwirtschaftsbetriebe jedoch nur für Massnahmen, die mit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung im Zusammenhang stehen. Für Massnahmen, die beispielsweise Gebäude oder Infrastrukturen betreffen, müssen andere Finanzierungsquellen gesucht werden, beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit einem Park oder anderen Sektoralpolitiken (Gewässerrenaturierung, Denkmalschutz usw.).

Die LQP erlauben die Weiterentwicklung von Landschaften unter Wahrung Ihres Charakters. Die Projekte zielen darauf ab, die regionalen Eigenart, Schönheit und Vielfalt zu erhalten und zu fördern. Für den Vollzug der Landschaftsqualitätsbeiträge ist das Bundesamt für Landwirtschaft zuständig. Das BAFU ist an der Beurteilung der LQP beteiligt.

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Letzte Änderung 29.10.2015

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