Projekte mit Blick auf die Landschaft planen

Die Bundesverfassung und das Natur- und Heimatschutzgesetz verpflichten zu einem schonungsvollen Umgang mit dem Landschafts- und Ortsbild. Die Erfüllung dieses Zieles und der Einbezug der Wahrnehmungsaspekte verlangen eine sorgfältige Projektvorbereitung und -durchführung sowohl in der Planungs- als auch in der Realisierungsphase. Bedarfsnachweis, Standortevaluation und Zweckmässigkeit sind dabei zentrale Elemente. Die Suche nach Lösungen, die die Landschaftsqualität stärken, zahlt sich für die Projektierenden und die Öffentlichkeit aus.

Um Projekte zu entwickeln, die zu einer hohen Landschaftsqualität beitragen können, gilt es, sich mit der Landschaft eines Projektgebietes vertieft auseinanderzusetzen. Sie soll im Rahmen partizipativer Verfahren aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und erfahren werden. Das Visualisieren mit Hilfe unterschiedlicher Techniken (Zeichnungen, Modelle, Montagen, Videos usw.) hilft, die Landschaftswirkung sichtbar zu machen. Es erleichtert auch die Beurteilung der zu erwartenden Eingriffe im Gelände. Qualifizierende Verfahren wie Projektwettbewerbe und Studien helfen, kreative und nachhaltige Lösungen zu finden.

Entscheidende Leitlinien für die landschaftsbewusste Projektierung sind:

Projektspielräume erkennen

  • Projektbedarf: Die Notwendigkeit eines Projekts ist zu überprüfen.
  • Zweckmässigkeit: Es ist zu überlegen, ob die geplante Ausführung, dem Bedarf entspricht.
  • Raumgebundenheit: Es ist zu klären, ob das Projekt zwingend im geplanten Gebiet realisiert werden muss.
  • Angemessenheit: Es ist zu überprüfen, wie Standort, Funktion, Form und Inhalt miteinander übereinstimmen.
  • Kreatives Fördern: Kreative und nachhaltige Lösungen können mit Wettbewerben gefördert werden.

Landschaft beurteilen

  • Sich vertiefen: Die Planung und Projektierung basiert auf fundierten Kenntnissen der Landschaft.
  • Wahrnehmen: Die Landschaft ist aus verschiedenen Blickrichtungen wahrzunehmen.
  • Visualisieren: Es ist sichtbar zu machen, wie sich ein Projekt in die Landschaft eingliedert. Auf eine naturräumliche Einbindung ist besonders zu achten.
  • Wirkung abschätzen: Die zu erwartenden Eingriffe sind mit den Beteiligten im Gelände abzuschätzen.

Eingliederungsstrategie

  • Verzichten: Landschaften von besonderer Schönheit fallen für die Projektierung ausser Betracht.
  • Freihalten: Sensible Geländekammern und Lebensräume wie Kreten, Aussichtslagen, historische Stätten, See- und Flussufer sind freizuhalten.
  • Respektieren: Die Spuren der Geschichte einer Landschaft sind zu erkennen und zu respektieren.
  • Masshalten: Projekte sind räumlich optimal zu positionieren und massvoll zu dimensionieren.
  • Einordnen: Projekte sollen auf Gegebenes Rücksicht nehmen und sich in die Umgebung einordnen.
  • Hervorheben: Wie die Geschichte der Landschaftsgestaltung zeigt, vermögen Bauten und Infrakstrukturprojekte, die in angemessener Weise auf eine Landschaft reagieren, die Schönheit derselben hervorzuheben.

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Letzte Änderung 02.10.2018

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