Schutzwald

Rund die Hälfte der schweizerischen Waldfläche schützt vor Naturgefahren. Damit die Schutzwälder ihre Funktion dauernd und uneingeschränkt erfüllen können, ist eine nachhaltige Bewirtschaftung nötig. Die Schutzwaldpflege ist eine Verbundaufgabe von Bund, Kanton und weiteren Nutzniessern.

Viele Wälder leisten einen wirksamen Schutz gegen gravitative Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Murgänge. In Gerinneeinhängen kann der Wald zudem den Eintrag von Lockermaterial und Holz in Gewässer verhindern oder reduzieren (gerinnerelevanter Schutzwald). Als Schutzwald gilt ein Wald, der ein anerkanntes Schadenpotenzial gegen eine bestehende Naturgefahr schützen oder die damit verbundenen Risiken reduzieren kann.

Grossflächige Schutzwirkung

Als Folge der immer intensiveren Nutzung von Siedlungs- und Industriezonen, Verkehrswegen und anderen Infrastrukturen ist das Schadenpotenzial in den letzten Jahren massiv angestiegen. Dadurch steigt auch die Bedeutung der Schutzwälder als Bestandteil des integralen Risikomanagements. Mit den nachvollziehbaren und praxistauglichen Kriterien, welche im Rahmen des BAFU-Projektes SilvaProtect-CH erarbeitet wurden, haben die Kantone den Schutzwald ausgeschieden: Gesamtschweizerisch beträgt die Schutzwaldfläche rund 5850 km2.

Als biologisches System nimmt der Schutzwald eine Sonderstellung in der Gefahrenprävention ein. Er wirkt grossflächig und bietet Schutz vor verschiedenen Naturgefahren gleichzeitig. Naturnah bewirtschaftete Schutzwälder bieten zudem vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und können die Biodiversität fördern. Gleichzeitig kann der Schutzwald wirtschaftlich genutzt werden. 

Die Abgeltung dieser drei Funktionen von öffentlichem Interesse (Schutz, Biodiversität und Bewirtschaftung) wird über Programmvereinbarungen zwischen dem Bund und den Kantonen geregelt.

Schutzwaldpflege

Mit der nachhaltigen Bewirtschaftung der Schutzwälder sollen diese ihre Funktionen dauernd und uneingeschränkt erfüllen können. Die Schutzwaldpflege entspricht dem periodischen Unterhalt der Schutzmassnahme. Mit Hilfe der Wegleitung «Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald (NaiS)» stellen die Kantone eine minimale Waldpflege sicher. Diese vom BAFU lancierte Wegleitung definiert die Qualitätsanforderungen an die Schutzwaldpflege.

Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald

Cover Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald. Wegleitung für Pflegemassnahmen in Wälder mit Schutzfunktion. 2005. Ordner.

Wegleitung für Pflegemassnahmen in Wäldern mit Schutzfunktion. Ordner. 2005

Einzelne Anhänge des NaiS-Ordners zum Downloaden

2A Bestimmen des Standortstyps (PDF, 20 MB, 17.03.2009)revidiert und ergänzt; Stand März 2009

Weiterführende Informationen

Dokumente

Kontakt
Letzte Änderung 06.12.2016

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/naturgefahren/fachinformationen/umgang-mit-naturgefahren/naturgefahren--massnahmen/schutzwald.html