Folgen des Biodiversitätsverlusts

Die Biodiversität ist die Existenzgrundlage für den Menschen und für die Wirtschaftsleistung eines Landes. Sie erbringt unverzichtbare Leistungen von hohem ökologischem, wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wert – sogenannte Ökosystemleistungen - und stellt damit die Grundlage für menschliches Wirtschaften und Wohlergehen dar. Der Verlust der Biodiversität stellt eine Bedrohung der Existenzgrundlage für die Menschen und für die Wirtschaftsleistung unseres Landes dar.

Ökosystemleistungen – von der Natur kostenlos erbracht

Die Natur ist notwendig für die menschliche Existenz und für eine gute Lebensqualität. Die meisten Leistungen der Natur für den Menschen sind unersetzlich oder kaum zu ersetzen. Biodiversität bildet das Naturkapital, dessen Leistungen der Wirtschaft und der Gesellschaft zugute kommen. Ökosystemleistungen werden im IPBES-Bericht auch als «Beiträge der Natur für die Menschen» (engl. Nature’s contributions to people) bezeichnet. Nach der Art der Vorteile für den Menschen, werden sie in vier Kategorien unterteilt:

  • Bereitstellende Leistungen: Produkte, die aus Ökosystemen gewonnen werden, wie Nahrungsmittel, Wasser, Holz/Rohstoffe, Energieträger, Medizin
  • Regulierende Leistungen: Nutzen, der aus der Regulierung der Ökosysteme entsteht, wie Reinigung von Luft und Wasser, Klimaregulierung, Minderung von Überschwemmungen, Erosionsschutz
  • Kulturelle Leistungen: Nicht-materieller Nutzen, der durch Ökosysteme gewonnen wird, wie die Erfüllung ästhetischer, spiritueller und intellektueller Bedürfnisse, Erholung, kulturelles Erbe
  • Unterstützende Leistungen: Leistungen, die für die Produktion aller anderen Ökosystemleistungen benötigt werden, wie Bestäubung, Primärproduktion, Bodenbildung, Nährstoffkreisläufe

Verlust der Biodiversität – Verlust von Ökosystemleistungen

Weil die Ökosystemleistungen öffentliche Güter sind, werden sie nicht auf Märkten gehandelt, sondern ganz selbstverständlich gratis genutzt. Dies führt häufig zur Übernutzung der natürlichen Ressourcen. Der Verlust von Arten hat in der Regel direkte Auswirkungen auf die Ökosysteme. Auch wenn es meist nicht möglich ist, für einzelne Arten einen Nützlichkeitsbeweis zu erbringen, hängen wir als Menschen vom grössten Teil der Arten existenziell ab. Die Erhaltung der Artenvielfalt als Ganzes ist deshalb von zentraler Bedeutung.

Die Natur und ihre wichtigen Beiträge für den Menschen – Biodiversität und Ökosystemleistungen – gehen weltweit zurück (IPBES Global Assessment Report on biodiversity and ecosystem services of the intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services). Seit 1970 hat die Produktion in Landwirtschaft, Fischerei, Bioenergie und Ernteerträge weltweit zugenommen, gleichzeitig hat die Mehrzahl der regulierenden und nicht-materiellen Ökosystemleistungen rasch abgenommen.

Menschliche Aktivitäten bedrohen mehr Arten als jemals zuvor, und weltweit verschwinden lokale Sorten und Rassen. Dies bedeutet auch einen Verlust der Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln und der Widerstandsfähigkeit von Nahrungspflanzen gegen Krankheiten. Vom Menschen verursachte Faktoren führen zu einer Beschleunigung der biologischen Evolution und zwar so schnell, dass die Folgen nicht absehbar sind.

Aufgrund der Abnahme an Biodiversität und ihren Ökosystemleistungen werden Verluste von weltweit Milliarden CHF pro Jahr geschätzt. In der EU werden die Kosten des jährlichen Nichthandels auf rund 7% des Bruttoinlandproduktes (BIP) geschätzt (L. Braat und P. ten Brind, the cost of Policy Inaction). Ein Nichthandeln ist auch für die Schweiz teurer als ein wirkungsvoller Schutz der Biodiversität heute.

Gleichzeitig haben wir die moralische Verpflichtung, die Biodiversität zu erhalten und für kommende Generationen zu bewahren. Diese ethische Verantwortung ist in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft festgehalten.

Massnahmen zur Erhaltung der Biodiversität

Die Biodiversität in der Schweiz ist in einem unbefriedigenden Zustand. Die Schweiz weist von allen Industrieländern den höchsten Anteil an bedrohten Arten auf. Lebensräume, die für die Schweiz typisch sind, wie Auen, Moore und Trockenwiesen, haben gewaltige Verluste erlitten. Nationale Rote Listen zeigen, dass rund 40% der Arten bedroht sind. Hauptursache für den Biodiversitätsverlust ist fast immer eine Landnutzung durch den Menschen, die keine Rücksicht auf die Biodiversität nimmt.

Welche Massnahmen trifft der Bund zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität? Die Antworten dazu finden sich auf der folgenden Seite:

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Letzte Änderung 03.02.2020

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