«Bringen wir Dunkel ins Licht»

Editorial von Katrin Schneeberger, Direktorin BAFU.

Katrin Schneeberger, Direktorin BAFU

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Wann haben Sie zum letzten Mal einen klaren Sternenhimmel geniessen können? Das wird wohl in den Bergen, fernab der Ballungszentren, gewesen sein. Heute sind nämlich in der Schweiz die Gebiete kompletter Dunkelheit rar, in denen ein solches Erlebnis möglich ist. Zu oft stört die künstliche Beleuchtung direkt oder sie strahlt in den Himmel ab und ist so auch in weiter Ferne erkennbar. Mehr noch als Sternenguckende sind aber Tiere und Pflanzen durch die Lichtverschmutzung beeinträchtigt.

Die Erfindung von künstlichen Lichtquellen brachte der Menschheit Wohlstand, elektrisches Licht ermöglicht uns Arbeiten und Freizeitaktivitäten zu jeder Tages- und Nachtzeit. Unsere 24-Stunden-Gesellschaft führt unweigerlich zu einer Zunahme von Lichtemissionen – in den Städten wie auch im ländlichen Raum. Der wichtigste Grundsatz beim Umgang mit künstlichem Licht ist jedoch, nur dort zu beleuchten, wo es Licht braucht. Dunkelheit und Licht: von beidem genug und am richtigen Ort.

So haben einige grosse Schweizer Städte heute Beleuchtungskonzepte, die Licht im öffentlichen Raum regulieren und etwa die Ausrichtung von Lichtquellen, deren Lichtfarbe und deren Helligkeit neu definieren. Und der Kanton Genf hat ein «schwarzes Netz» eingeführt: dunkle Zonen und Korridore für den besseren Schutz von Flora und Fauna vor künstlichem Licht. Das geeignete Zusammenspiel von Beleuchtung und Dunkelheit ist ein komplexes Feld und benötigt die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure.

Es bleibt aber noch viel zu tun, bis nachtaktive Tiere ihren Lebensraum zurückerhalten, der Mensch in seinem Wohlbefinden weniger gestört wird und er den Sternenhimmel wieder intensiver geniessen kann.

Katrin Schneeberger, Direktorin BAFU

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Letzte Änderung 28.09.2022

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