Risikowahrnehmung

Bereits seit Jahren wird in mehreren Ländern durch Umfragen ermittelt, wie die Bevölkerung die Gesundheitsrisiken des Mobilfunks wahrnimmt (siehe «Indikator Elektrosmog»). Diese Umfragen zeigen, dass die Risikowahrnehmung zum einen im Zeitverlauf (hier zwischen 2003 und 2014) und zum anderen von Land zu Land variiert.

Studien zur Risikowahrnehmung von 5G in der Schweiz

Die Einführung von 5G in der Schweiz im Jahr 2019 hat die Bevölkerung polarisiert - insbesondere in Bezug auf die wahrgenommenen Risiken und den wahrgenommenen Nutzen dieser Technologie. Das BAFU war daran interessiert, die Treiber zu verstehen, die diese Wahrnehmungen beeinflussen können. Dazu wurden zwei Umfragen durchgeführt, eine im November 2019 und eine weitere im Januar 2020. Die Veröffentlichung des Berichts «Mobilfunk und Strahlung» Ende November 2019 bot in diesem Zusammenhang eine gute Gelegenheit, um die Wirkung von Informationen des Bundes auf die Risikowahrnehmung zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Umfragen wurden in einem Bericht im August 2021 veröffentlicht.

Seitdem hat sich das 5G-Netz weiterentwickelt. Ob sich auch die Wahrnehmung von 5G seither verändert hat, untersuchte das BAFU mit zwei weiteren Umfragen im Dezember 2020 und Dezember 2022. Die Ergebnisse wurden vom Psychologischen Institut der Universität Zürich ausgewertet und in einem zweiten Bericht zur Risikowahrnehmung im April 2023 veröffentlicht.

Wie nimmt die Schweizer Bevölkerung das Risiko von 5G wahr?

Diese Studien haben aufgezeigt, dass es tendenziell einen leichten Rückgang im wahrgenommenen Risiko von 5G über die Zeit hinweg gab (Abb. a). Parallel gab es einen leichten Anstieg im wahrgenommenen persönlichen Nutzen von 5G (Abb. b). Allerdings blieben viele der in Studie 1 und 2 identifizierten Muster erhalten, wie zum Beispiel eine relativ grosse Polarisierung in der Wahrnehmung von 5G und Politik-bezogenen Einstellungen (Abb. c) dazu. Ebenso scheinen nach wie vor die selben psychologischen Treiber mit Unterschieden in diesen Wahrnehmungen zusammenzuhängen. Diese Resultate sprechen dafür, dass der (Risiko)-Wahrnehmung von 5G relativ stabile psychologische Mechanismen zugrunde liegen, die sich möglicherweise nur in einem längeren als dem hier beobachteten Zeitraum von drei Jahren substantiell verändern.

Die folgenden Abbildungen sind Ausschnitte aus der Abbildung 5 « Veränderungen vom wahrgenommenen Risiko und Nutzen (dargestellt in türkis) und von Politik-bezogenen Einstellungen zu 5G (dargestellt in lila) über den ganzen Projektzeitraum » des Berichtes von 2023. Jede der Abbildungen a bis c zeigt die Ergebnisse der vier Umfragen (Studie 1-4).  

Das wahrgenommene Risiko (a) und der wahrgenommene Nutzen (b) der Befragten wurden auf einer Skala zwischen «Hoch» (sehr riskant bzw. sehr nützlich) und «Tief» (nicht riskant bzw. nicht nützlich) eingeordnet. Die Abstimmungsabsicht (c) der Befragten wurde zwischen «Dafür» und «Dagegen» eingeordnet. Die Antworten der Befragten sind durch kleine schwarze Linien gekennzeichnet. Die farbigen Flächen zeigen die Verteilung der Antworten. Der Mittelwert der Antworten ist mit einer breiten schwarzen Linie dargestellt.

Wahrgenommenes Risiko

 


Abbildung a

Wahrgenommener Nutzen (persönlich)

 

Abbildung b

Abstimmungsabsicht

 

Abbildung c

Die vollständigen Ergebnisse und Grafiken finden sich in den Berichten (herunterladbar unten).

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Letzte Änderung 21.12.2023

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