Anleitung zum Optimismus

Editorial von Katrin Schneeberger, Direktorin BAFU.

Katrin Schneeberger, Direktorin BAFU

Geht es Ihnen wie mir? Schlagen Ihnen all die negativen Berichte, finsteren Szenarien und deprimierenden Tabellen zum Zustand unserer Welt gelegentlich auch aufs Gemüt? Verstehen Sie mich richtig: Ich finde nicht, dass man den Tatsachen nicht ins Auge sehen sollte. Das wäre verantwortungslos. Und wer den Kopf einfach in den Sand steckt, der könnte leicht ersticken. Eine realistische Einschätzung der Lage ist also notwendig. Diese liefern wir mit dem neuen, umfassenden Umweltbericht, der zeitgleich mit diesem Magazin erscheint. Darin finden sich unter anderem auch viele Beispiele neuer Initiativen in Sachen Nachhaltigkeit und gutem Umweltverhalten. Denn im Grunde sind es doch vor allem die positiven Geschichten, die guten Beispiele, die uns voranbringen. Wir haben uns von diesen «Good Practices» inspirieren lassen schauen uns in dieser Ausgabe weitere spannende und schlaue Ideen für mehr Nachhaltigkeit an.

Zwei Drittel der Umweltbelastung entstehen in den Bereichen Ernährung, Mobilität und Wohnen. Dinge, auf die wir schlicht nicht verzichten können. Aber wir können uns verbessern. Für das vorliegende Heft haben wir aus diesen Bereichen Beispiele gesucht, bei denen das gelungen ist. Die Ausbeute ist reichhaltig ausgefallen. Vor allem aber haben wir Menschen gefunden, die sich aus eigenem Antrieb und mit viel Herzblut für die Verbesserung unserer Umwelt einsetzen. Menschen, die mit ihren Ideen und ihrem Tatendrang tagtäglich einen Unterschied machen. Nennen wir diese Menschen Optimistinnen und Optimisten. Und zwar solche mit realistischen Projekten.

Einige dieser Geschichten erzählen wir in diesem Heft. Es sind bisweilen kleine, lokale Initiativen: Ein Bauernhof hier, Projekte für ressourcenschonendes Bauen und Wohnen dort. Aus Kleinem kann aber auch Grosses werden. Das zeigt zum Beispiel unsere Geschichte über den wachsenden Markt der Shared Mobility, also des Teilens von Fahrzeugen. Mit der Digitalisierung sind hier interessante neue Angebote möglich und bereits in Erprobung. Optimistische Realisten machen vorwärts.

Das alles macht mir Mut. Und es kann uns auch ein Beispiel sein, wie man mit eigener Initiative etwas beitragen kann. Deshalb: Werden wir zu realistischen Optimistinnen, zu realistischen Optimisten! Nicht zu unterschätzender Nebeneffekt einer solchen Grundhaltung: Die dunkle Jahreszeit wird Ihnen gleich viel heller erscheinen. 

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Letzte Änderung 21.12.2022

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