Massnahmen gegen Lärm

Ruhe ist ein wertvolles Gut. Sie fördert Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen und trägt wesentlich zu einem attraktiven Standort für Arbeiten, Wohnen und Freizeit bei. Da in der Schweiz die Siedlungsentwicklung mit verdichtetem Bauen vermehrt nach innen gelenkt wird, die Bevölkerung zunimmt und der Verkehr wächst, werden Massnahmen gegen Lärm immer wichtiger, um einen akustisch angenehmen Wohn- und Lebensraum zu sichern. Deshalb muss «Ruhe» als wertvolle Ressource konsequent geschützt werden, damit lärmfreie Gebiete auch für künftige Generationen erhalten bleiben.

1. Lärmemissionen an den Quellen vermeiden

Die beste Massnahme gegen Lärm ist, wenn der Lärm gar nicht erst entsteht. Dies gelingt mit Massnahmen direkt an der Lärmquelle. In der Schweiz gibt es eine Vielfalt von mobilen und ortsfesten Lärmquellen, die unterschiedliche Massnahmen erfordern.

2. Natürliche Ressource «Ruhe» schützen

Ruhe ist ein wichtiger Faktor für hohe Lebensqualität und gewinnt als Standortfaktor für Arbeiten, Wohnen und Freizeit an Bedeutung. Die Bevölkerung benötigt erreichbare, ruhige Gebiete innerhalb und ausserhalb der Siedlungsgebiete.

Innerhalb der Siedlung

Die Siedlungsfläche in der Schweiz wächst nach wie vor. Ein wichtiges Raumordnungsziel ist, die Zersiedelung zu stoppen und dadurch Kulturland zu schonen sowie attraktive Landschaften zu erhalten. Dies gelingt nur, wenn die vorhandenen Siedlungsflächen besser genutzt werden, das heisst, mehr Menschen in den bestehenden Siedlungen leben können. Diese sogenannte Verdichtung wird von der Bevölkerung nur akzeptiert, wenn die urbanen Lebensräume attraktiv gestaltet sind und genügend Raum für Freizeit und Erholung anbieten. Heute investieren Städteplanungen häufig in die optische Aufwertung von Quartieren und Städten. Das Wohlbefinden von Menschen wird aber nicht nur durch die optische Wahrnehmung, sondern auch stark durch die Geräusche bestimmt. Das Klangbild von urbanen Lebensräumen kann durch planerische, gestalterische oder architektonische Massnahmen beeinflusst werden. Solche Massnahmen müssen vermehrt umgesetzt werden, um Wohn- und Lebensräume auch akustisch attraktiv zu gestalten.

Ausserhalb der Siedlung

Ruhige Gebiete sind auch ausserhalb der Siedlungsgebiete zur Erholung für die Bevölkerung unverzichtbar und zudem wichtig für den Tourismus. Damit die bestehenden ruhigen Gebiete nicht verloren gehen, müssen Massnahmen zur Erhaltung und Förderung der Ruhe in der Landschaft weiterentwickelt werden.

Zukunftstrends

Das BAFU hat Zukunftsexperten beauftragt, lärmrelevante Zukunftstrends zu identifizieren und daraus Thesen im Hinblick auf die akustische Landschaft in der Schweiz für das Jahr 2050 zu formulieren. Folgende Entwicklungen sind zu erwarten:

  • Die Mobilitätsansprüche sowie das Verkehrsaufkommen steigen weiterhin stark an. Mobilität bleibt weiterhin die wichtigste Lärmquelle.
  • Nachbarschaft-, Alltags- und Freizeitlärm nehmen an Bedeutung zu. Diese Problematik wird kaum mit den bisherigen, quantitativ orientierten Ansätzen zu bewältigen sein.
  • Im urbanen Raum wird das Bedürfnis nach Ruhe-Inseln in Fussdistanz zum Arbeitsplatz und zur Wohnung sowie nach künstlichen Indoor-Lösungen als Erholungs- und Ruheräume steigen.
  • Technische Lärmquellen werden leiser dank des technologischen Fortschritts. Ausserdem werden die technischen Standards zunehmend international festgelegt.
  • Der Konsens über Mittags-, Nacht- und Feiertagsruhe geht verloren.
  • Der Ruheschutz wird Teil eines umfassenden Gesundheitsverständnisses.

Die Zukunft der akustischen Landschaft Schweiz (PDF, 2 MB, 12.09.2012)Eine Analyse von langfristigen Megatrends. Im Auftrag des BAFU

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Letzte Änderung 14.01.2022

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