Indikator

Nutzungsvielfalt in der Landwirtschaftsfläche

Die Landwirtschaftsfläche nimmt fast ein Viertel der Fläche der Schweiz in Anspruch. Veränderungen der Nutzung innerhalb dieser Fläche erhalten deshalb eine grosse Bedeutung und äussern sich direkt in einem veränderten Landschaftsbild: Je vielfältiger und kleiner strukturiert die landwirtschaftliche Nutzfläche ist, desto abwechslungsreicher ist das Landschaftsbild. Ausserdem wirkt sich eine vielfältige Nutzung günstig auf die Artenvielfalt aus.

Bewertung des Zustandes
gut gut
Bewertung der Entwicklung
positiv positiv
Durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Nutzungen in der Landwirtschaftsfläche 2013: 17.32 Durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Nutzungen in der Landwirtschaftsfläche 2011: 17.01 Durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Nutzungen in der Landwirtschaftsfläche 2009: 16.96 Durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Nutzungen in der Landwirtschaftsfläche 2007: 15.44 Durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Nutzungen in der Landwirtschaftsfläche 2005: 15.7 Durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Nutzungen in der Landwirtschaftsfläche 2003: 16.24

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Bundesamt für Umwelt: Landschaftsbeobachtung Schweiz
Kommentar

Die durchschnittliche Anzahl von Nutzungen der landwirtschaftlichen Fläche hat zwischen 2003 und 2007 von 16.2 auf 15.4 abgenommen. Zwischen 2009 und 2013 hat die Nutzungsvielfalt von 17 auf 17.3 zugenommen. Die absoluten Niveaus der beiden Zeitreihen (2003-2007 bzw. 2009-2013 können nicht miteinander verglichen verden ABER der Trend innerhalb der beiden Zeitreihen (Gemeindefusionen, siehe Bemerkung in den Methoden). Der Trend zeigt in eine positive Richtung. Die Nutzungsvielfalt in der Landwirtschaftsfläche nimmt zu. Dies wiederspiegelt die erfolgreiche Etablierung von Nischenprodukten auf dem Landwirtschaftsmarkt und die Förderung von diversen Anbauprodukten.Das entspricht einer prozentualen Abnahme um knapp 5% Prozent.Es ist positiv für das Landschaftsbild und die Artenvielfalt.

 Die Nutzungsvielfalt hängt stark von der Höhenlage ab: In hoch liegenden Gemeinden im Alpenraum sind aus klimatischen Gründen - geringe Durchschnittstemperatur, kurze Vegetationsperiode - viele Nutzungen gar nicht möglich. Je tiefer die Gemeinde liegt, desto grösser ist die Nutzungsvielfalt auf den landwirtschaftlichen Flächen. Die höchste Nutzungsvielfalt findet sich somit generell im Mittelland.

Internationaler Vergleich

In LUCAS (Land Use and Cover Area frame Survey) wird ein ähnlicher Index berechnet, der sogenannte „Land cover richness indicator“. Dazu werden Daten aus der CORINE Statistik verwendet. Österreich rangiert im Vergleich zum EU-Durchschnitt sehr hoch, was vermutlich auch für die Schweiz zutreffen dürfte

Methode

Der Indikator erfasst die durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Nutzungen der landwirtschaftlichen Fläche in der Schweiz. Für die Erfassung wird die landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung verwendet, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und den kantonalen Landwirtschaftsämtern durchgeführt wird. Sie erfasst alle Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz, die eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Eine Mindestgrösse der landwirtschaftlichen Nutzfläche von einer Hektare
  • Eine Mindestgrösse von 0.3ha bei Spezialkulturen
  • Eine Mindestgrösse von 0.1ha bei geschütztem Anbau

Insgesamt werden so mindestens 99% der haupt- oder nebenberuflich in der Landwirtschaft tätigen Betriebe erfasst. Die landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung umfasst 74 Kulturkategorien, von denen nach Abzug von statistischen Zwecken dienenden und zusammengefassten Kulturkategorien 67 zur Erhebung der Nutzungsvielfalt verwendet werden. Von diesen 67 Nutzungsklassen konnten 64 zur Auswertung verwendet werden.

Der Indikator ist auf die Gemeindefläche bezogen. Dadurch wird er von Gemeindefusionen beeinflusst. Es können nur die Zustände 2003, 2005 und 2007 bzw. 2009, 2011 und 2013 miteinander verglichen werden nicht aber Werte zwischen den beiden Gruppen.

 
Zuletzt aktualisiert am: 09.11.2017

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