Indikator

Bodenversiegelung

Von Bodenversiegelung spricht man, wenn der Erdboden - beispielsweise für den Bau von Gebäuden oder Strassen - mit praktisch undurchlässigen Materialien abgedeckt wird. Dadurch kann er kein Regenwasser mehr aufnehmen, keine Biomasse mehr produzieren und kein CO2 mehr binden. Die Bodenversiegelung kann prinzipiell rückgängig gemacht werden, indem sie wieder abgetragen wird. Allerdings sind die ökologischen Funktionen des Erdbodens dann so weit gestört, dass eine Rückkehr zum ursprünglichen Zustand mittelfristig nicht möglich ist.

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
negativ negativ
Versiegelungsgrad des Bodens 2004/09: 4.7 Versiegelungsgrad des Bodens 1992/97: 4.2 Versiegelungsgrad des Bodens 1979/ 85: 3.6

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Bundesamt für Statistik: Arealstatistik
Kommentar

Die gesamte versiegelte Fläche in der Schweiz hat seit 1979/85 in jeder Datenerhebung der Arealstatistik deutlich zugenommen (15.7% zwischen 1979/85 und 1992/97; 11.6% zwischen 1992/97 und 2004/09). Die Gesamtversiegelung lag in den Jahren 2004/09 bei 1’920 km2. Dies entspricht 4.7% der Landesfläche.

Innerhalb der fünf Grossregionen der Schweiz lassen sich deutliche Unterschiede feststellen. Im Jura waren 214 km2 versiegelt, im Mitteland 1111 km2, an der Alpennordflanke 335 km2, in den Zentralalpen 156 km2 und an der Alpensüdflanke 101 km2. Der geringste Versiegelungsgrad findet sich in den Zentralalpen. Die Alpensüdflanke und die Alpennordflanke besitzen einen knapp doppelt so hohen Versiegelungsgrad. Rund dreimal höher als in den Zentralalpen ist er im Jura. Klar am höchsten ist der Versiegelungsgrad im Mittelland mit Werten, die sechs Mal höher sind als in den Zentralalpen.

Die wichtigste Ursache für die zunehmende Versiegelung ist die Urbanisierung und die Erhöhung der Mobilität. Die wachsenden Wohnflächenansprüche erklären bis ca. 2000 den starken Anstieg, nach 2000 ist es das starke Bevölkerungswachstum.

Die Anstrengungen zum verdichteten Wohnen zeigen erste Resultate, in dem die Zunahme der bebauten Fläche für Wohnen nach 2000 im wesentlichen nur noch durch die Bevölkerungszunahme, nicht aber durch die Zunahme der Wohnflächenansprüche erklärt wird. Ferner ist der Anstieg der versiegelten Fläche zwischen 1992/97 und 2004/09 leicht abgeschwächt (noch 11.6% gegenüber 15.7% 1992/97). An wenigen Lokalitäten in der Schweiz wird versiegelte Fläche auch rückgebaut und in der Siedlungsökologie bestehen grosse Anstrengungen, mittels Dachbegrünung und Entsiegelung, gewisse negative ökologische Folgen zu mildern.

Internationaler Vergleich

Copernicus Land Monitoring Services bietet den „impervious area layer“ an, der im 3 Jahres Rhythmus für ganz Europa aufdatiert wird (2006, 2009, 2012). Momentan wird umfangreich geprüft wie gut die Datenübereinstimmung mit terrestrischen Datensätzen ist. Als Indikator wird versiegelte Fläche bei keinem europäischen Indikatorensystem geführt. Systematische Referenzwerte sind noch keine vorhanden. Deutschland gibt eine versiegelte Fläche von 6.1% der Landesfläche im Jahr 2010 an (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/edc102_01.htm). Die Schweiz liegt mit 4.7% deutlich darunter.

Methode

Die Erhebungsmethode für diesen Indikator stützt sich auf die Arealstatistik Schweiz. Von den 27 Grundkategorien der verschiedenen Bodenbedeckungskategorien, die in der Arealstatistik NOLC04 erfasst werden, können 3 zur Schätzung der Bodenversiegelung herangezogen werden, nämlich die Kategorien 11 (Befestigte Flächen), 12 (Gebäude), 13 (Treibhäuser). Die Kategorie 11 umfasst auch teilversiegelte Flächen wie z.B. bekieste Böden.. Das Erhebungsintervall der Arealstatistik beträgt zwölf Jahre, kurzfristige Entwicklungen in der Veränderung der versiegelten Bodenfläche sind deshalb nicht erfassbar. Die Arealstatistik ist eine Stichprobenerhebung. Die Erhebungen und Auswertungen für die erste Arealstatistik wurden zwischen 1979 und 1985 gemacht, diejenigen der 2. Arealstatistik zwischen 1992 und 1997 und die 3. Arealstatistik verwendet Daten aus den Jahren 2004 und 2009. Die vierte Erhebung ab Luftbildern läuft seit 2010, die Resultate für die ganze Schweiz werden 2022 verfügbar sein.

 
Zuletzt aktualisiert am: 15.11.2017

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